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Vertiefende Beiträge über Streichinstrumente und die Geschichte des Geigenbaus


Jean-Joseph Martin Geigenbogen
Jean-Joseph Martin Geigenbogen
Jean-Joseph Martin Geigenbogen
Jean-Joseph Martin Violinbogne, Kopfansicht
Jean-Joseph Martin Violinbogne, Kopfansicht
Herkunft: Paris
Erbauer: Jean-Joseph Martin
Gewicht: 57,3 g
Jahr: 1880 circa
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Jean-Joseph Martin, Feiner französischer Geigenbogen um 1880 (Zertifikat J.-F. Raffin)

Auf dem Höhepunkt eines mühevollen Lebens entstand um das Jahr 1880 dieser feine Violinbogen von Jean-Joseph Martin – eine kraftvolles, aber begeisternd leichtes Meisterwerk von unverkennbarer französischer Provenienz. Dieser Jean-Joseph Martin Bogen bezeugt in seiner handwerklichen und musikalischen Qualität den Rang seines Erbauers, der in diesen Jahren zu einem großen Sprung angesetzt hatte – und tragisch scheiterte. Aus ärmsten Verhältnissen stammend, war der hochtalentierte Schüler von Nicolas Rémy Maire in der Werkstatt des großen Jean-Baptiste Vuillaume rasch aufgestiegen und konnte sich 1863 in seiner Heimatstadt Mirecourt mit gutem Erfolg etablieren. Ab 1870 wirkte er am Aufbau der Bogenbau-Sparte bei Thibouville-Lamy mit und gründete fünf Jahre später eine Genossenschaft, an der sich auch der aus Reims stammende Emile Mennesson mit seiner erfolgreichen Marke „J. Guarini“ beteiligte. Es ist nicht bekannt, aus welchen Gründen dieses aussichtsreiche Unternehmen scheiterte, doch musste Jean-Joseph Martin als Geschäftsführer nach wenigen Jahren unverschuldeten Bankrott anmelden – in der Zeit, in der der hier angebotene Geigenbogen entstand, der vielleicht zu den letzten Arbeiten der erfolgreichsten Phase seines Lebens gehört. Feinste Handwerkskunst zeigt die feste und aktive, runde Stange dieser silbermontierten Arbeit im Vuillaume-Stil – den Martin in seiner Pariser Zeit wie nur wenige Bogenmacher seiner Generation kennengelernt hatte. Der Ebenholzfrosch ist wie auch das Beinchen eine nur wenig später gefertigte, detailliert ausgearbeitete französische Kopie. Nicht zuletzt wegen des komfortablen Gewichts von 57,3 g erweist sich der Bogen als perfekte Wahl für das virtuose Spiel, dem er dank seiner bestens entwickelten, differenzierten Sprungkraft weite Gestaltungsmöglichkeiten erschließt. Ein Zertifikat des bekannten Experten für französische Streichbögen J. F. Raffin bestätigt, dass es sich bei diesem hervorragenden Meisterwerk mit Ausnahme des Frosches, der ebenfalls eine französische Arbeit ist, um eine authentische Arbeit Jean-Joseph Martins handelt – die wir, mit geringfügigen, ihrem hohen Alter angemessenen Reparaturen am Frosch in bestem, sofort spielfertigem Zustand anbieten anspruchsvollen Musikern besonders empfehlen.

Verkauft €

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