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Vertiefende Beiträge über Streichinstrumente und die Geschichte des Geigenbaus


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Die Ära der Manufakturen von Mirecourt


Zur Geschichte der industriellen Streichinstrumentenfabrikation in Frankreich
Teil 1: Entstehung des Manufakturwesens in Mirecourt


Das Glück des Kunsthandwerkers liegt, wenigstens im geschäftlichen Leben, nicht unbedingt in der Vollkommenheit einzigartig gelungener Werke – sondern oft genug im Treffen des rechten Mittelmaßes. Mit dieser Erkenntnis begründete Didier l‘Ainé Nicolas im späten 18. Jahrhundert eine neue Ära des Geigenbaus in seiner Heimatstadt Mirecourt: Anstatt sich auf erstklassige Instrumente zu konzentrieren, die zu bauen er durchaus in der Lage war, fertigte er preisgünstige, aber klangstarke Geigen nach einfacheren handwerklichen Standards, die seinen Kunden gleichwohl die gewünschten musikalischen Eigenschaften boten. Der überregionale Erfolg, der sich bald einstellte, gab ihm Recht: 1802 beteiligte er sich als erster Mirecourter Instrumentenbauer an einer Ausstellung, 1806 erhielt er in Paris eine Silbermedaille. Wichtiger als diese Daten ist aber, dass seine Manufaktur in den letzten Jahren seines Lebens rund 600 Arbeiter beschäftigte, und so als der erste Großbetrieb ihrer Art in der traditionsreichen Vogesenstadt gelten kann.

Didier Nicolas (L‘Ainé), Violine, um 1835 (W.E. Hill & Sons)

Didier Nicolas (L‘Ainé), Violine, um 1835 (Zertifikat W.E. Hill & Sons)

Herkunft: Mirecourt
Erbauer: Didier Nicolas (L‘Ainé)
Bodenlänge: 36,3 cm
Jahr: 1835 circa
Preis: 4.800,00 €

Didier Nicolas Geige um 1820 - Decke

Didier Nicolas: Französische Meistergeige um 1820

Herkunft: Mirecourt
Erbauer: Didier Nicolas
Bodenlänge: 36,4 cm
Jahr: 1820 circa
Preis: 6.500,00 €

Didier Nicolas war der lokale Exponent einer Veränderung, die damals auch andere europäische Geigenbauzentren ergriff. Neben der – nirgends ganz aufgegebenen – traditionellen Form des Handwerks, das der Geselle vom Meister lernt und das bevorzugt innerhalb der Familie weitergegeben wird, etablierte sich eine Massenproduktion, die eine stetig wachsende, großräumige Nachfrage bediente. Arbeitsteilige, bald maschinell unterstützte Verfahren sicherten eine zwar nicht exzellente, aber verlässliche Qualität, und lösten die individuelle Meisterarbeit durch das wiedererkennbare und besser vermarktbare Profil von Instrumenten-Serien ab. Vertretungen in den größeren Städten des Landes, allen voran natürlich Paris, und internationale Handelsbeziehungen sicherten den Absatz dieser in enormen Stückzahlen hergestellten Musikinstrumente.

Mit der Manufaktur von Didier Nicolas hatte die Expansion des industriellen Geigenbaus allerdings noch lange nicht ihr Maximum erreicht, und rückblickend auf diese bis in die späten 1960er Jahre währende Epoche sind vor allem drei Unternehmen zu nennen, die den französischen Geigenbau geprägt haben und Mirecourt in aller Welt repräsentierten:
Jérôme Thibouville-Lamy, die Unternehmen der Familien Laberte und Couesnon.



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Neuzugänge in unserem Katalog
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  • Rogert François Lotte, feiner französischer Geigenbogen
  • Französischer Geigenbogen, wahrscheinlich J.T.L., um 1920
  • Sehr feiner Französischer Bratschenbogen, Pierre Testa, Paris (Neubau)
  • Feine antike Mittenwalder Violine, Neuner & Hornsteiner, um 1870
  • Kräftiger deutscher Geigenbogen, Richard Geipel
  • Feine italienische Bratsche von Marcello Martinenghi, 1949 (Zertifikat Eric Blot)
  • Moderne Markneukirchener Geige, kunsthandwerklicher Geigenbau, 1992
  • Jacques Camurat: französische Meistergeige aus Paris, 1958
  • Albert Nürnberger: Kraftvoller, silbermontierter Geigenbogen
  • Französische Meistergeige No. 34 von Paul Hilaire, 1950
  • Aus dem Nachlass von Prof. Günter Szkokan: Feine Wiener Bratsche von Ferdinand Kugler, 1973
  • Hübsche alte Böhmische Geige, um 1930
  • Feine Französische Violine, Andre Coinus, 1927
  • Antike Mittenwalder Geige um 1910, aus dem Lager Eugen Gärtner
  • Luigi Lanaro, moderne italienische Geige, 1975 (Zertifikat Eric Blot)
  • Jean-Joseph Honoré Derazey: Französische Violine (Zertifikat Hieronymus Köstler)
  • Zeitgenössische Italienische Meistergeige, Virgilio Cremonini, 2012
  • Italienische Violine von Francesco Cossu, 1979
  • Ältere Italienische Geige mit goldenem Klang, 1970er Jahre
  • Giuseppe Lucci, feine Italienische Bratsche, Rom 1967 (Zertifikat Eric Blot)
  • Moderne Italienische Geige, Piero Virdis, 2002 (Zertifikat Piero Virdis)
  • 3/4 - Deutsche 3/4 Meistergeige, gebaut 1950, A. Frisch
  • Dekorierte antike deutsche Klingenthaler Geige um 1850