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Vertiefende Beiträge über Streichinstrumente und die Geschichte des Geigenbaus


Couesnon: Die dritte prägende Kraft des modernen Geigenbaus in Mirecourt


Zur Geschichte des Unternehmens Couesnon -
Teil 4 unserer Reihe zum der industriellen Streichinstrumentenbau in Frankreich

Die große Zeit der industriellen Musikinstrumentenproduktion in Mirecourt, die im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts begann und bis in die 1930er Jahre reichte, bot neben J.T.L. und Laberte Magnié auch einem weiteren, überregionalen Unternehmen Raum, das sowohl nach der Zahl als auch wegen der Qualität seiner Produkte Signifikanz beanspruchen kann. 1885 nahm der vierzig Jahre zuvor gegründete Pariser Blasinstrumenten-Hersteller Gautrot Ainé & Cie die Produktion von Streichinstrumenten auf und folgte – ebenfalls mit deutlichem Zeitabstand – dem Vorbild Thibouvilles.

Wie zuvor bei J.T.L. war auch an dieser Erweiterung ein ehemaliger Mitarbeiter und Schüler von Jean-Baptiste Vuillaume beteiligt, Maurice Mermillot, der zum Leiter der Manufaktur für Saiteninstrumente wurde. Die Entwicklung der stets in Paris und Mirecourt situierten Produktion verläuft im wesentlichen parallel zu den großen Konkurrenten, eine Konstellation, die viele interessante Personalwechsel ermöglichte: Unter Amédée Couesnon, der seit 1887 Gautrot führte und der Firma ihren neuen Namen geben sollte, konnte 1901 Georges Cherpitel von Thibouville-Lamy abgeworben werden. Wie Laberte, erkannte auch Couesnon den wachsenden Bedarf an hochwertigen Streichinstrumenten und sicherte sich 1913 durch die Fusion mit der renommierten Werkstatt von Léon Bernardel die nötigen fachlichen Kompetenzen. Wie kompetitiv das Umfeld geworden war, zeigt schließlich der Wechsel eines weiteren hochrangigen Mitarbeiters zu Couesnon, Eugène Vincent Génod, der bis 1927 für Laberte tätig gewesen war.

Nächstes Kapitel: Das Ende der großen Mirecourter Instrumentenbau-Unternehmen

Vorheriges Kapitel: Die Unternehmen der Familie Laberte

 

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