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Vertiefende Beiträge über Streichinstrumente und die Geschichte des Geigenbaus


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Das Ende des Geigenbaus in Klingenthal


Niedergang und Ende des Klingenthaler Geigenbaus: Wechsel zur industriellen Musikinstrumentenproduktion


Von seinen Anfängen an zeichnete sich der Klingenthaler Geigenbau eher durch solide musikalische Qualität als durch eine besonders fortschrittliche und ausgefeilte Ästhetik aus. Die unter hohen Abgaben leidenden Geigenbauer waren gezwungen, ihre Instrumente zügig und in möglichst hohen Stückzahlen zu verkaufen.


Zogen die Geigenbauer zunächst als Händler in eigener Sache durch die Lande, professionalisierte sich der Musikinstrumentenhandel im Laufe des 18. Jahrhunderts. Viele Geigenbauer gerieten, obwohl weiterhin selbständig, in Abhängigkeit von den Händlern, die die stetig wachsende internationale Nachfrage nach günstigen Instrumenten zu befriedigen suchten. Für 1801 verzeichnet Friedrich Gottlob Leonhardis „Erdbeschreibung der Churfürstlich- und Herzoglich-Sächsischen Lande“ eine beachtliche Jahresproduktion von „117 Bäße[n] und 4282 Violinen, am Werth 2416 Rthlr. 12 Gr. ohne die Harfen, Zittern, Lauten etc.“ Je mehr die arbeitsteilige, fabrikmäßige Produktion an Bedeutung gewann, desto mehr erodierte der vergleichsweise privilegierte soziale Status der Geigenbauer.


Seit den 1830er Jahren schließlich veränderte sich die Wirtschaftsstruktur des Vogtlandes grundlegend. Die einfacheren Tätigkeiten der Kamm- und Harmonikaproduktion, ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch des Akkordeonbaus schufen geringqualifizierte Arbeitsplätze in großer Zahl. Auch viele Geigenbauer sicherten sich in den neuen Betrieben ihren Lebensunterhalt, und die anspruchsvolle Ausbildung von Gesellen konnte immer seltener stattfinden. Der amerikanische Sezessionskrieg verschärfte die Krise des Instrumentenbaus im Vogtland zusätzlich, der in den U.S.A. einen der wichtigsten Absatzmärkte hatte. 1862 gab es noch 166 einzeln geführte Geigenbauwerkstätten, 1887 schließlich löste sich die Klingenthaler Geigenbauer-Innung auf. 1913 neu gegründet, bestand die zweite Innung zwar bis ins Jahr 1975, ihre niedrigen Mitgliederzahlen zeigen aber, dass Klingenthal im Geigenbau nie wieder zu früherer Größe zurückfand.


Heute knüpft die Berufsfachschule „Vogtländischer Musikinstrumentenbau“ an die Klingenthaler Geigenbautradition an. Ihre Geschichte dokumentiert das Musikinstrumenten-Museum Markneukirchen.



Neuzugänge in unserem Katalog
  • Alte Italienische Geige, Officina Claudio Monteverde, 1921, Cremona
  • Couesnon, Alte französische Geige, Mirecourt um 1910
  • Charles Claudot "Le Marquis de lair", antike französische Geige um 1850
  • Sehr schöne Klingenthaler Hopf Geige, um 1840
  • ÜBERARBEITET; KLANGPROBE: 18. Jahrhundert: Markneukirchener Bratsche, um 1780
  • ÜBERARBEITET; NEUE KLANGPROBE: Feine zeitgenössische Meistergeige, Wolfgang Schiele, München
  • Italienische Bratsche, Stefano Conia, Cremona 1985 (Zertifikat Stefano Conia)
  • ÜBERARBEITET, NEUE KLANGPROBE: Französische Meistergeige No. 34 von Paul Hilaire, 1950
  • Französische "Rugginelli" Violine, für Beare & Son, 1902
  • 3/4 - Feine Französische 3/4 Violine, um 1910
  • Alte Französische Geige, Collin-Mézin (fils), 1947, "Le Victorieux", No. 120
  • Charles Nicolas Bazin: Silbermontierter Geigenbogen um 1885 nach Lupot, edler Ton (Zertifikat J.-F. Raffin)
  • Zeitgenössische Italienische Geige, Gianni Norcia, Bologna
  • Giulio Cesare Gigli, feine italienische Geige um 1760 (Zertifikat Etienne Vatelot)
  • KLANGLICH VERBESSERT: Schönbacher Bratsche von F. Fischer, 1935
  • Cremoneser Meistergeige, Piergiuseppe Esposti, 1998 (Zertifikat Piergiuseppe Esposti)
  • Feine Markneukirchner Bratsche, Johann Christian Voigt II, 18. Jahrhundert
  • Moderne Mittenwalder Bratsche, Matthias Klotz 1982
  • Feine italienische Bratsche von Marcello Martinenghi, 1949 (Zertifikat Eric Blot)
  • 1/2 - antike französische 1/2 Violine, um 1870
  • ÜBERARBEITET UND VERBESSERT: Ernst Heinrich Roth, Markneukirchen, kraftvolle Geige nach Guarneri, 1922
  • Feine Mittenwalder Geige, 18. Jahrhundert, zierlich und elegant, um 1780
  • Alte Mittenwalder Geige, Josef Rieger, 1927
  • Ernst Heinrich Roth, alte Bubenreuther Geige von 1955, inkl. Zertifikat