Suche:
corilon violins

Suche

Instrumenten-Finder

Welchen Klang suchen Sie?
Sie können nur eine oder mehrere Eigen­schaften auswählen und beliebig kombinieren.

Instrumente
Herkunft
Jahr
Klang

Archiv

Vertiefende Beiträge über Streichinstrumente und die Geschichte des Geigenbaus


Der Wolf bei der Geige und beim Cello - Definition und Erklärung des Wolftons

Darf eine Geige einen Wolf haben?

Cellisten und Kontrabassisten kennen ihn gut: Den Wolf! Das hinterhältige Klangphänomen kommt besonders oft bei den großen Streichinstrumenten vor, wesentlich seltener tritt der Wolf bei der Geige auf. Musiker, deren Instrument einen Wolfton hat, wissen nach kurzer Zeit genau, wo er liegt, und entwickeln intuitive Vermeidungsstrategien: Sie scheuen sich, den betroffenen Ton zu greifen, spielen unsicher oder entwickeln eine unsaubere Intonation, weil sie die Wolfsfrequenz zu umgehen versuchen. Aber was ist „der Wolf“, und was sagt er über die Qualität des Streichinstruments aus? Ist es ein Mangel, wenn feine Geigen einen Wolf haben?

Übersicht:

 

Was ist der Wolf? Eine Definition

Der Wolf oder Wolfton ist ein Ton, der sich auf einem Streichinstrument, Geige, Bratsche oder Cello, nicht gut oder praktisch gar nicht spielen lässt. Dieses Klangphänomen tritt vor allem beim leisen Spiel auf, wenn der Bogen mit wenig Druck geführt wird. Dann sind oft nur noch pfeifende Obertöne (Flageoletts) oder ein wischendes Geräusch zu hören. Besonders hartnäckige „Wölfe“ lassen sich nur mit starkem Druck überwinden; die Saite erklingt dann zwar in ihrer Grundschwingung, der Ton flattert aber unschön und reißt ab. Seinen Namen hat der Wolfton vermutlich vom heulenden Geräusch der Obertöne – oder er besagt, dass der Ton gewissermaßen vom Wolf „angefallen“ und „weggefressen“ wird.

Ursachen des Wolfs bei Geigen und anderen Streichinstrumenten

Viele Musiker suchen die Schuld zuerst bei sich, wenn sie dem Wolf ihrer Geige zum ersten Mal begegnen. Aber selbst die feinste Spieltechnik richtet gegen ihn nur wenig oder nichts aus, und auch ein Wechsel der Saiten oder der Einsatz eines anderen Kolophoniums sind meist vergeblich. Denn der Wolfton kommt nicht von außen; seine Ursache ist die individuelle bauliche Gestalt des betroffenen Instruments.

Zu Zu Zu

Vereinfacht gesagt, entsteht der Wolf, wenn ein Streichinstrument auf einer bestimmten Frequenz eine starke, ungedämpfte Eigenresonanz hat – und wenn diese Schwingung bei der Frequenz eines bestimmten Tones liegt. Wird dieser Ton angespielt, beginnt der Korpus so intensiv zu schwingen, dass die Schwingung der Saite überlagert oder komplett zum Erliegen gebracht wird.

Wo diese Frequenz liegt, ist baulich bedingt und bei jedem Instrument anders. Celli und Kontrabässe haben deutlich häufiger einen Wolf als Geigen, da bei ihnen der Korpus im Verhältnis zu ihrer Stimmung zu klein ist. Beim Cello liegt der Wolf in der Regel beim F oder F#, seltener tiefer, kann aber bis zum D auftreten.

Bei Geigen gilt der Wolf grundsätzlich fälschlicherweise als baulicher Fehler. Hochwertige, feine Geigen sollten also keinen Wolf haben. Aber es spricht nicht sofort gegen die Qualität einer teuren Geige, wenn einzelne Töne schwerer ansprechen. Violinen historischer Meister sind oft dafür bekannt, dass sie überaus eigenwillig zu spielen sind; hier kann ein Misston tatsächlich mehr mit den spielerischen Fähigkeiten des Musikers zu tun haben, oder er verschwindet, wenn er das Instrument gut genug kennengelernt hat. Eine gute Klangeinstellung, beispielsweise bei Corilon violins, vermag manchen Wolf zu beseitigen.

Kann man den Wolf einer Geige „töten“?

Für Celli gibt es bewährte Methoden, den Wolfston einzudämmen oder zu eliminieren. Sog. „Wolftöter“ werden am frei schwingenden Ende einer Saite angebracht und so austariert, dass sie die problematische Frequenz dämpfen. Bei Geigen ist in der Regel eine klangliche Überarbeitung bzw. Optimierung des Instruments erforderlich, die sich meistens auch auf seinen gesamten Klangcharakter auswirkt. Der Geigenbauer versucht dabei, die Wolfsfrequenz in einen Bereich zwischen zwei Tönen zu verlagern, sodass sie beim normalen Musizieren nur noch selten oder möglichst nie mehr gebraucht wird. Der Wolf ist dann also immer noch da, aber musikalisch „versteckt“.

Verwandte Beiträge:

Die Geige: Tipps und Praktische Fragen zu Saiten, Kolophonium, Pflege und Spiel

Der Geigenbogen: Tipps und Praktische Fragen zu Pflege, Behaarung und Spiel

Die Geige: Bewertung, Auswahl, Herkunft und Zertifikat

Die Schülergeige: Einige Antworten zu oft gestellten Fragen

Die richtige Größe einer Schülergeige

Hinweise zum sicheren Versand einer Geige

Zeitgenössische Geigenbauer

Geigenbauer in Mittenwald - Zeitgenössische Meister pflegen ihre Tradition in lebendiger Handwerkskunst

Der Geigenbauwettbewerb Mittenwald und andere internationale Geigenbauwettbewerbe im Überblick

Neuzugänge in unserem Katalog
  • Hübsche alte Französische Geige von Laberte, Mirecourt
  • Alte Sächsische Geige um 1890
  • Feine, wahrscheinlich Wiener Meistergeige um 1820
  • Moderne Italienische Bratsche, Guido Trotta, Cremona, 1993
  • Luigi Vistoli, italienische Geige gebaut 1943 (Zertifikat Hieronymus Köstler)
  • Hochwertige tschechische Meistergeige von Ladislav Prokop, 1941
  • SALE Zeitgenössische italienische Meistergeige, Nicola Vendrame, Venedig
  • Feine antike Mittenwalder Violine, um 1880
  • Antike Französische Geige. gebaut um 1880
  • Interessante englische Geige von Jeffery James Gilbert, 1886 Nr. 47
  • Deutsche Violine nach Stradivari, Markneukirchen um 1940
  • SALE Feine Barockgeige, im Originalzustand - um 1800
  • SALE Violine von J.T.L., um 1900
  • Feine Violine von Joseph Laurent Mast, Toulouse, 1823
  • Interessante, wahrscheinlich englische Meistergeige. Um 1800
  • SALE Feine italienische Violine aus der Liuteria Luigi Mozzani 1921, No 47
  • SALE Moderne Italienische Geige von Loris Lanini, 1927 (Zertifikat Machold)
  • SALE Deutsche Meistergeige von Wenzl Fuchs, Erlangen
  • Meistergeige von Joseph Kantuscher 1973, op. 308
  • Charles Alfred Bazin, französischer Geigenbogen um 1955 (Zertifikat J.-F. Raffin)
  • Feine italienische Bratsche, Mario Bedocchi 1922 (Zertifikat Eric Blot)
  • Italienische Geige, Romedio Muncher, Cremona 1929
  • Georges Coné: Feine französische Violine Nr. 73. Lyon, 1937
  • Sehr gute Englische Bratsche von John Mather, 1992