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    <updated>2026-05-02T13:08:38+02:00</updated>
    
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            <title type="text">Geigenzettel: Überblick zur Geschichte der Geigenzettel und Brandstempel</title>
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                                            Geigenzettel – Überblick zur Geschichte von Geigenzetteln, Brandstempeln und anderen Kennzeichnungen in Geigen. Wie erkenne ich, ob ein Zettel echt ist?
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                  Obwohl Geigenzettel zum Klang eines Instruments rein gar nichts beitragen, ziehen sie seit jeher große Aufmerksamkeit auf sich. Wie sind echte von falschen Zetteln zu unterscheiden, welche Kennzeichnungen und verborgenen Botschaften gibt es außer ihnen – und warum hat manche Geige mehrere Zettel von unterschiedlichen Geigenbauern?  
 Geigenzettel: Übersicht 
 
  Geigenzettel – Form und Verwendung  
  Brandstempel und Signaturen als Alternativen und Ergänzungen zum Geigenzettel  
  Geschichte des Geigenzettels  
  Bestimmung der Echtheit eines Geigenzettels  
  Reparaturzettel  
  Quellen zur Erforschung von Geigenzetteln  
 
 Geigenzettel – Form und Verwendung 
 Geigenzettel sind Herstellerangaben, die in Form von kleinen Papier-Etiketten mit etwas Leim im Inneren des Korpus eines Streichinstruments aufgeklebt werden. Das deutsche Wort „Geigenzettel“ bezeichnet dabei nicht ausschließlich Etiketten in Violinen, sondern fungiert auch als Gattungsbegriff – analog zu „Geigenbauer“ – für Zettel in Geigen, Bratschen, Celli und anderen Streichinstrumenten. Ähnliche Kennzeichnungen kommen auch in anderen Instrumenten vor und sind insbesondere bei Saiteninstrumenten der europäischen Musiktradition in allen Epochen üblich. 
     Traditionell enthält ein Geigenzettel:  
 
 den Namen des Geigenbauers, 
 eine Ortsangabe, 
 das Jahr, in dem das Instrument gebaut wurde, 
 ggf. eine Werknummer (opus), 
 grafische Kennzeichen (Logos), nicht selten mit religiösem Bezug, 
 eine Formel wie „fecit“ oder „me fecit“ – „hat gebaut“ bzw. „hat mich gebaut“, 
 grafische Zierelemente im Stil der jeweiligen Epoche. 
 
 &amp;nbsp; 
 Die meisten Geigenzettel geben allerdings nur den Namen, den Ort und die Jahreszahl an. Der übliche Ort der Anbringung eines Geigenzettels ist der Boden unterhalb des F-Lochs auf der Bassbalkenseite; die Größe variiert in der Regel mit Längen bis ca. 10 cm und Höhen bis ca. 5 cm. Die Etiketten sind aus Papier unterschiedlicher Sorten geschnitten und in der Regel bedruckt. Vollständig handgeschriebene Geigenzettel sind vergleichsweise selten, kommen aber in allen Epochen der Geigenbaugeschichte vor. Einzelne handschriftliche Angaben wie eine Signatur, Jahreszahl und Werknummer sind hingegen bei gedruckten Zetteln durchaus üblich und erfüllen in der Regel auch den Zweck einer persönlichen Autorisierung durch den Geigenbauer. Dabei wird die Jahreszahl oft mit der Tausender-, seltener auch mit der Hunderterstelle vorgedruckt und von Hand ergänzt. 
 Brandstempel und Signaturen als Alternativen und Ergänzungen zum Geigenzettel 
 Alternativ oder zusätzlich zum Geigenzettel werden Streichinstrumente mit einem Brandstempel (auch: Brandmarke) und weiteren handschriftlichen Signaturen gekennzeichnet. Ein traditioneller Ort für die Anbringung eines Brandstempels ist die Außenseite des Bodens, auf dem Knöpfchen oder direkt unterhalb davon. Aber auch im Inneren des Korpus sind Brandmarken zu finden; einige Meister versehen sogar die Decke und den Boden einzeln mit Stempeln, um die Authentizität aller Teile des Instruments zu dokumentieren. Versteckt angebrachte Zeichen reflektieren in manchen Fällen wohl auch die Sorge, dass das Instrument durch Entfernung des Originalzettels anonymisiert oder von Konkurrenten als eigene Arbeit beansprucht werden könnte. 
 Zusätzliche handschriftliche Signaturen dienen meist denselben Zwecken wie Brandstempel, enthalten manchmal aber auch Widmungen oder Bezugnahmen auf biographische oder historische Daten, wie z. B. in dieser&amp;nbsp; Geige von Louis Moitessier . 
 Geschichte des Geigenzettels 
 Wie die Frage nach der  Entstehung der Geige  wird auch die frühe Geschichte des Geigenzettels der Forschung wohl letztlich verborgen bleiben, da Originalinstrumente im europäischen Kontext erst seit der Renaissance erhalten sind und sich in ihnen bereits Zettel finden. Dabei bedürfen ihre Angaben immer einer historischen Einordnung und Interpretation, selbst, wenn sie im vergleichsweise überschaubaren Umfeld handwerklicher, oft von Familien geführter Werkstätten verwendet werden, die insbesondere für die frühere Geigenbaugeschichte bis zum späten 18. Jahrhundert den maßgeblichen Bezugsrahmen bildeten. So gilt für alle Informationen auf Geigenzetteln, dass sie nicht unbedingt der vollen Wahrheit entsprechen müssen: Gerade in gut etablierten, erfolgreichen Werkstätten war es über die Jahrhunderte bewährte Praxis, die Zettel des Vaters bzw. Vorgängers weiter zu verwenden, nachdem das Geschäft vererbt oder übertragen worden war.    
 Darüber hinaus entwickelte sich der Geigenzettel mit der Einführung des arbeitsteiligen Geigenbaus im „Verlegerwesen“ und in der industriellen Produktion immer mehr zu einem „Modellzettel“, der – mehr oder weniger berechtigte – Hinweise auf klassische Vorbilder der in hohen Stückzahlen gefertigten Geigen gab, oft genug aber auch nur den Klang großer Namen für die Werbung nutzen sollte, wenn es nicht gar um die Täuschung unbedarfter Kunden ging. Diese Praxis ist für die „Stradivari-Flut“ verantwortlich, die enorme Menge sächsischer oder Mittenwalder Geigen des 19. Jahrhunderts mit oft recht gut gemachten Nachbildungen historischer Stradivari-Zettel. Während frühere Epochen des Geigenbaus auch immer ungekennzeichnete Instrumente kannten, gehört der Geigenzettel heute standardmäßig zu Instrumenten aller Qualitätsklassen. 
 Dem gegenüber steht eine andere Praxis, die z. B. durch das berühmte Haus Lendro Bisiach in Mailand gepflegt wurde: Die „Adoption“ ausgewählter Instrumente, die zu einem variierenden Grad in der eigenen Werkstatt fertiggestellt und dann unter dem eigenen Label verkauft wurden. Viele hervorragende Bisiach-Instrumente, die heute zu guten Preisen gehandelt und gern gespielt werden, sind sächsischer Herkunft – und erhielten neben dem Lack auch den Segen des berühmten Meisters in Gestalt seines Zettels. 
 Bestimmung der Echtheit eines Geigenzettels 
 Mit der genannten Interpretationsbedürftigkeit des Geigenzettels stellt sich natürlich auch die Frage, wie Imitate und Fälschungen sicher von Original-Zetteln zu unterscheiden sind. Die Musikinstrumentenforschung zieht dazu den Vergleich der verwendeten Papiere, der Drucktechnik, der Inhalte und selbstverständlich nicht zuletzt der Instrumente heran, in denen sich die Zettel befinden. Abgesehen von plumpen Fälschungen oder bewusst erkennbar gehaltenen Faksimiles ist für Laien in der Regel nicht erkennbar, ob ein Zettel authentisch ist oder nicht. 
 Reparaturzettel 
 Gerade  feine Streichinstrumente  sind oft doppelt gekennzeichnet und tragen neben dem Geigenzettel ihres Erbauers weitere Etiketten, Stempel oder Signaturen, die auf Reparaturen oder Umbauten hinweisen – eine Praxis, die der große Geigenbaumeister und Lehrer Otto Möckel in seinem Standardwerk „Geigenbaukunst“ scharf verurteilt: „Ferner verunziere man Violinen nicht durch Reparaturzettel. Will man aber seine Eitelkeit nicht unterdrücken, so gestalte man diese Zettel so klein wie möglich.“ Diesem harschen Verdikt sollte man aber die historische Redlichkeit und den Respekt vor der kollegialen Leistung entgegenhalten, für die Reparaturzettel auch stehen und die insbesondere bei größeren Eingriffen in historische Instrumente ihr unbedingtes Recht haben. 
 Quellen zur Erforschung von Geigenzetteln 
 Die Standardwerke zur Geschichte des Geigenbaus von Luetgendorff, Vannes, Jalovec und anderen enthalten umfangreiche Sammlungen von Geigenzettel-Reproduktionen. Darüber hinaus veröffentlichte der Leipziger Verleger und Musikinstrumentensammler Paul de Wit mit „Geigenzettel alter Meister“ ein umfangreiches Werk, das Zettel bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts vorstellt und&amp;nbsp; hier &amp;nbsp;in der ersten Auflage von 1902 herunterzuladen heruntergeladen oder online gelesen werden kann. 
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            <title type="text">Die Geschichte der Geige</title>
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                                            Die Geschichte der Geige gibt der Forschung eine Reihe von Rätseln auf – historische Skizze von der Entstehung der Violine bis heute zur E-Geige
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                 Die Entstehung der Geige und der Violin-Familie der Streichinstrumente 
 Die Geschichte der Geige gibt der Forschung eine Reihe von Rätseln auf, zu denen an erster Stelle die Entstehung der zur Violin-Familie gehörenden Instrumente Violine, Viola, Violoncello und – mit gewissen systematischen Einschränkungen – Kontrabass gehört. Wie genau verlief die Entwicklung von mittelalterlichen Streichinstrumenten wie der Fidel, dem Rebec, der Giga, dem Crwth und dem Trumscheit zur Viola da Braccio?  Aus welchen Gründen und über welche Zwischenstufen entstand schließlich die  Barockgeige , mit der im  Brescia der Zeit von Gasparo da Salò  und schließlich in den Cremoneser Werkstätten der Familien  Amati ,  Stradivari  und  Guarneri  jener Standard definiert wurde, der in den folgenden Jahrhunderten nur noch in Details verändert werden sollte? Obwohl die Wissenschaft bislang viele interessante Details jener für die abendländische Musik so wichtigen Epoche der Geigenbaugeschichte gefunden hat, ist eine lückenlose Darstellung der Geschichte der Geige immer noch ein Desiderat – und wird es wohl auch bleiben, denn es ist nicht zu erwarten, dass noch Instrumente aus jener Übergangszeit oder Aufzeichnungen maßgeblicher Geigenbauer gefunden werden.&amp;nbsp; 
 Übersicht: Die Geschichte der Geige 
 
  Die Entstehung der Geige und der Violin-Familie  
  Der Siegeszug der Violine durch die europäische Musikkultur  
  Von der Barockgeige zur modernen Violine  
  Geigenbau zwischen Tradition und Industrie  
  Die E-Geige als jüngste Innovation der Geigenbaugeschichte  
 
 Der Siegeszug der Violine durch die europäische Musikkultur 
 Sicher ist, dass die Geige nach ihrer „Erfindung“ in vergleichsweise kurzer Zeit von Oberitalien aus die höfische Musikkultur Mitteleuropas eroberte, zumeist in den Händen italienischer Musiker, deren Kunst den Bedarf an jenen faszinierenden neuen Instrumenten weckte und Instrumentenbauer entlang ihres Weges anregte, das neue Modell nachzuahmen. So entstanden regionale Geigenbauschulen wie die sächsische  Hopf-Violine  oder die alemannischen Geigen, aber auch eigenständige Traditionen wie die  Stainer-Geige , die sich einer denkbar großen Verbreitung und eines lang andauernden, stilprägenden Einflusses erfreuen konnte. 
 Von der Barockgeige zur modernen Violine 
 Im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert kam es schließlich zur vorläufig letzten grundlegenderen Weiterentwicklung der Geige, als die veränderte Konzertpraxis die Entstehung der modernen Violine anregte – als ein Instrument, das in seinen wesentlichen Elementen immer noch den klassischen Vorbildern der frühen Barockgeigenkunst von Cremona verpflichtet war, sich aber durch einen stärkeren und tragenderen Klang auszeichnete. Wie machtvoll die Wirkung des überlieferten Modells bei aller handwerklichen Innovation anhielt lässt sich nicht zuletzt daran ablesen, dass in dieser Epoche die meisten erhaltenen Barockgeigen modernisiert wurden und auch modernisiert werden konnten – in einem Akt, der historische Wertschätzung und Zerstörung virtuos verband. 
 Geigenbau zwischen Tradition und Industrie 
 Das moderne Geigenmodell differenzierte sich im Verlauf des 19. Jahrhunderts u. a. im italienischen, französischen, deutschen und englischen Geigenbau weiter aus und war von Anfang an eng mit der arbeitsteiligen Produktion im sog. Verlagswesen sowie Serienfertigung in Manufakturen und Industriebetrieben verbunden, die den im 19. Jahrhundert explosionsartig wachsenden globalen Bedarf bedienten; eine Rolle, die im späten 20. Jahrhundert weitgehend von chinesischen Unternehmen übernommen wurde. Wenngleich die Unterschiede zwischen klassisch-handwerklich gebauten  Meistergeigen  und „Massenprodukten“ offenkundig sind, erscheint es doch unangebracht, den industriellen Geigenbau als eine Erscheinung des Niedergangs traditioneller Musikkultur zu betrachten. Zum einen erreichte die Produktion der großen, global agierenden Unternehmen wie  J. T. L.  in Mirecourt,  Schuster &amp;amp; Co.  in Markneukirchen oder  Neuner &amp;amp; Hornsteiner  in Mittenwald rasch ein mehr als respektables Niveau, das auch gehobene musikalische Anforderungen mit passenden Produktlinien zu bedienen wusste; zum anderen fungierten eben diese Häuser als Inkubatoren ganzer Generationen von exzellenten Geigenbauern, die ihre Ausbildung hinter ihren Werkstoren durchliefen, um später zu erfolgreichen Schöpfern hochwertiger Meisterarbeiten zu reifen.&amp;nbsp;    
 Die E-Geige als jüngste Innovation der Geigenbaugeschichte 
 Das jüngste Kapitel in der Geschichte der Geige markiert die Erfindung der elektrisch verstärkten Violine ( E-Geige ), die aber im Unterschied zur  Barockgeige  oder zur modernen Violine ihre Vorgängermodelle nicht verdrängt hat, sondern eine stetig wachsende Nische musikalischer Anwendungen insbesondere in der Unterhaltungsmusik bedient. 
 &amp;nbsp; 
  Verwandte Beiträge:  
 Über die  Geschichte des Geigenbogens  
  Die Geige: Praktische Fragen zu Saiten, Kolophonium, Pflege und Spiel  
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  Der Wolf bei der Geige und beim Cello: Definition des Wolftons  
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                            <updated>2020-01-12T06:30:00+01:00</updated>
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            <title type="text">Amnon Weinsteins Violins of Hope</title>
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                                            Über die Violins of Hope als die berührendste Geigensammlung der Geschichte
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                 Eine unfreiwillige Zusammenkunft: Die Entstehung der Sammlung „Violins of Hope“ 
 Im Tel Aviv der 1940er Jahre, in der bewegten Zeit der israelischen Staatsgründung und des Unabhängigkeitskriegs, entstand in der Werkstatt Moshe Weinsteins nach und nach „Violins of Hope“, die berührendste Geigensammlung der Geschichte: Immer wieder brachten Überlebende des Holocaust ihre Instrumente zu ihm – oder die von Verwandten, denen die Flucht aus Europa nicht gelungen war: Einfachere Arbeiten unbekannter Geigenbauer, gute Instrumente von deutschen und jüdischen Meistern – und auch prachtvolle Geigen mit Davidstern-Intarsien, die zu Denkmalen der vernichteten osteuropäischen Klezmer-Kultur geworden waren, fanden Obdach bei dem Geigenbauer, der selbst im Jahr 1938 aus Wilna emigriert war und einen großen Teil seiner Familie verloren hatte. 
 Violins of hope: Übersicht 
 
  Moshe Weinstein und die Entstehung der Sammlung „Violins of Hope“  
  Die Trauerarbeit des Geigenbauers: Amnon Weinstein  
  Violins of Hope heute  
 
 Die Trauerarbeit des Geigenbauers: Amnon Weinstein restauriert und erforscht die Violins of Hope 
 Mehr als 50 Jahre lang ruhten die Violins of Hope, diese unfreiwillige Zusammenkunft ganz unterschiedlicher Violinen, in einem geschützten Winkel: Zeugen der Trauer und des Schmerzes, den ihre Besitzer nicht ertragen konnten. Und wie in vielen israelischen Familien dauerte es auch bei den Weinsteins mehr als eine Generation, bis Amnon Weinstein, der Sohn und Nachfolger Moshes, den Mut zur Begegnung mit der verstörenden Geschichte dieser Instrumente fand. 
 Angeregt von einem deutschen Praktikanten begann er, Informationen über die Instrumente und ihre einstigen Besitzer zu sammeln, und restaurierte die zum Teil stark beschädigten Violinen mit besonderer Sorgfalt und Hingabe – bald unterstützt von seinem Sohn Avshalom. 2006 begann das Projekt, das bald darauf den Namen „Violins of Hope“ bekommen sollte, Gestalt anzunehmen, mit einem Vortrag und einem Konzert in Istanbul. 
 Violins of Hope heute: Konzerte, Ausstellungen und Bildungsprogramme 
 Seither erklingen die rund 60 Violins of Hope weltweit auf namhaften Musikfestivals und bei Konzerten berühmter Orchester wie der Berliner Philharmoniker oder des Cleveland Orchestra – nicht selten unterstützt von erstklassigen Solisten wie Itzhak Perlman. In einem klugen Zusammenspiel mit begleitenden Ausstellungen und Veranstaltungen in Schulen schaffen die Violins of Hope einzigartige Zugänge zum Leben, zum Leiden und zur Kunst ihrer früheren Besitzer. 
 Informationen über die Violins of Hope, das Projekt sowie Amnon und Avshalom Weinstein sowie aktuelle Veranstaltungstermine sind auf der Projekt-Website zu finden. 
 &amp;nbsp; 
  Weiterführende Links:  
  Bibliothek  
  Rücknahme-Garantie  
  Inzahlungnahme  
  Versandkosten und Zahlungsarten  
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            <title type="text">Der Wolf bei der Geige und beim Cello - Definition des Wolftons</title>
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                                            Der Wolfton: Darf eine Geige oder ein gutes Cello einen Wolf haben? Erklärung der Wolfston-Frequenz bei Geige und Cello
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                 Darf eine Geige einen Wolf haben? 
 Cellisten und Kontrabassisten kennen ihn gut: Den Wolf! Das hinterhältige Klangphänomen kommt besonders oft bei den großen Streichinstrumenten vor, wesentlich seltener tritt der Wolf bei der Geige auf. Musiker, deren Instrument einen Wolfton hat, wissen nach kurzer Zeit genau, wo er liegt, und entwickeln intuitive Vermeidungsstrategien: Sie scheuen sich, den betroffenen Ton zu greifen, spielen unsicher oder entwickeln eine unsaubere Intonation, weil sie die Wolfsfrequenz zu umgehen versuchen.  Aber was ist „der Wolf“, und was sagt er über die Qualität des Streichinstruments aus? Ist es ein Mangel, wenn feine Geigen einen Wolf haben? 
 
  Was ist der Wolf? Eine Definition  
  Ursachen des Wolfs bei Geigen und anderen Streichinstrumenten  
  Kann man den Wolf einer Geige „töten“?  
 
 Was ist der Wolf bei der Geige und beim Cello? Eine Definition 
 Der Wolf oder Wolfton ist ein Ton, der sich auf einem Streichinstrument, Geige, Bratsche oder Cello, nicht gut oder praktisch gar nicht spielen lässt. Dieses Klangphänomen tritt vor allem beim leisen Spiel auf, wenn der Bogen mit wenig Druck geführt wird. Dann sind oft nur noch pfeifende Obertöne (Flageoletts) oder ein wischendes Geräusch zu hören. Besonders hartnäckige „Wölfe“ lassen sich nur mit starkem Druck überwinden; die Saite erklingt dann zwar in ihrer Grundschwingung, der Ton flattert aber unschön und reißt ab. Seinen Namen hat der Wolfton vermutlich vom heulenden Geräusch der Obertöne – oder er besagt, dass der Ton gewissermaßen vom Wolf „angefallen“ und „weggefressen“ wird.&amp;nbsp; 
 Ursachen des Wolfs bei Geigen und anderen Streichinstrumenten 
 Viele Musiker suchen die Schuld zuerst bei sich, wenn sie dem Wolf ihrer Geige zum ersten Mal begegnen. Aber selbst die feinste Spieltechnik richtet gegen ihn nur wenig oder nichts aus, und auch ein Wechsel der Saiten oder der Einsatz eines anderen Kolophoniums sind meist vergeblich. Denn der Wolfton kommt nicht von außen; seine Ursache ist die individuelle bauliche Gestalt des betroffenen Instruments. Vereinfacht gesagt, entsteht der Wolf, wenn ein Streichinstrument auf einer bestimmten Frequenz eine starke, ungedämpfte Eigenresonanz hat – und wenn diese Schwingung bei der Frequenz eines bestimmten Tones liegt. Wird dieser Ton angespielt, beginnt der Korpus so intensiv zu schwingen, dass die Schwingung der Saite überlagert oder komplett zum Erliegen gebracht wird. 
     
 Wo diese Frequenz liegt, ist baulich bedingt und bei jedem Instrument anders. Celli und Kontrabässe haben deutlich häufiger einen Wolf als Geigen, da bei ihnen der Korpus im Verhältnis zu ihrer Stimmung zu klein ist. Auf der Geige ist der Wolf normalerweise bei F oder F#. Beim Cello liegt der Wolf in der Regel beim F oder F#, seltener tiefer, kann aber bis zum D auftreten. 
 Bei Geigen gilt der Wolf oft fälschlicherweise als baulicher Fehler. Hochwertige, feine Geigen sollten also keinen Wolf haben. Aber es spricht nicht sofort gegen die Qualität einer teuren Geige, wenn einzelne Töne schwerer ansprechen. Violinen historischer Meister sind oft dafür bekannt, dass sie überaus eigenwillig zu spielen sind; hier kann ein Misston tatsächlich mehr mit den spielerischen Fähigkeiten des Musikers zu tun haben, oder er verschwindet, wenn er das Instrument gut genug kennengelernt hat. Eine gute Klangeinstellung vermag manchen Wolf zu beseitigen. 
 Kann man den Wolf einer Geige „töten“? 
 Für Celli gibt es bewährte Methoden, den Wolfston einzudämmen oder zu eliminieren. Sog. „Wolftöter“ werden am frei schwingenden Ende einer Saite angebracht und so austariert, dass sie die problematische Frequenz dämpfen. Bei Geigen ist in der Regel eine klangliche Überarbeitung bzw. Optimierung des Instruments erforderlich, die sich meistens auch auf seinen gesamten Klangcharakter auswirkt. Der Geigenbauer versucht dabei, die Wolfsfrequenz in einen Bereich zwischen zwei Tönen zu verlagern, sodass sie beim normalen Musizieren nur noch selten oder möglichst nie mehr gebraucht wird. Der Wolf ist dann also immer noch da, aber musikalisch „versteckt“. 
 &amp;nbsp; 
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  Zeitgenössische Geigenbauer  
  Geigenbauer in Mittenwald  - Zeitgenössische Meister pflegen ihre Tradition in lebendiger Handwerkskunst 
 Der  Geigenbauwettbewerb Mittenwald  und andere internationale Geigenbauwettbewerbe im Überblick 
 Originally published by Corilon violins. 
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            <title type="text">Die E-Geige: Ratgeber zu technischen Standards</title>
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                                            Wie beurteile ich die Qualität einer E-Geige? Ratgeber zu technischen Standards und Qualitätsmerkmalen von E-Geigen und elektrischen Geigen. 
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                 Elektrische Geigen: Überblick technischer Standards und Ratgeber für den Kauf einer E-Geige. Wie beurteile ich die Qualität einer E-Geige? 
 Die  E-Geige  ist immer noch ein Exot in der Welt der Streichinstrumente, besonders wenn klassische Musiker wie Nigel Kennedy sie zur Hand nehmen. Das doppelte Vorurteil, es handle sich bei diesen Instrumenten um nicht viel mehr als eine technische Spielerei und ihr Einsatz sei eigentlich auf Popularmusik im weiteren Sinne beschränkt, erscheint allerdings unbegründet: Tatsächlich können gute  E-Geigen  durchaus hohen künstlerischen Ansprüchen genügen und in den verschiedensten Genres, auch und nicht zuletzt im Klassikbereich, Verwendung finden – ganz abgesehen davon, dass E-Geigen in klanglicher Hinsicht spannende künstlerische Möglichkeiten eröffnen. 
 Die E-Geige: Übersicht 
 
  Technische Standards der Klangerzeugung bei der E-Geige  
  Die E-Geige in der Praxis  
  Qualitätsmerkmale von E-Geigen 
   
 
 
 Technische Standards der Klangerzeugung bei der E-Geige 
 Voll-elektrische, batteriebetriebene Geigen werden auch als „stumme Violinen“ bezeichnet. Wie  klassische Streichinstrumente  erzeugen stumme Geigen mechanische Schwingungen, die ein elektro-akustischer Wandler in elektrische Spannungen bzw. Audiosignale umwandelt. Bei diesen Wandlern handelt es sich in aller Regel um piezoelektrische Tonabnehmer (Pick-ups), die zum Beispiel unter dem Steg angebracht werden; über einen Akustikverstärker wird der Klang hörbar gemacht. Im Falle der stummen Violinen kommen normalerweise aktive Pick-ups zum Einsatz, die mit Vorverstärkern und Equalizern versehen sind und somit eine Bearbeitung des Klangs erlauben. Mitunter – speziell bei hochwertigen Modellen – befinden sich diese Elemente und Effektgeräte in einer separaten Kontrollbox. Elektro-akustische Violinen, die auch unverstärkt spielbar sind, arbeiten eher mit passiven Tonabnehmern, die praktisch keine weitere Bearbeitung des Klangs zulassen und leiser, dafür aber auch wärmer klingen. Um in großen Sälen und evtl. im Zusammenspiel mit anderen verstärkten Instrumenten die nötige Lautstärke zu erzielen, empfiehlt sich eine Aktivbox, die Verstärker und Lautsprecher in einem Gehäuse vereint. 
 Die E-Geige in der Praxis 
 Neben der Erzeugung größerer Lautstärken und der Möglichkeit zu interessanten Klangexperimenten verfügt die E-Geige auch noch über eine Reihe weiterer Vorteile: Zum einen sind mit E-Geigen Studioaufnahmen viel einfacher durchführbar – nämlich indem sie, ganz ohne Mikrophone, einfach an den Computer angeschlossen werden. Zum anderen ist es natürlich möglich, den Ton ausschließlich über Kopfhörer auszugeben; so kann, ähnlich wie mit Hilfe der  stummen Übungsgeige , die klassische Geigenbauer bereits um die vorletzte Jahrhundertwende fertigten, vollkommen lautlos geübt werden. 
 In der Spielweise unterscheidet sich die viersaitige E-Violine nicht wesentlich von der akustischen Geige und ist somit theoretisch auch für Anfänger geeignet. Für beide kann ein normaler Geigenborgen verwendet werden. Allerdings haben elektrische Geigen unter Umständen ein höheres Gewicht, vor allem wenn der Vorverstärker bereits eingebaut ist. Zudem kann, je nach Form, die Gewichtsverteilung einer E-Geige etwas anders ausfallen als diejenige einer akustischen.  In den letzten Jahren hat sich eine bemerkenswerte Formenvielfalt herausgebildet: Da ein Korpus für die Klangerzeugung nicht notwendig ist, wird dieser oft entweder ganz weggelassen oder erfährt eine extravagante Gestaltung. So sind heute E-Geigen in Form eines F-Lochs, eines Dollarzeichens, einer Note oder gar eines Totenkopfes erhältlich. Überdies können sie zusätzlich mit Bünden, zusätzlichen Saiten, Bariton-Saiten oder sonstigen Extras ausgestattet werden. 
 Qualitätsmerkmale von E-Geigen 
 Unbedingt zu beachten ist, dass gerade die preisgünstigeren E-Geigen möglicherweise nicht ideal in der Hand liegen oder nicht für die Anbringung von Schulterstützen geeignet sind. In Sachen Praktikabilität können die Qualitätsunterschiede also mitunter beträchtlich sein. Ähnliches gilt für den Ton: Einen wirklich authentischen Geigenklang erzeugen nur hochwertige E-Violinen. Dies sollten besonders Anfänger berücksichtigen, für deren Intonationstraining eine direkte, saubere Klangübertragung besonders wichtig ist. 
 Ein großer Fortschritt in der Weiterentwicklung von E-Violinen gelang mit der Einführung elektromagnetischer Tonabnehmer für Streichinstrumente. Hier ist, wie bisher nur bei E-Gitarren und E-Bässen üblich, ein sog. Humbucker direkt in das Instrument integriert. Dieser erlaubt eine saubere Tonabnahme ohne Nebengeräusche oder Rückkopplungseffekte – eines der größten Probleme, die sich beim Einsatz von piezoelektrischen Pick-ups ergeben. Nachdem sich schon mehrere Instrumentenbauer an diesem System versucht hatten – unter anderem Leo Fender, der Erfinder der E-Gitarre –, wurde die erste nach diesem Prinzip funktionierende  E-Geige  erst im Jahr 2011 von dem  Münchener Geigenbaumeister  Wolfgang Löffler zum Patent angemeldet. 
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                            <updated>2019-08-09T17:07:00+02:00</updated>
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            <title type="text">Der Klassikbogen </title>
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                                            Der Klassikbogen: Die Konsolidierung des Streichbogenbaus in der klassischen Phase des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts. (Geschichte des Geigenbogens, Teil II) 
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                 Der Klassikbogen: Die Konsolidierung des Streichbogenbaus in der klassischen Phase (spätes 18. und frühes 19. Jahrhundert) 
 Der Begriff „ Klassikbogen “ umfasst zwar kein so weites Spektrum unterschiedlicher Bogentypen und baulicher Variationen wie der „ Barockbogen “, ist als Terminus aber kaum weniger missverständlich, insofern er einen Kanon bestimmter Bautypen suggeriert, der gerade erst im Entstehen begriffen war. Sachlich angemessener ist daher die englische Bezeichnung „transitional bow“, denn die klassische Phase der Bogenbaugeschichte ist genau genommen eine kurze, an allen Seiten offene Epoche der Konsolidierung errungener Fortschritte. 
 Wie in der Barockzeit war es wiederum die Musik, von der die entscheidenden Impulse zur Weiterentwicklung des  Geigenbogens  ausgingen. Standen dabei im 17. und frühen 18. Jahrhundert die Anforderungen immer anspruchsvollerer, solistisch orientierter Kompositionen im Vordergrund, so rückte im späten 18. Jahrhundert die bürgerliche Konzertpraxis in den Míttelpunkt, die einen kräftigen, auch in großen Räumen tragenden Geigenklang verlangte. Die Geige hatte sich als Solo-Instrument etabliert, das auch in der Lage sein musste, größere Klangkörper wie ein symphonisches Orchester zu dominieren. Ganz dem erwachenden Interesse am Genie entsprechend orientierte sich die Musikwelt dieser Zeit an herausragenden Virtuosen, deren Spiel sich gerade durch eine facettenreiche Bogentechnik auszeichnete. 
 Hier ist an erster Stelle der Solist und Komponist  Giovanni Battista Viotti  (1755-1824) zu nennen, der als einer der Väter des modernen Violinspiels gilt und dessen Motto „Le violon – c‘est l‘archet!“ die Rolle des Bogens hervorhebt wie zuvor wohl nur Arcangelo Corelli. Unter dem Einfluss Viottis, aber auch anderer, bis heute legendärer Solisten wie Rodolphe Kreutzer (1766-1831) und Niccolò Paganini (1782-1840) fanden die entscheidenden Entwicklungsschritte statt, die schließlich vom Klassikbogen zum  modernen Violinbogen  führten:  John Dodd  (1752-1839) verbesserte die Bruchfestigkeit der Stange durch ein neues Verfahren der Holzspaltung; der  Markneukirchener Bogenbauer  Christian Wilhelm Knopf (1767-1837) erfand die Froschbahn aus Metall und eliminierte damit eine entscheidende Schwachstelle der barocken Schraubmechanik. Der sog. „ Cramer-Bogen “ mit seinem charakteristischen, hohen und hammerförmigen Kopf, einer festen und konkav gebogenen Stange und Schraubfrosch wurde zum beliebtesten Bogen der großen Solisten – bis  François Xavier Tourte  den klassischen Bogenbau durch sein modernes Bogenmodell vollendete und mit ihm eine neue Epoche begründete. 
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 Die  Barockgeige  - mehr als Darmsaiten 
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            <title type="text">Der Barockbogen </title>
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                                            Der Barockbogen als Teil einer musikalischen Revolution: Geigenbau, Musik und Bogenbau im 17. und 18. Jh. (Geschichte des Geigenbogens, Teil I)
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                 Der Barockbogen als Teil einer musikalischen Revolution: Geigenbau, Musik und Bogenbau im 17. und 18. Jh. 
 Die Entwicklung des Barockbogens ist eine Geschichte von Versuch und Irrtum, eine Wechselwirkung von Handwerk und Musik, in deren Verlauf die unterschiedlichsten Bogenmodelle entworfen, variiert und verbessert wurden. Mit der Erfindung der Geige, genauer der  Barockgeige , im späten 16. Jahrhundert erreichte der Streichinstrumentenbau ein Optimum, das eine musikalische Revolution auslöste. Rasch emanzipierte sich die Geige, deren Vorläufer doch vor allem Rhythmusgeber auf den Tanzböden von Hochzeiten und Volksfesten waren, von ihrer verachteten Herkunft. 
 An einen adäquaten Geigenbogen aber dachten die ersten Meister des Geigenbaus nicht, und so fanden die spätmittelalterlichen Modelle weiter Verwendung, mit denen zuvor Fiedel und Rebec gespielt worden waren. Viele dieser Bögen waren ausgesprochene Rhythmusinstrumente, manche nur 20 bis 30 cm kurz und stark konvex gebogen, in ihren Spielmöglichkeiten durch Faust- oder Untergriff zusätzlich begrenzt. 
 Der Barockbogen – Übersicht: 
 
  Musikalische Ursachen für die Entwicklung des Barockbogens  
  Der Barockbogen – bauliche Charakteristika  
  Lust am ästhetischen Spiel: Die Material- und Formenvielfalt des Barockbogens  
 
 Musikalische Ursachen für die Entwicklung des Barockbogens 
 Während insbesondere die französische Barockmusik zunächst am Formenkanon der Tanzmusik orientiert blieb und daher wenig Anlass bot, die Führung und den Bau des Geigenbogens zu erneuern, gab es in Italien ein lebhaftes Interesse am cantablen Spiel. Hier bevorzugte man bald den Obergriff und erschloss der Geige damit neue Klänge und Spielmöglichkeiten: Mit dem „italienischen“ Griff (im Unterschied zum „französischen“ Untergriff) konnte der Strich sensibler kontrolliert und weiter modelliert werden, legato und springende Techniken fanden Eingang in das solistischer werdende Spiel, und durch die Verwendung längerer Bögen wurden längere Töne und Tonfolgen möglich. 
 Der Barockbogen – bauliche Charakteristika 
  Arcangelo Corelli  (1653-1713) veränderte durch seine auf dem langen Barockbogen aufbauenden Kompositionen den Charakter der Geige grundlegend, deren Klangideal sich immer mehr dem Gesang annäherte. Die Einführung des längerer Bögen zog eine Reihe baulicher Veränderungen nach sich, insbesondere eine Erhöhung des Kopfes, um eine gleichmäßigere Gewichtsverteilung und Bespielbarkeit der vollen Bogenlänge zu erreichen. Barockbögen mit niedrigerer Biegung wurden beliebter, bis die gerade bzw. leicht konkave Form erreicht war. Hatte der Spieler die Bogenspannung zuvor durch den Griff selbst hergestellt, z. B. durch Druck des Daumens, ermöglichten nun steckbare Frösche und der sog. Zahnstangenbogen eine immer variablere Spannung, bis sich der Schraubfrosch als Standard durchsetzte. 
 Lust am ästhetischen Spiel: Die Material- und Formenvielfalt des Barockbogens 
 Mit diesen technischen Verbesserungen einhergehend wurde auch die ästhetische Gestaltung des Barockbogens aufwendiger. Hochwertige Hölzer, vor allem das sehr harte Schlangenholz, wurden kunstvoll bearbeitet, Stangen mit Kannellierungen versehen, Frösche und Köpfe in ausgefallenen Formen gearbeitet und verziert. Normen oder ein typisches Modell des Barockbogens aber entwickelten sich nicht; typisch barock ist vielmehr die Vielfalt der Formen und Gestaltungen wie auch bei den Violinen. 
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  Ludwig Bausch  – Der „deutsche“ Tourte 
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                            <updated>2019-08-09T16:45:00+02:00</updated>
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            <title type="text">Der Geigenbogen: Eine kurze Darstellung seiner Geschichte</title>
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                                            Die Geschichte des Geigenbogens ist die Klanggeschichte der Geige: Eine kurze historische Übersicht
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                 Die Geschichte des Geigenbogens ist die Klanggeschichte der Geige: Definition und kurze historische Übersicht 
 Die Geschichte des Geigenbogens ist ein oft vernachlässigtes Kapitel der Geigenbaugeschichte, oder anders: sie ist als die Geschichte des Geigenklanges ein zentrales Kapitel der Instrumentengeschichte. Erst der Geigenbogen erweckt die Stimme der Geige zum Leben, und die Komposition von Stange, Frosch, Bogenkopf und Bespannung verrät mindestens so viel über die Instrumente einer Epoche wie etwa die Höhe ihrer Wölbung oder die  Lackierung . Dabei folgt die Entwicklung von Geigenbogen und Geige einem wiederkehrenden Modell wechselseitiger Beeinflussung von musikalischem und handwerklich-technischem Fortschritt: Jede bedeutende Innovation im Geigenbau folgte neuen musikalischen Ansprüchen oder schuf ihre Voraussetzungen – aber erst ein neues Bogenmodell löste sie ein. Mit jeder Etappe in der  Geschichte des Bogenbaus  wurde ein Klangversprechen Wirklichkeit, und wer fragt, wie die Geige zu einem führenden Instrument der europäischen Musiktradition geworden ist, kann gute Antworten finden, indem er sich dem Geigenbogen widmet. 
 Unsere drei Kapitel umfassende einführenden Darstellung skizziert die Entwicklung des Geigenbogens:&amp;nbsp; 
 
 
  Teil 1: Der Barockbogen : Der Barockbogen als Teil einer musikalischen Revolution 
 
 
  Teil 2: Der Klassikbogen : Die Konsolidierung des Streichbogenbaus in der klassischen Phase (spätes 18. und frühes 19. Jahrhundert) 
 
 
  Teil 3: Der moderne Geigenbogen : Die neue Klassik des Bogenbaus nach dem großen François Xavier Tourte 
 
 
 &amp;nbsp; 
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 &amp;nbsp; 
  Weiterführende Links:  
  Bibliothek  
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  Versandkosten und Zahlungsarten  
     
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            <title type="text">Die Barockgeige - Mehr als Darmsaiten</title>
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                                            Barockgeige - oder Barockvioline? Die Frage nach der Barockgeige kennt keine eindeutigen Antworten: Anmerkungen zu einem retrospektiven Begriff
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                 Die Frage nach der Barockgeige kennt keine eindeutigen Antworten: Anmerkungen zu einem retrospektiven Begriff 
 Nie wurde die  Barockgeige  so geliebt wie in der Gegenwart: Seit den 1950er Jahren wächst das Renommee barocker Streichinstrumente, im gleichen Maße, in dem die historische Aufführungspraxis von einer Revolution zu einem anerkannten Interpretations-Standard avancierte. Längst ist der Ton der  Barockvioline  – „leise, aber von süßer Schärfe“, nach dem Diktum von Nikolaus Harnoncourt – nicht mehr nur eine Angelegenheit verschworener Zirkel Alter Musik. Vielmehr scheint er gerade einer lauten, akustisch überladenen Zeit wie der unseren gemäß zu sein. Dabei gerät leicht in Vergessenheit, dass schon das Wort „Barockgeige“ jung und schillernd ist, wenigstens, wenn man darunter mehr als ein mit Darmsaiten bespanntes Streichinstrument versteht. 
 Die Barockgeige – Übersicht 
 
  Die Entstehung der Barockgeige ist die Entstehung der Geige  
  Musikalische Determinanten der Entwicklung der Barockgeige  
  Definition in Abgrenzung zur modernen Geige  
  Die Barockgeige und das neue Interesse an Alter Musik  
  Barockgeigen heute  
  Barockgeigen kaufen  
 
 &amp;nbsp; 
 Die Entstehung der Barockgeige ist die Entstehung der Geige 
 Wie viele historische Begriffe ist auch die „Barockvioline“ eine Erfindung im Rückblick, eine Verallgemeinerung, die erst dadurch möglich wurde, dass sich die geigenbauerischen Innovationen des 19. Jahrhunderts gegenüber den Charakteristika älterer, „barocker“ Streichinstrumente abgrenzten. Der Begriff setzt also nicht nur das Ende des „barocken Zeitalters“ voraus, sondern auch die Etablierung des modernen Violinstandards; dieser hatte sich in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts angekündigt und war mit Beginn des 19. Jahrhunderts weitgehend ausformuliert und durchgesetzt. 
 Musikalische Determinanten der Entwicklung der Barockgeige 
 Dabei fallen die Epochen der Barockmusik und des „barocken“ Geigenbaus weder zusammen, noch sind sie voneinander zu trennen: In ähnlicher Weise wie bei der  Antonio Stradivari &amp;nbsp;und von Guarneri del Gesù die Summe einer langen Entwicklung gezogen wurde und Instrumente mit vollendeten Klangqualitäten entstanden, gingen die Komponisten der Bologneser Schule, am Hof von Mantua und nicht zuletzt der große Arcangelo Corelli entscheidende Schritte zur virtuosen Streichmusik des Frühbarock.&amp;nbsp;    
 Definition in Abgrenzung zur modernen Geige 
 Diese wechselseitige Beeinflussung führte die etablierten Standards im Streichinstrumentenbau während des 18. Jahrhunderts wiederum an ihre Grenzen. Die weiter gewachsenen Repräsentationsbedürfnisse der absolutistischen Herrscher und die bürgerliche Konzertpraxis seit der Französischen Revolution verlangten erneut nach einer  Steigerung der Klangkraft : Größere Aufführungsformate und Ensembles begründeten dabei ebenso ein neues Interesse an den klangstärkeren Instrumenten von  Stimmstock und Bassbalken  auf das Schwingungsverhalten des ganzen Instrumentes eher zufällig entdeckt, auf der Suche nach einer Möglichkeit, die Decke gegen den gesteigerten Saitendruck abzusichern. Nun ließen die weiter veränderten physikalischen Verhältnisse kräftigere Stimmen und verlängerte,  stärkere Bassbalken  erforderlich werden, von denen letztere zudem nicht mehr aus dem Holz der Decke herausgearbeitet, sondern aufgeleimt wurden. Noch unbemerkt war mit diesen Grundzügen des modernen Geigenbaus auch eine Definition der Barockgeige entstanden, und sei es nur als Summe der Charakteristika einer überwundenen, alten Bauart. 
 Die Barockgeige und das neue Interesse an Alter Musik 
 Weitere Veränderungen, insbesondere der  Wechsel von Darmsaiten zu Saiten aus Stahl  oder Kunststoff im 20. Jahrhundert, und die kontinuierliche Anhebung des Kammertons, festigten die Geltung dieses neuen Violinstandards. Fast zeitgleich setzte ein spezifisches Interesse an Alter Musik und den zugehörigen Instrumenten ein, für das im frühen 20. Jahrhundert Ensembles wie die „Société de concerts des instruments anciens“ und die „Deutsche Vereinigung für Alte Musik“ stehen. Spätestens mit der Etablierung der historischen Aufführungspraxis bestand damit auch für den Geigenbau ein neuer Anlass, sich mit der vormodernen Bauweise von Streichinstrumenten zu befassen. Heute unternehmen nicht wenige Geigenbauer gern experimentelle Ausflüge in dieses Sujet, und manche Werkstätten haben sich auf den Bau und die Reparatur barocker Streichinstrumente vollständig spezialisiert. Unabhängig von eindeutig zuordbaren, epochenbezogenen baulichen Merkmalen, lassen sich Barockgeigen in vier instrumentengeschichtliche Gruppen einteilen: 
 
  die antiken, vormodernen Instrumente , die von der Entstehung der Violinfamilie bis zur Durchsetzung des modernen Standards gebaut wurden; sie sind nur sehr selten noch in ihrem originalen Zustand erhalten, s. b), 
  Barockinstrumente,  die um die Wende zum 19. Jahrhundert „all&#039;uso di Parigi“, also nach der Art der führenden Pariser Modernisierer umgebaut wurden, 
  recht selten vorkommende, anachronistische Barockgeigen des 19. Jahrhunderts  und 
  Kopien bzw. Nachbauten der jüngeren Zeit  und der Gegenwart, die ihren Teil zur Entwicklung eines relativ einheitlichen barocken Geigenbau-Stils geleistet haben. 
 
 Barockgeigen heute 
 Innerhalb der in ihrem  ursprünglichen Zustand  erhaltenen Barockgeigen fällt eine nähere Festlegung also schwer, die nicht ex negativo von der modernen Geige abgeleitet ist. Anders gesagt, scheint gerade die  atemberaubende Vielfalt  das typischste Merkmal vormoderner Geigen zu sein, die sich an den Originalen des 16. bis 18. Jahrhunderts ablesen lässt. Wenig normiert, weit offen für regionale und familiäre Traditionen, ist hier eine der komplexesten und interessantesten Kulturleistungen Europas in ihrer über Generationen reifenden Entwicklung zu beobachten. Und keineswegs waren alle ihre Erzeugnisse von jenem oben genannten, leisen und süß-scharfen Klang; dieser ist seinerseits vielleicht weniger als ein historisches Charakteristikum zu werten, denn als eine Erwartung und ein Klangideal, das im Kontext der Rückbesinnung auf eine Zeit entstand, aus der weder Tonaufnahmen noch durchweg verlässliche Texte vorliegen. Vermutlich ist es gerade diese Uneindeutigkeit, die den Pionieren der Alten Musik einen Weg aus der zunehmend normierten Welt des 19. Jahrhunderts wies, und die heute den großen künstlerischen Freiraum in der Interpretation Alter Musik eröffnet. Tatsächlich gehört barocke Spieltechnik mittlerweile zur  Streicher-Ausbildung , mindestens im Studium, und die Konzerte und Veröffentlichungen der letzten Jahre strafen den alten Vorwurf musealer Stagnation gründlich Lügen, der die historische Aufführungspraxis lange begleitet hat. So ist man am Ende wieder auf die musikalische Praxis zurückverwiesen, wenn man bestimmen will, was die Barockvioline nun wirklich ist – ein schöner Zug der Musikgeschichte! 
 &amp;nbsp; 
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                            <updated>2019-08-09T16:17:00+02:00</updated>
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            <title type="text">François Xavier Tourte und der moderne Geigenbogen </title>
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                                            Der moderne Geigenbogen, F.X. Tourte und die neue Klassik des Bogenbaus nach dem großen François Xavier Tourte
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                 Der moderne Geigenbogen und die neue Klassik des Bogenbaus nach dem großen François Xavier Tourte 
 Anders als die von fließender Veränderung geprägte klassische und  barocke Epoche des Bogenbaus  kennt die Moderne ihren Begründer und Klassiker, den als „Stradivari des Bogenbaus“ unangefochtenen  François Xavier Tourte  (1747/48-1835). Der Sohn eines Bogenbauers wurde vermutlich zunächst als Uhrmacher ausgebildet, bevor er in die inzwischen von seinem älteren Bruder Léonard Tourte geführte Bogenbauer-Werkstatt eintrat und das väterliche Handwerk erlernte. 
 François Xavier Tourte und der moderne Geigenbogen – Inhalt: 
 
  Das Bogenmodell von François Xavier Tourte  
  Spieleigenschaften des modernen Geigenbogens nach Tourte  
  Der Carbonbogen  
 
 Das Bogenmodell von François Xavier Tourte 
 François Xavier Tourte nahm in sein Bogenmodell die Errungenschaften des  klassischen Bogenbaus  auf und vervollkommnete sie, stets orientiert an den wachsenden Anforderungen der großen Solisten. Zu François Xavier Tourtes frühesten und nie wiederrufenen Festlegungen gehört die Verwendung hochwertigen Fernambukholzes, das ihm seine physikalisch höchst komplizierte Stangenform ermöglichte und als natürlicher Werkstoff bis heute unübertroffen ist. Die logarithmische Verjüngung der reifen Tourte Bögen stellt in ihrer mathematischen Komplexität und den mit ihr verbundenen messtechnischen Anforderungen eine außerordentliche und historische Leistung dar. Erst der große  Jean-Baptiste Vuillaume  (1798-1875) konnte ihre Gesetzmäßigkeiten mit dem Abstand einer Generation nachvollziehen und beschreiben. 
 Spieleigenschaften des modernen Geigenbogens nach Tourte 
 Für den immensen Erfolg, dessen sich François Xavier Tourte schon zu Lebzeiten erfreuen konnte, waren aber nicht die mathematische Rafinesse, sondern die idealen Spieleigenschaften seiner Bögen verantwortlich. Perfekt ausbalanciert, mit schneller Ansprache und Reaktionsgeschwindigkeit durch eine starke Innenwölbung eröffnete der Tourte Bogen das historisch weiteste Spektrum an Spieltechniken, vom vollen Cantabile-Spiel bis zu neuen springenden Techniken wie Saltando, Ricochet und Sautillé. Bis hin zur Form des Kopfes und der Befestigung der erneut verbreiterten und verstärkten Bespannung gestaltete Tourte sein vollendetes Bogenmodell, das – ähnlich der cremoneser Geige – in seiner Nachfolge nur noch marginal verändert wurde. Zu François Xavier Tourtes größten Erben zählen der „deutsche Tourte“  Ludwig Christian August Bausch  (1805-1871),  François Nicolas Voirin  (1833-1885) und nicht zuletzt der große  Eugène Sartory  (1871-1946).&amp;nbsp; 
 Der Carbonbogen 
 Die jüngste Entwicklungsstufe des modernen Bogenbaus sind Bögen aus Verbundwerkstoffen wie Glasfaser und Kohlefaser bzw.  Karbon , die seit den 1960er bzw. 1990er Jahren hergestellt werden und inzwischen auf einem sehr guten Niveau produziert werden. Ihre Erfindung ist nicht zuletzt eine Antwort auf den Mangel an hochwertigem Fernambuk, seit die Bestände des Fernambuk-Baums  Caesalpina echinata  durch die Ausweitung landwirtschaftlicher Flächen und die hohe Bautätigkeit an seinen wichtigsten brasilianischen Standorten stark zurückgehen. 
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  Joseph Alfred Lamy Père  – Eine Schlüsselfigur des modernen Bogenbaus 
  John Dodd  – eine Legende von Austernschalen und Silberlöffeln 
  James Tubbs : Der Klassiker des englischen Streichbogenbaus 
 Originally published by Corilon violins. 
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            <title type="text">Die Geige: Auswahl, Herkunft, Wert und Zertifikat </title>
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                                            Ein Ratgeber von Corilon violins zur ersten Bewertung alter Geigen. Über Herkunft, Alter, Wert und Zertifikat
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                 Ratgeber von Corilon violins zur ersten Bewertung alter Geigen. Über Herkunft, Alter, Wert und Zertifikat. 
 Die  Geige  ist für ihren Besitzer ein eng vertrauter musikalischer Partner – und doch stets ein Werk voller Rätsel, das nie ganz durchschaubar ist. Die meisten Musiker entwickeln im Laufe der Zeit ein tiefes, intuitives Einverständnis mit ihrem alten Streichinstrument, doch sobald über den Wert oder Erwerb einer anderen Geige zu entscheiden ist, brechen zahllose Fragen auf. Seit vielen Jahren beraten unsere Experten Instrumentalisten weltweit bei der Suche von den passenden Geigen, und stellen auf dieser Seite Informationen zusammen, die sich für eine erste  Bewertung alter Geigen &amp;nbsp;als besonders wichtig erwiesen haben. Wertvolle Einblicke in die Preise und Kosten von Geigen erhalten Sie in unserer umfassenden Übersicht: Über die  Preise von alten und neuen Geigen . 
  Beliebte Instrumente:&amp;nbsp;  Cremoneser Geigen  &amp;nbsp;|&amp;nbsp;  Italienische Geigen  &amp;nbsp;|&amp;nbsp;  Feine Violinen     
 Übersicht unseres Ratgebers zum&amp;nbsp; Kauf einer Geige : 
 
  Allgemeine Qualitätsmerkmale von Geigen       
  Alter und Herkunft einer Geige  
  Wert einer Geige, Gutachten, Bewertung und Zertifikat  
  Was kostet eine Geige?  
 
 Allgemeine Qualitätsmerkmale von Geigen 
 
 Woran erkennt man gute Geigen? 
 Was ist eine Geige wert? 
 Welche sind die besten Geigen? 
 
     
 &amp;nbsp; 
 Ein geeigneter Ausgangspunkt, um die Qualität einer Geige zu beurteilen, sind die Materialien, die für den Bau verwendet wurden. Dabei fällt der Blick meist zuerst auf die Maserung der  Hölzer , aus denen der Korpus, aber auch Hals und Schnecke gefertigt wurden. Eine enges bis mittelweites – bzw. „fein- bis mitteljähriges“ – Muster der Jahresringe gilt allgemein als Qualitätsmerkmal für Fichtenholz, aus dem in den meisten Fällen die Decke besteht. Auch die Regelmäßigkeit des Wuches spricht für eine gute Qualität des gewählten Tonholzes. Ahorn und Bergahorn, aus dem die Böden, Zargen und Hälse der meisten Streichinstrumente gefertigt sind, zeigt oft eine interessante Flammung, die ebenfalls deutlich sichtbar Rückschlüsse auf die Struktur des Holzes zulässt. 
 So können eine Decke aus sehr regelmäßiger, fein- bis mitteljähriger Fichte und ein Boden aus schön geflammtem Ahorn als erste Hinweise auf die gute Materialqualität der Geige gewertet werden. Aber wie immer gibt es keine Regel ohne Ausnahme – und das gilt im Geigenbau besonders, wie in allen anspruchsvollen Kunsthandwerken. So ist z. B. das Holz der Haselfichte ein besonders geschätzter Werkstoff für den Geigenbau, wegen seiner guten physikalischen Eigenschaften – und gerade dieses Holz ist an einer charakteristischen Unregelmäßigkeit, den sog. Haseln gut zu erkennen. Weiterhin zeichnen sich bestimmte regionale Traditionen bzw. einzelne Geigenbauer durch eine Vorliebe für unkonventionelle Hölzer aus. So scheint es beispielsweise bei  italienischen Geigen , als wollten viele italienische Meister gerade dadurch ihre Erfahrung und ihr Können demonstrieren, dass sie unregelmäßig gewachsenes oder wurmstichiges Holz wählen – und nicht selten geben ihnen die ästhetisch ausgefallenen, aber vorzüglich klingenden Geigen Recht, die sie seit den Tagen Guarneris aus solchem „minderwertigem“ Material erschaffen. 
 Einen Sonderfall im Bereich der Hölzer, aus denen alte Geigen bestehen, stellt das  Griffbrett  dar. Hochwertigere Geigen, die bis ca. 1900 gebaut wurden, erhielten in aller Regel ein Griffbrett aus massivem Ebenholz, während andere Harthölzer wie z. B. Buche als weniger wertvolle Alternativen galten. Auch weichere Hölzer fanden gelegentlich Anwendung - auch auch hochwertigeren Instrumenten aus Mirecourt und Mittenwald - besonders in den Kriegsjahren Anfang des 20. Jahrhunderts, was in keinem Fall aber mit klanglichen Einbußen einhergeht. Gerade bei älteren Geigen, etwa bei der  Barockgeige , wurden Griffbretter oft aus solchen Hölzern gearbeitet und mit Ebenholzfurnier belegt, oder auch einfach nur schwarz lackiert. An besonders beanspruchten Stellen tritt häufig das darunter liegende Material in hellerer Farbe hervor. Ebenholz war in den ersten Jahrhunderten des Geigenbaus ein überaus seltenes und teures Holz, und seine Verwendung kann deshalb als Hinweis verstanden werden, dass eine Geige für einen anspruchsvollen Käufer gebaut wurde – in angemessener Qualität. Für neuere Instrumente gilt diese Regel allerdings nicht mehr, da auch für einfachste Geigen aus industrieller Produktion ausreichend Ebenholz zur Verfügung steht, wenn auch meist in minderwertiger Qualität. 
 Neben den Hölzern ist auch der  Lack  ein Merkmal, an dem Qualitätsunterschiede gut ablesbar sind. Um die Lacke der alten  italienischen Meister von Cremona  ranken sich bekanntermaßen zahllose Legenden, und wenn der Lack heute auch nicht mehr als entscheidend für den Klang einer Geige angesehen wird, ist er doch eine besonders auffällige Visitenkarte des Geigenbauers, wie etwa der zeitgenössische Geigenbauer  Christoph Götting , der den Methoden der alten Meister durch genaues Beobachten sehr nah gekommen ist. Das Lackbild einer Geige spielt damit für die Bestimmung ihrer Herkunft eine wichtige Rolle (s.u.), es demonstriert aber auch, wie groß die Sorgfalt und der zeitliche Aufwand waren, die ihr Bau erfordert hat. So sind viele italienische Geigen&amp;nbsp;nicht zuletzt für ihren meist üppigen  Öllack  berühmt, die von manchen Geigenbauern in mehr als 40 Anstrichen aufgetragen werden. Da Öllacke zudem nur sehr langsam trocken, ergeben sich nicht selten Zeiträume von mehreren Monaten, bis eine Geige fertig lackiert ist. Wesentlich schneller lassen sich sog.  Spirituslacke  verarbeiten, die manchmal etwas mehr zur Bildung feiner Risse neigen, aber durchaus von hoher Qualität sein können. Da sie unter Umständen schon während der Verarbeitung trocknen, verlangen sie große handwerkliche Sicherheit und Routine – anders als Öllacke, von denen manche nie ganz aushärten und dauerhaft leicht retuschiert werden können. Spirituslacke sind also nicht per se weniger wert als Öllacke, sie können im Gegenteil auf eine gut ausgebildete, erfahrene Hand hinweisen. Ein eindeutiges Zeichen geringer Qualität sind Nitro- oder Kunstharzlacke, die heute besonders oft an chinesischen Fabrikgeigen Anwendung finden; insbesondere, wenn sie mit bestimmten industriellen Spritztechniken aufgebracht worden sind, können sie das Schwingungsverhalten der Geige beeinträchtigen, und sind darüber hinaus weder optisch noch in ihrem unangenehmen Geruch besonders erfreulich, den sie wenigstens in den ersten Wochen und Monaten nach ihrer Fertigung verströmen. 
 Auch Veränderungen des Lackes, die gerade an  alten Geigen  zu beobachten sind, geben über seine Qualität Auskunft. Dazu gehört die  Patina , die von vielen Liebhabern antiker Geigen geschätzt wird, und sich als natürlicher Alterungsprozess unterschiedlich stark ausprägt, beeinflusst von den Inhaltsstoffen und der Qualität des Lackes.    Auch die Rissbildung im Lack, das  Craquelée , ist ein solcher Prozess, der auf mangelhafte Rezepturen hinweisen kann, gleichwohl aber zu ästhetisch schönen Kunstwerken des Zufalls führt. Selbst  Kratzer  sind nur zum Teil ihrer jeweiligen mechanischen Ursache zuzurechnen; weiche Öllacke weisen nach langer, intensiver Nutzung naturgemäß mehr und andere Beeinträchtigungen auf als die härteren Spirituslacke. Diese Spuren sind oft von erheblicher Aussagekraft, z. B. wenn der Deckenbereich neben dem Griffbrett viele kleine Abriebstellen und Kratzer zeigt, die beim Spiel in hohen Lagen entstehen. Eine solche Geige muss längere Zeit im Besitz guter Musiker gewesen sein, denen diese Regionen nicht fremd waren. Und je mehr sie ihr Instrument zufrieden gestellt hat, um so mehr Spielspuren werden sie dort hinterlassen haben. Auch farblich können sich Lacke und das Holz, das sie bedecken, im Laufe der Jahre stark verändern. All diese Einflüsse zusammengenommen ergeben das typische Bild einer antiken Violine, deren Lackbild nicht mehr makellos glatt ist, farblich uneinheitlich und von einem speziellen,  reizvollen Charakter . Dieser wird seit Generationen von nicht wenigen Geigenbauer gezielt nachgeahmt, indem sie ihre neuen Geigen „antikisieren“. So avancierte die  Antikisierung  des Geigenlackes seit dem 19. Jahrhundert selbst zu einer geigenbauerischen Disziplin, die nicht gering zu schätzen ist und ihrerseits ein weiterer Ausweis der guten handwerklichen Qualität einer Geige sein kann. 
 Wie der Lack also bereits wichtige Hinweise auf die Standards der  handwerklichen Ausarbeitung  einer alten Geige liefert, lässt sich diese auch anhand einiger weiterer Details beurteilen. Während man für klanglich relevante Merkmale wie die Ausarbeitung der Stärke von Decke und Boden auf spezielle Werkzeuge und viel Erfahrung angewiesen ist, können auch Laien meistens gut erkennen, ob die  Schnecke  und die  Randeinlage  sorgfältig und von Hand gearbeitet sind. Sie sind deshalb ein guter Anhaltspunkt, auch wenn sie über die musikalischen Eigenschaften der Geige nichts unmittelbar aussagen. Und auch hier bietet nicht zuletzt der italienische Geigenbau reichlich Ausnahmen, zu denen selbst Geigen der berühmtesten Meister wie Guarneri del Gesù gehören, die in Details auffallend nachlässig ausgearbeitet sind – aber dennoch ausnehmend gut klingen. Ein anderes Beispiel sind  Manufakturgeigen aus dem französischen Geigenbauzentrum Mirecourt , die mit dem Ziel konzipiert wurden, möglichst gute Instrumente zu einem möglichst günstigen Preis anbieten zu können. Insbesondere im 19. Jahrhundert und um die Jahrhundertwende erhielten sie manchmal nur eine angedeutete, d.h. aufgemalte oder eingekratzte Randeinlage, wodurch sich der Zeitaufwand bei ihrer Herstellung deutlich reduzierte. Gleichwohl finden sich unter diesen Geigen nicht wenige Instrumente mit ausgesprochen gutem Klang und hervorragenden Spieleigenschaften, die mindestens für gehobene Amateur-Ansprüche bestens geeignet sind. Und natürlich kann das rein optische „Make-up“ einer Geige im Gegenzug auch zu Lasten ihrer musikalischen Qualität gehen, so dass wunderschön anzusehende  italienische Geigen  und Geigen mit aufwändig geschnitzten Schnecken, komplizierter Einlagearbeit und vollendet gelungenem, antikisiertem Lack in ihrem Klang gleichwohl durchschnittlich sein können. Nie ein Merkmal allein zu betrachten und auf seiner Grundlage das ganze Instrument zu beurteilen, ist eine wichtige Regel bei der Beurteilung einer Geige. 
    Nicht zuletzt können auch Reparaturen, die für alte Geigen, Bratschen und Celli&amp;nbsp;nicht ungewöhnlich sind, ein  Zeichen handwerklicher Qualität  sein. So belegen ausgebuchste, erneuerte Wirbellöcher meist, dass das Instrument lange in Nutzung war und oft gestimmt wurde, so dass sich die Löcher durch die Reibung der Wirbel vergrößerten und neu angepasst werden mussten. Auch sog. Anschäfter, bei denen eine Geige einen neuen Hals bzw. eine neue Schnecke erhält, gelten nicht so sehr als wertmindernder Schaden sondern belegen vielmehr, dass das Instrument eine so aufwändige Instandsetzung rechtfertigte. Dasselbe gilt auch für Reparaturen von Decken-, Boden- oder Zargenrissen, sofern sie gut gemacht sind und den Klang nicht beeinträchtigen. Die Qualität dieser Reparaturen, die renommierte Restaurateure oft sogar durch die Anbringung ihres eigenen Etiketts im Korpus dokumentieren, kann also ein gutes Zeugnis für ein Instrument sein. 
 Wer in seiner Geige nicht nur ein Dekorationsobjekt, sondern ein Musikinstrument sieht, wird nach der Begutachtung von Material und Verarbeitung die größte Aufmerksamkeit dem  Klang  und den  Spieleigenschaften  widmen. Hier spielen individuelle Vorlieben und persönliche Voraussetzungen naturgemäß die wichtigste Rolle – denn von der Lautstärke des Geigentons über seine Klangfarbe bis zum Anspracheverhalten des Instruments hängt alles davon ab, wer die Geige mit welchen musikalischen Zielen zu spielen wünscht. In unserem Online-Katalog legen wir auf eine treffende Beschreibung des Klangcharakters großen Wert und dokumentieren die Stimme jedes Instruments zudem mit einer Klangprobe, die eine erste Orientierung bieten soll. Für die persönliche musikalische Erkundung unserer Geigen bieten wir mit einer  erweiterten Rücknahmegarantie  zusätzliche Sicherheit. 
 Alter und Herkunft einer Geige 
 Welche Vorzüge  alte Geigen  gegenüber  neuen Geigen  haben – bzw. umgekehrt – ist eine der wohl am meisten diskutierten Fragen in der Welt der Streichinstrumente. Kaum ein halbes Jahr vergeht, in dem nicht eine neue wissenschaftliche Untersuchung durch die Presse gereicht wird, die von sich behauptet, den endgültigen Beweis für die eine oder die andere Meinung gefunden zu haben. Meistens offenbaren diese vermeintlichen Sensationen nur ein eindimensionales Denken, das einem so komplexen Phänomen wie einem Streichinstrument nie angemessen sein kann. Die Qualität einer alten Geige, und das gilt gerade für die besten historischen Meisterinstrumente, kann nie auf eine einzige Ursache zurückgeführt werden – weder ein geheimnisvoller Lack noch eine besondere Beschaffenheit des Holzes, sei es aufgrund klimatischer Bedingungen oder durch den Einfluss bestimmter Pilze, können für sich allein ausschlaggebend sein. Und auch die beliebten direkten Klangvergleiche, bei denen alte und neue Geigen blind angespielt und einander gegenübergestellt werden, offenbaren vor allem ein fragwürdiges Verständnis von der intensiven Auseinandersetzung, die ein Musiker mit seinem Instrument führt – führen muss, um dessen tonale Möglichkeiten wirklich kennen und ausschöpfen zu können. 
 Es gibt also keine Regel, nach der alte Geigen stets besser klingen als neue, aber es gibt fraglos viele antike Instrumente, die sich durch jene  unverkennbare, besondere Reife im Ton  auszeichnen – für die sowohl der Wuchs und die individuelle Alterungsgeschichte des Holzes als auch die Vorzüge des jeweiligen Modells und nicht zuletzt die Kunst und die glückliche Hand ihres Erbauers verantwortlich sein können. Die Begeisterung für diese antiken Instrumentenpersönlichkeiten bestimmt unsere Arbeit und das Katalogprogramm von Corilon violins, ohne dass wir uns hervorragenden Geigen unserer Zeit verschließen würden. 
 Auch die Provenienz, also die  Herkunft einer Geige  aus einer bestimmten Region oder Werkstatt, ist per se weder eine Qualitätsgarantie noch ein Makel – wohl aber haben die unterschiedlichen Geigenbautraditionen eigene, typische Charaktere entwickelt. Bei dieser Entscheidung geht es daher nicht um eine  Frage der Qualität , denn überall wurden und werden auch schlechte Instrumente gebaut, und nirgends nur gute. Im Fokus sollten vielmehr das klangliche Profil des Instruments und seine Eignung für die eigenen Tonvorstellungen stehen. Italienische Violinen erfreuen sich z. B. traditionell einer besonderen Wertschätzung, für ihren weichen, schmelzenden Unterton, der oft von einem unkonventionellen, genialischen Baustil begleitet wird. Gute französische Geigen zeichnen sich durch einen dominanten, solistischen Klang aus, den viele versierte Musiker wegen seiner enormen Präzision bevorzugen. Andere wiederum schätzen den vergleichsweise strengen Ton englischer Geigen für das differenzierte Ensemblespiel. 
 Zu den  regionaltypischen Eigenarten des Geigenbaus  gehören viele Feinheiten der handwerklichen Ausführung, die sich oft nur dem geschulten und erfahrenen Auge erschließen, aber auch auffällige Merkmale, die nicht selten als selbstbewusste Repräsentation lokaler Traditionen verstanden werden wollen. Hier ist z. B. an das sehr auffällige und eigenständige  Violinmodell der Geigenbaudynastie Hopf  im sächsischen Klingenthal zu denken, das mit seinen leicht „eckig“ geformten Oberbügeln gut zu erkennen ist. Viele dieser Geigen, auch solche mit konventionellerem Umriss, weisen zudem die traditionelle vogtländische Lackierung in brauner Farbe über einer markant durchscheinenden, gelben Grundierung auf. Überhaupt bieten das Lackbild und farbliche Verzierungen gute Hinweise auf die Herkunft einer Geige; hier ist z. B. an viele äußert dunkle, fast schwarz lackierte Instrumente des 19. Jahrhunderts aus Böhmen und Österreich zu denken, aber auch an elegantes Dekor wie geschwärzte Ränder des Korpus und insbesondere der Schnecke, die zum französischen Geigenbau gehören. Davon zu unterscheiden sind starke persönliche Stilmerkmale, die auf bestimmte Meister des Geigenbaus zurückgehen – wie z. B. die doppelte Randeinlage und die Schnecke mit zusätzlicher Windung, die von dem berühmten italienischen Geigenbauer  Maggini  entwickelt wurden – und weltweit zahlreiche Nachahmer fanden. 
 Wert einer Geige, Gutachten, Bewertung und Zertifikat 
 Geigen werden heute in einem  Preisspektrum von historischer Weite  gehandelt, das von extrem billigen, meist in China hergestellten Fabrikgeigen bis zu unbezahlbaren antiken Sammlerstücken reicht. Diese Entwicklung beginnt im späten 18. Jahrhundert, in dem das Verleger- und Manufakturwesen die Produktion einfacher, preisgünstiger Geigen in großen Stückzahlen erlaubte, zugleich aber die besonderen Vorzüge der historischen Instrumente von  Stradivari ,  Guarneri  und anderen klassischen Meistern entdeckt wurden. Sie stießen wegen ihrer herausragenden Qualität zunächst auf das besondere Interesse der Musiker, bald aber auch von Sammlern und Investoren, deren Nachfrage rasch zu einem steilen Anstieg der Preise führte. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden die Meisterwerke  berühmter Geigenbauer  endgültig zu Spekulationsobjekten, deren Preise zum Teil um das 200fache stiegen. Die Entwicklung von Wert und Preis feiner Streichinstrumente eröffnet auch Betrug und Fälschung Tür und Tor, wobei die Unkenntnis und auch Naivität der meisten Musiker ausgenutzt wird. Der Kauf einer teuren Geige sollte ab einer gewissen Preisklasse nur noch aus seriöser Quelle, d.h. vom Fachhandel; von privat nur nach Bewertung oder möglichst mit einem  Wertgutachten  oder  Zertifikat  eines anerkannten Experten in Betracht gezogen werden.&amp;nbsp; 
     
 Während billige Geigen nie so billig waren wie heute, und teure nie teurer, kommen die Extreme dabei nur für wenige Musiker ernsthaft in Frage: Selbst herausragende Solisten können sich  bedeutende historische Streichinstrumente  längst nicht mehr leisten, die ihnen deshalb meist als Stipendium oder Mäzenatengabe zur Verfügung gestellt werden. Unter den Fabrikgeigen unserer Zeit sind wiederum viele Instrumente, die zu irrational niedrigen Preisen angeboten werden. Sie folgen der Nachfrage vieler Anfänger und Geigenschüler, ohne aber meist als Ausbildungsinstrumente geeignet zu sein. Zwar sind die weiten klanglichen Möglichkeiten einer hochwertigen  Meistergeige  in den ersten Unterrichtsjahren sicher verzichtbar, und die Budgets für den  Kauf einer Geige  meist schmal bemessen – ein motivierendes, gut klingendes und „nachsichtig“ agierendes Instrument mit leichter Ansprache ist für eine erfolgreiche Instrumentalausbildung aber unerlässlich. Dieser Anspruch erlaubt, was leicht nachzuvollziehen ist, nur eine begrenzte Rationalisierung der Produktion, und setzt der Preisgestaltung damit eine natürliche Grenze. So ist es auch mehr als erstaunlich, dass die Einhaltung ökologischer und sozialer Standards in der Massenproduktion von Streichinstrumenten kaum öffentliche Beachtung findet, obwohl neue Geigen-Sets zu Komplettpreisen unter 100 Euro doch reichlich Anlass zu kritischen Fragen geben sollten. 
 Im Bereich alter Geigen eröffnen diese gegenläufigen Entwicklungen aber auch Chancen. Denn dass sich der Wert berühmter Streichinstrumente weitgehend von ihrem musikalischen Wert gelöst hat, bedeutet auch, dass Geigen mit nicht genau bekannten oder weniger gesuchten Provenienzen oft vorzügliche Klang- und Spieleigenschaften bieten – zu überraschend niedrigen Preisen. Seriöse Angebote zeichnen sich durch eine aufwändige Dokumentation aus, die die technischen Möglichkeiten des Internet voll ausschöpft, und durch eine fachliche Begutachtung inkl. einer sachgerechten Aufarbeitung der Instrumente, die Folgekosten für Reparaturen verhindert. Dieser hohe Anspruch ist für den  Online-Katalog von Corilon violins  maßgeblich und wird durch unsere kundenfreundlichen Konditionen abgerundet, zu denen ein umfangreiches Rückgaberecht von 30 Tagen gehört. Durch eine intensive Beratung per  Email  oder Telefon helfen wir unseren Kunden, die richtigen Geige auszuwählen – als das passende Instrument, dessen Format und musikalischer Charakter den individuellen Vorstellungen optimal entspricht. 
 Was kostet eine Geige? 
 Weiter zu unserem Infoblatt  Wie viel kostet eine Geige? Preise und Kosten für alte und neue Geigen , 
 &amp;nbsp; 
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