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Vertiefende Beiträge über Streichinstrumente und die Geschichte des Geigenbaus


Cremona - die lombardische Urgeschichte des Geigenbaus

Cremona als frühe Vollendung des italienischen Geigenbaus in seiner klassischen Cremoneser Phase

Unter den frühen Stätten des klassischen italienischen Geigenbaus, dessen erste Anfänge wohl nie ganz erforscht werden können, kommt dem Geigenbau in Cremona eine besondere Stellung zu. Dafür ist weniger das hohe Alter der handwerklichen Tradition verantwortlich, die andernorts auf eine ähnlich lange – wenn nicht längere – Geschichte zurückblicken kann. Den Rang Cremonas begründen vielmehr die frühe Vollendung und die beständige normative Kraft, die der italienische Geigenbau in der lombardischen Stadt gefunden hat. Ihre lokale Handwerksgeschichte ist Teil der Urgeschichte des Geigenbaus, dessen Lehre stets mit dem nachahmenden Studium der klassischen Cremoneser Geigen und Meisterwerke beginnt: Die handwerklichen und künstlerischen Standards, die die Meistergeigen der Geigenbauer Amati, Stradivari und Guarneri del Gesù in den rund 150 Jahren ihres Wirkens formulierten, gelten bis heute ungebrochen.

Übersicht:

 

Feine Violine von Nicolò Gagliano, 1762

Die goldene Epoche in Cremona: Geigenbau zur Zeit Amatis und Stradivaris

Am Anfang jener Reifezeit steht der große Nicolo Amati aus Cremona (1596-1684), dessen Geigenmodell für seine Größe und die charakteristische, hohe Wölbung der Decke bekannt ist. Mit ihm erreichten Amati Geigen einen großen, doch lieblichen Klang, durch den sich die Geigen aus Cremona erstmals gegenüber der da Salo- und Maggini-Schule von Bresica auszeichneten. Sein größter Schüler, Antonio Stradivari (1648/49-1737) folgte ein halbes Berufsleben lang den Spuren seines Meisters Nicolo Amati, bevor er seine niedriger gewölbte, kräftiger klingende Geige entwickelte. Die Stradivari setzte sich als Muster unzähliger Nachbauten um so mehr durch, je größer die Ansprüche des solistischen Spiels im Laufe der Musikgeschichte wurden. Doch auch angesichts der späteren Dominanz des Stradivari Modells ist die Amati Geige keineswegs nur ein überholter Vorläufer; sie blieb über die Jahrhunderte ein gültiger, oft nachgeahmter Entwurf und erweiterte die künstlerischen Aktionsräume aller nachfolgenden Geigenbauer Generationen.

Zeitgenössische Bratsche aus Cremona, Piergiuseppe Esposti Cremoneser Bratsche von Stefano Conia, Cremona Feine Meistergeige von Daniele Scolari, Cremona

Der Geigenbauer Guarneri: Eine Ausnahmeerscheinung im klassischen Cremona

Die interessanteste Gestalt unter den großen Meistern des Geigenbaus in Cremona dürfte aber der Geigenbauer Joseph Guarnerius del Gesù (1698-1744) sein, aus dessen kurzem, legendenumranktem Leben nur das schmale Œuvre von weniger als 200 Violinen erhalten ist. Guarneri Geigen fallen gegenüber der konstanten Perfektion der Stradivari-Werkstatt durch manche handwerkliche Unzulänglichkeit auf; es scheint, dass del Gesù radikal und kompromisslos das Ideal eines großen Klanges verfolgte, für den er ästhetische „Nebensächlichkeiten“ gern vernachlässigte. Seine Werke indes geben ihm recht und wirken auf überaus interessanten Wegen bis in die Gegenwart, wie zum Beispiel die bevorzugte Guarneri Geige Nicolo Paganinis, die der legendäre Solist respektvoll „Il Cannone“ nannte. Sie wurde von dem großen Jean Baptiste Vuillaume mehrfach nachgebaut und wird heute – in Gestalt einer dieser Kopien – von der jungen Virtuosin Hilary Hahn gespielt. Mehr über Guarneri del Gesù und die Geigenbauerfamilie Guarneri ...

In unserem Online-Katalog finden Sie weitere Geigen aus Cremona und anderen Orten, mit Audio Klangproben:

Einfache Italienische Geige aus Cremona, Francesco Frassani (certificate F.Frassani)

Zeitgenössische Geige von Daniele Scolari, Cremona

Violine von Piergiuseppe Esposti, Cremona

Aristide Cavalli, Cremona Geige des Leiters der Officina Claudio Monteverde

Officina Claudio Monteverde, Cremona: Werkstatt - Violine aus dem Jahr 1923

Cremoneser Geige von Antonio Venturini


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  • Markneukirchener Geige von Schuster & Co., 1942
  • Antike Sächsische Geige, wahrscheinlich Schuster & Co
  • Charaktervolle deutsche Geige, um 1870
  • Antike Markneukirchner Geige, um 1890
  • Markneukirchner Meistergeige. Violine um 1940
  • Schülergeige nach Stradivari. Violine aus Bubenreuth
  • Giorgio Grisales: Italienische Geige, Cremona (Zertifikat Giorgio Grisales)
  • Norddeutsche Violine von Richard Berger, Stralsund 1914
  • Geige aus Mittenwald. 1970er Jahre
  • Zeitgenössische Meistergeige von Marc de Sterke
  • Deutsche Geige aus den Hopf-Werkstätten, Taunusstein-Wehen
  • Antike französische 3/4 Geige. Wahrscheinlich J.T.L.
  • SALE Geigenbogen - C. A. Hoyer, 1940er Jahre, leicht
  • Seltene Violine von Joseph Michael Gschiell, Pest 1789
  • Feiner Französischer 3/4 Geigenbogen, um 1920
  • Schweizer Meistergeige von Robert Reinert, Chaux-de-fonds
  • Ernst Heinrich Roth Violine, 1962 (Zertifikat E. H. Roth)
  • SALE Feine Meistergeige, 1940er Jahre. Wahrscheinlich USA
  • Feine Italienische Bratsche, Aldo Zani, Cesena
  • SALE Feine Mittenwalder Meistergeige, um 1740, nahes Umfeld Sebastian Klotz
  • SALE Ernst Heinrich Roth, 1958: Deutsche Bratsche
  • Französischer Cellobogen - Joseph Alfred Lamy père (Zertifikat J.-F. Raffin)
  • Antike Geige von Wilhelm Herwig, gebaut um 1920