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Mirecourt: Die geräumige Wiege des französischen Geigenbaus


Mirecourt: Information über französische Geigen und die Geschichte des französischen Geigenbaus


Das malerische Ufer des Flusses Madon in Lothringen führt zu den Ursprüngen des französischen Geigenbaus, und wie alle guten Geschichten verläuft auch diese Spur ins Sagenhafte. Dass die Wiege berühmter französischer Geigen- und Bogenbaumeister in Mirecourt stand, bestreitet niemand, wenn auch mehr als fraglich ist, ob diese Wiege schon im frühen 16. Jahrhundert von dem legendären Altmeister „Tywersus“ gezimmert wurde. Anders als etwa im sächsischen Vogtland liegen die Anfänge der Geigenherstellung von Mirecourt im historischen Dunkel. Wie so oft soll wohl das behauptete Alter einer Tradition vor allem ihre Größe und Bedeutung unterstreichen, und in der Tat ist Mirecourt die anerkannte Hauptstadt, für viele sogar ein Synonym des Geigenbaus in Frankreich.

mirecourt

Das französische Zentrum des Geigenbaus: Mirecourt


Mit strengen Zunftregeln achteten die Mirecourter Geigenbauer ab 1732 auf die Einhaltung hoher Qualitäts-Standards für ihre französischen Geigen, und die in ihren Werkstätten ausgebildeten Lehrlinge waren weit über die Stadtgrenzen hinaus gefragte Gehilfen. Nicht selten gründeten sie bald in anderen Städten, allen voran natürlich Paris, eigene Ateliers, und manch einer kehrte nach erfolgreichen Jahren in der Fremde zurück in die Vogesen. So wirkte der Mirecourter Geigenbau ebenso stark nach außen, wie er Einflüsse anderer Schulen aufnehmen konnte. Stilistisch standen die gefragten italienischen Meister Pate, zunächst mehr die aus Brescia, später mehr die Cremoneser; wichtige technische Kenntnisse übernahm man aus dem deutschen Geigenbau.


Unter den großen französischen Geigenbauer-Familien, die aus Mirecourt stammen, sind die Namen Vuillaume, Chanot, Voirin, Bazin und Collin zu nennen. Auch die Familie des „französischen Stradivarius“ Nicolas Lupot hat ihre Wurzeln in Mirecourt. Dass man auf die große Handwerkstradition stolz war, mag durch die geringe Zahl gefälschter Geigenzettel in französischen Geigen belegt werden. Man gab zwar oft Paris als Herkunftsort an, zeichnete aber nicht mit falschen italienischen Namen, wie es an anderen Orten üblich war. Gewisse Unsicherheiten ergeben sich allein aus dem Umstand, dass die Brandstempel der Werkstattgründer von ihren Nachfolgern in der Regel weiterverwendet wurden – kein Schmücken mit fremden Federn, eher ein stolzer Verweis auf die Tradition, in der sich die jungen Geigenbaumeister sahen.

Didier Nicolas (1757-1833) gilt als Begründer der fabrikmäßigen Herstellung von französischen Geigen in Mirecourt, die den Instrumentenbau zum bis heute bestimmenden Wirtschaftszweig der Stadt werden ließ. Mit der École Nationale de Lutherie ist Mirecourt das wichtigste Ausbildungszentrum französischer Geigenbauer. Über die Geschichte des Geigen- und Bogenbaus informiert das sehenswerte musée de la lutherie et de l‘archèterie françaises.

In unserem Online-Katalog finden Sie eine große Auswahl an alten und antiken Streichinstrumenten.



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Neuzugänge in unserem Katalog
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  • Rogert François Lotte, feiner französischer Geigenbogen
  • Französischer Geigenbogen, wahrscheinlich J.T.L., um 1920
  • Sehr feiner Französischer Bratschenbogen, Pierre Testa, Paris (Neubau)
  • Feine antike Mittenwalder Violine, Neuner & Hornsteiner, um 1870
  • Kräftiger deutscher Geigenbogen, Richard Geipel
  • Feine italienische Bratsche von Marcello Martinenghi, 1949 (Zertifikat Eric Blot)
  • Moderne Markneukirchener Geige, kunsthandwerklicher Geigenbau, 1992
  • Jacques Camurat: französische Meistergeige aus Paris, 1958
  • Albert Nürnberger: Kraftvoller, silbermontierter Geigenbogen
  • Französische Meistergeige No. 34 von Paul Hilaire, 1950
  • Aus dem Nachlass von Prof. Günter Szkokan: Feine Wiener Bratsche von Ferdinand Kugler, 1973
  • Hübsche alte Böhmische Geige, um 1930
  • Feine Französische Violine, Andre Coinus, 1927
  • Antike Mittenwalder Geige um 1910, aus dem Lager Eugen Gärtner
  • Luigi Lanaro, moderne italienische Geige, 1975 (Zertifikat Eric Blot)
  • Jean-Joseph Honoré Derazey: Französische Violine (Zertifikat Hieronymus Köstler)
  • Zeitgenössische Italienische Meistergeige, Virgilio Cremonini, 2012
  • Italienische Violine von Francesco Cossu, 1979
  • Ältere Italienische Geige mit goldenem Klang, 1970er Jahre
  • Giuseppe Lucci, feine Italienische Bratsche, Rom 1967 (Zertifikat Eric Blot)
  • Moderne Italienische Geige, Piero Virdis, 2002 (Zertifikat Piero Virdis)
  • 3/4 - Deutsche 3/4 Meistergeige, gebaut 1950, A. Frisch
  • Dekorierte antike deutsche Klingenthaler Geige um 1850