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Informations-Archiv
Vertiefende Beiträge über Streichinstrumente und die Geschichte des Geigenbaus
Deutsche Geige nach Guarneri, spätes 19. Jh.
Nach dem klassischen Geigenmodell von Joseph Guarnerius del Gesù wurde um 1880 diese sehr hübsch gelungene und klangschöne sächsische Geige gebaut. Das mittelhoch gewölbte Instrument lässt mit seiner feinen Randeinlage und charakteristischen, nach dem berühmten italienischen Vorbild geschnittenen F-Löchern die vorzügliche Qualität seiner handwerklichen Ausarbeitung erkennen. Der unbekannte Geigenbauer wählte hochwertige Tonhölzer für diese Geige aus, interessant gemaserte Fichte für die Decke und kräftig geflammten Ahorn für den zweiteiligen Boden. Das stilvolle Lackbild weist einige Spiel- und Nutzungsspuren auf, die dem antiken Charakter und dem hohen Alter dieses offenkundig gern gespielten Instrumentes entsprechen. Darüber hinaus ist die Geige unbeschädigt und in perfektem Zustand erhalten, so dass sie nach einer aufwändigen Überarbeitung in unserer Fachwerkstatt ihren gereiften, starken Klang mit guter Resonanz und klarer Tiefe entfaltet, eine kraftvolle Stimme, für die das Guarneri-Modell bekannt ist.
Herkunft: Sachsen
Erbauer: Unbekannt
Bodenlänge: 35,3 cm
Jahr: 1880 circa
Klang: Klar, gereift, resonant, stark
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