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Vertiefende Beiträge über Streichinstrumente und die Geschichte des Geigenbaus


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Internationale Geigenbauwettbewerbe: Über den Geigenbauwettbewerb Mittenwald, Ente Triennale Cremona, Concours Etienne Vatelot, VSA competition und andere Wettbewerbe


Internationale Geigenbauwettbewerbe:
Kriterien, Teilnahmebedingungen und Schwerpunkte beim Geigenbauwettbewerb Mittenwald, Ente Triennale Cremona, Concours Vatelot Paris, China violin making competition Bejing, VSA competition, The Strad competition, BVMA competition, Violin Soul & Shape Moskau, Wieniawski Wettbewerb und beim Geigenbauwettbewerb Pisogne



Die Gegenwart einer halbtausendjährigen Kunst wird selten so konzentriert greifbar wie bei den großen, internationalen Geigenbauwettbewerben. Vor allem für exzellente Meister der jungen Generation sind sie eine ausgezeichnete Gelegenheit, ihre Fähigkeiten und ihr Bewusstsein für Tradition und Qualität unter Beweis zu stellen. Welche klanglichen und baulichen Kriterien sind für unsere Zeit maßgeblich, wo begegnet man den Talenten von morgen? Unsere folgende Auswahl informiert über wichtige internationale Geigenbauwettbewerbe, ihre Schwerpunkte und Teilnahmebedingungen:

Marcus Klimke, Bratsche / Viola (1995/1996)

Marcus Klimke, zeitgenössische Neubau-Elite, Bratsche

Herkunft: Chicago/Angers
Erbauer: Marcus Klimke
Bodenlänge: 41,0
Jahr: 1995/1996

Zeitgenössische italienische Meistergeige, Nicola Vendrame

Zeitgenössische italienische Meistergeige, Nicola Vendrame

Herkunft: Venedig
Erbauer: Nicola Vendrame
Bodenlänge: 35,6
Jahr: 2004

Zeitgenössische Cremoneser Meistergeige, Daniele Scolari

Cremoneser Meistergeige, Daniele Scolari, 2003

Herkunft: Cremona
Erbauer: Daniele Scolari
Bodenlänge: 35,3
Jahr: 2003





Ente Triennale Internazionale Strumenti Ad Arco, Cremona


In Cremona, wo einst die bis heute bestehenden gestalterischen und klanglichen Maßstäbe des Geigenbaus entwickelt wurden, findet seit 1976 der wohl bedeutendste aller internationalen Geigenbauwettbewerbe statt: „Maestri liutai“ aus aller Welt lassen ihre Arbeiten bei der Ente Triennale Internazionale Strumenti Ad Arco, Cremona alle drei Jahre im September/Oktober von einer Fachjury aus je fünf Geigenbauexperten und Musikern beurteilen. Bis zu zwei Instrumente können bei der Ente Triennale je in den Kategorien der Ente Triennale Internazionale Strumenti Ad Arco Violine, Viola, Cello und Kontrabass eingereicht werden; sie dürfen nicht älter als drei Jahre und nicht künstlich gealtert sein und müssen den traditionellen Gestaltungsregeln entsprechen. Bewerbungen für die Ente Triennale Internazionale Strumenti Ad Arco sind in der Regel bis Ende April an die Fondazione Stradivari, Museo del Violino, via Bell´Aspa n. 3, Cremona, zu richten. Nähere Informationen bietet die Website www.entetriennale.it


Internationaler Geigenbauwettbewerb Mittenwald


In Mittenwald, zwischen Karwendel und Wetterstein wird seit 1989 der international renommierte internationale Geigenbauwettbewerb Mittenwald ausgetragen, jeweils im Juni in einem Turnus von vier Jahren. Anders als beim Geigenbauwetbewerb in Cremona zeichnet beim Geigenbauwettbewerb Mittenwald eine zwölfköpfige Jury zusätzlich zu den besten Violinen, Violen und Celli auch Streichbögen aus, die sämtlich innerhalb der vorangegangenen zwei Jahre gefertigt worden sein müssen. Von den allgemein üblichen handwerklichen Regeln abweichende Instrumente sowie Imitationen dürfen auch hier nicht eingereicht werden. Pro Teilnehmer sind beim Geigenbauwettbewerb Mittenwald je drei Arbeiten in verschiedenen Kategorien zugelassen. Über die aktuellen Teilnahmebedingungen informiert die Website www.geigenbauwettbewerb-mittenwald.de


Internationaler Geigenbauwettbewerb, Luby (Schönbach)


Obwohl die im traditionsreichen Geigenbauzentrum Luby (Schönbach) angesiedelte Geigenbauschule im Jahr 2005 nach Cheb verlegt wurde, wurde im selben Jahr an ihrem ursprünglichen Standort der erste internationale Geigenbauwettbewerb für Schüler und Auszubildende durchgeführt. Die Besonderheit: Neben einer Violine nach einem Stradivari- oder Guarneri-Modell waren auch Arbeitsproben einzureichen, die im Rahmen eines zweitägigen, arbeitspraktischen Teils öffentlich ausgeführt werden mussten. 2012 fand erneut ein internationaler Instrumentenbauwettbewerb in Luby statt, diesmal in den Kategorien Violine sowie Konzert- und Westerngitarre.


International Henryk Wieniawski Violin Making Competition, Posen


Ausschließlich Violinen beurteilen die Juroren bei der International Henryk Wieniawski Violin Making Competition, diesem 1957 ins Leben gerufenen polnischen Wettbewerb, der als der älteste seiner Art in ungefähr fünfjährigem Abstand von der Henryk-Wieniawski-Musikgesellschaft durchgeführt wird. Ebenso wie der noch ältere gleichnamige Violinwettbewerb besitzt er eine hohe internationale Reputation. Teilnahmebedingungen und Bewertungskriterien entsprechen in etwa denjenigen der Cremoneser Triennale, die drei besten Instrumente der International Henryk Wieniawski Violin Making Competition werden mit Geldpreisen prämiert. Seine 13. Ausgabe, bei der Roger Hargrave der Jury vorsitzen wird, ist für Mai 2016 angesetzt. Das Anmeldeformular zum Wettbewerb ist unter www.wieniawski.com zu beziehen.


BVMA International Violin and Bow Making Competition, London


Eines der zahlreichen Angebote zu Fortbildung und Austausch, die die „British Violin Making Association“ (BVMA) ihren Mitgliedern seit 1995 zur Verfügung stellt, bestand in der Veranstaltung „BVMA International Violin and Bow Making Competition“, die 2004 in London im Rahmen des „The Genius of the Violin Festival“ der Royal Academy of Music stattfand. Um dem Aspekt der Subjektivität von Urteilen Rechnung zu tragen, vergab hierbei jedes Mitglied des Juroren-Gremiums seinen eigenen Preis bei der Bewertung von Klangerzeugung und handwerklicher Leistung der bei der BVMA International Violin and Bow Making Competition über 350 eingereichten Violinen und Bögen. Moderne Arbeiten wie auch Imitationen waren zugelassen.


Concours Etienne Vatelot, Paris


Concours Etienne Vatelot, Paris ist ebenfalls ein international überaus prestigeträchtiger Wettbewerb, der die Auszeichnung repräsentativster zeitgenössischer Geigenbaukunst zum Ziel hat. Bislang viermal – nämlich 1991, 1999, 2004 und 2011 – beurteilte die stets aus fünf Geigenbauexperten bestehende Jury des Concours Etienne Vatelot, Paris Violinen, Violen, Celli, Kontrabässe sowie die entsprechenden Bögen nach stilistischer Reife, handwerklichem Geschick und Klangqualität. In jeder Kategorie des Concours Vatelot gibt es nur einen großen Preis; der jeweils zweitbeste Teilnehmer erhält eine Ehrenurkunde. Bis zu zwei Arbeiten pro Teilnehmer werden angenommen. Anmeldeinformationen und -unterlagen bietet die Website www.civp.com.


International Violin Making Competition, Pisogne


Einzigartig in seiner Konzentration auf antikisierte Instrumente bzw. Imitationen ist dieser Geigenbauwettbewerb International Violin Making Competition, Pisogne in der lombardischen Stadt Pisogne, der 2014 zum fünften Mal ausgetragen wurde. Auch nicht professionell tätige Geigenbauer sowie Geigenbauschüler können mit ihren Arbeiten antreten, die die Jury in drei Runden nach ihren klanglichen wie technisch-künstlerischen Qualitäten bewertet. Die drei besten Teilnehmer werden mit Medaillen geehrt. Das Anmeldeformular ist unter www.anlailiuteria.it oder www.stradivari.it verfügbar.


China International Violin Making and Bow Making Competition, Beijing


Nicht zuletzt an den beiden Geigenbauwettbewerben in Bejing (Peking) 2010 und 2013 ist die wachsende Bedeutung abzulesen, die sich China in den letzten Jahren innerhalb der Instrumentenbaubranche erarbeiten konnte: Besonders bei der zweiten, der China International Violin Making and Bow Making Competition, Beijing, in Dauer und Teilnehmerzahl bereits deutlich umfangreichere Ausgabe, bei der nicht weniger als 18 Juroren nach traditionellen Gestaltungsvorgaben gefertigte Violinen, Violen und Celli sowie Violin-, Viola-, Cello- und Kontrabassbögen nach handwerklicher Ausführung, künstlerischer Gestaltung und Klangqualität bewerteten, fand weltweite Beachtung. Der nächste geplante Termin für die China International Violin Making and Bow Making Competition, Beijing ist das Jahr 2016. Zugelassen sind bis zu drei Instrumente in höchstens zwei Kategorien bzw. bis zu vier Bögen in je einer Kategorie. Das Anmeldeformular ist unter www.civmc.com verfügbar.


The Strad Bow and Cello Making Competition, Manchester


Von 1988 an fand in Manchester alle zwei Jahre das von dem amerikanischen Cellisten Ralph Kirshbaum gegründete „International Cello Festival“ der Royal Academy of Music statt. Kirshbaum blieb künstlerischer Leiter des Festivals, bis es 2007 zum letzten Mal ausgerichtet wurde. Parallel zum Instrumentalwettbewerb konnten stets Cello- und Bogenmacher aus aller Welt ihre Arbeiten beim The Strad Bow and Cello Making Competition von einer Fachjury beurteilen lassen.


The International Violin Makers Competition Violin: Soul and Shape, Moskau


Als fünfte Disziplin des legendären internationalen „Tchaikovksy-Wettbewerbs“ wird der Geigenbauwettbewerb „Violin: Soul & Shape“ seit 1990 in vierjährigem Abstand vor dem Hauptwettbewerb in Moskau durchgeführt. „Klassische Formen“ von Violinen, Violen, Celli und Bögen nach den üblichen Gestaltungsvorgaben, Imitationen alter Instrumente und Bögen sowie „freie Formen“ ohne Beschränkungen hinsichtlich Form, Material und Farbgebung, mit den Unterkategorien akustische und elektronische Instrumente, sind zugelassen. Die jeweils besten drei Arbeiten werden mit Medaillen geehrt; auch Sonderurkunden können vergeben werden. Eine Altersbeschränkung für die bei der Violin: Soul & Shape eingereichten Arbeiten gibt es nicht. Das Anmeldeformular kann unter www.violin.soulandshape.ru heruntergeladen werden.


VSA Violin Making Competition


Der Geigenbauwettbewerb VSA Violin Making Competition der „Violin Society of America“ findet seit 1973 in einjährigen Abständen – also mit der weltweit höchsten Frequenz – jeweils im Sommer an verschiedenen Austragungsorten der USA statt und ist ebenfalls international sehr bedeutsam. Einzelne Streichinstrumente und die entsprechenden Bögen sowie ganze Quartette können bei der VSA Violin Making Competition eingereicht werden, wobei diese auch in Koproduktion hergestellt worden sein dürfen. Unter den Instrumenten, die es in die jeweilige Endrunde der VSA Competition schaffen, können mehrere Goldmedaillen vergeben werden – sofern die Juroren dies einstimmig beschließen. Die Bewertungskriterien umfassen den künstlerischen Wert, die handwerkliche Ausführung und die Klangqualität. Arbeiten für die Ausgabe von 2014 mussten nach November 2012 fertiggestellt worden sein. Für den Wettbewerb wird in der Regel eine Online-Anmeldung unter www.vsa.to/conventions-competitions angeboten.


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Patrick Robin - Ein Meister der Kunst und Lehre

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Samuel Zygmuntowicz: Stradivari verstehen

Jan Špidlen: Kunst, Innovation – und Sport

Neuzugänge in unserem Katalog
  • 3/4 - Deutsche 3/4 Meistergeige, gebaut 1950, A. Frisch
  • Antike französische Geige, um 1920, Mirecourt - warmer, etwas weicher Ton
  • Mario Gadda, Italienische Geige für Solisten, Mantova 1995 - strahlend, warm
  • Moderne Italienische Geige, Piero Virdis, 2002 (Zertifikat Piero Virdis)
  • 3/4 - französische 3/4 Geige, warm und resonant im Klang
  • Franco Albanelli, italienische Geige, Bologna 1997
  • Cremoneser Meistergeige, Piergiuseppe Esposti, 1998 (Zertifikat Piergiuseppe Esposti)
  • Hervorragende Violine von Mathias Heinicke, Schüler von Eugenio Degani, 1911
  • Aus dem Nachlass von Prof. Günter Szkokan: Feine Wiener Bratsche von Ferdinand Kugler, 1973
  • Aus dem Nachlass von Prof. Günter Szkokan: Edwin Lothar Herrmann, sehr guter Bratschenbogen
  • Lothar Seifert, kräftiger Bratschenbogen ca.1980, Silber
  • Deutscher Silber-Geigenbogen von Otto Dürrschmidt
  • Kräftiger, aktiver Geigenbogen, F.C. Pfretzschner, Silber
  • Deutsche Violine von Ludwig Gläsel jr., Markneukirchen
  • Gute Italienische Geige, wahr. Giudici, 1970'er Jahre - warmer, goldener Klang
  • Alte Deutsche Geige, um 1900, mit warmem, großem Ton
  • Klangvolle sächsische Geige, um 1910
  • Ernst Heinrich Roth, Markneukirchen, kraftvolle Geige nach Guarneri, 1922
  • Mittenwalder Geige mit großem Klang, Fachschule für Geigenbau, 1960er Jahre
  • Interessante Italienische Geige, Anfang 20. Jahrhundert
  • Italienische Geige, Primo Contavalli, 1973 (Zertifikat Benjamin Schröder)
  • Zeitgenössische italienische Meistergeige, Nicola Vendrame, Venedig
  • Mario Gadda, 1998, italienische Geige nach Stefano Scarampella
  • ÜBERARBEITET/ NEUE KLANGPROBE: 3/4 - Geige, elegante Französin „Copie de Stradivari“