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Vertiefende Beiträge über Streichinstrumente und die Geschichte des Geigenbaus


Stephan von Baehr und die Architektur der Violine


Stephan von Baehr ist eine Ausnahmeerscheinung unter den Geigenbauern seiner Generation. Ein Porträt über den "Architekten der Violine"


Der Pariser Geigenbauer Stephan von Baehr ist ein Meister des feinen Details und versteht seine Kunst als Suche nach der idealen Architektur. Sein Konzept beruht auf der Erkenntnis, dass es im Schwingungsverhalten eines Streichinstruments nichts Nebensächliches gibt, und dass die Summe kleinster Veränderungen den großen Unterschied bewirkt. Mit dieser anspruchsvollen Philosophie hat sich Stephan von Baehr früh einen exzellenten Ruf unter professionellen Musikern erworben und Auszeichnungen gewonnen, die für einen Geigenbauer seiner Generation alles andere als selbstverständlich sind.

1972 in Schwerin geboren, absolvierte Stephan von Baehr seine Lehre in der Werkstatt von Reinhard Bönsch in Markneukirchen und erlernte die Kunst der Holzbildhauerei bei Jochen Heinzmann. Der Fall der Mauer im Jahre 1989 eröffnete dem gerade fertig ausgebildeten Gesellen ungeahnte Chancen, konnte er doch nun seine Kenntnisse in herausragenden europäischen Werkstätten perfektionieren. Dazu gehörte unter anderem das Atelier von Andreas Kägi in Berlin, wo Stephan von Baehr mehrere Stradivari-Instrumente eingehend studieren konnte, die dort in dieser Zeit restauriert wurden. 1993 erhielt er eine Anstellung als Restaurator antiker Instrumente bei Bernard Sabatier in Paris und bestand im folgenden Jahr die deutsche Meisterprüfung mit Bestnote.

Ein Markstein in der Laufbahn des jungen Geigenbauers sollte das „RNCM International Cello Festival“ im Jahr 1998 werden, bei dem ein Instrument von seiner Hand größte Anerkennung bei der hochkarätigen Fachjury um Charles Beare fand. Ermutigt durch das Lob aus berufenstem Munde, konzentrierte sich Stephan von Baehr nun ganz auf den Instrumenten-Neubau. In der prominenten Pariser Geigenbauerstraße Rue de Rome machte er sich mit einer eigenen Werkstatt selbständig, unterstützt von seinem ehemaligen Meister Sabatier. Neben seinem Erfolg in Manchester erreichte Stephan von Baehr Gold- und Silbermedaillen bei mehreren internationalen Geigenbauwettbewerben, zum Beispiel in Salt Lake City, Portland und Cleveland; beim Geigenbauwettbewerb in Mittenwald 2001 erhielt er einen Spezialpreis für die „beste und individuellste Arbeit“ – eine Ehrung, auf die er besonders stolz ist. Von deutschen und französischen Stiftungen wie „Natexis“ oder der „Deutschen Stiftung Musikleben“ wurde er schon mehrfach mit Auftragsarbeiten für Nachwuchstalente betraut.

Stephan von Baehr kenn als Sohn zweier professioneller Geiger die Ansprüche und Bedürfnisse von Berufsmusikern seit seiner Kindheit. Zu den Künstlern, die von Baehrs Instrumente spielen, gehören Solisten wie Isabelle Faust und Lise Berthaud sowie führende Orchestermusiker, etwa der Solocellist der Berliner Philharmoniker Olaf Maninger. Bei manch einem Konzert der Wiener Philharmoniker, berichtet Stephan von Baehr, seien sechs Bratschen aus seiner Werkstatt zu hören. Viele Musiker dieser großen Orchester nutzen Konzertaufenthalte in Paris für einen Werkstattbesuch, um den Klang ihrer Instrumente gemeinsam mit ihrem Erbauer weiterzuentwickeln.

Befragt nach den Quellen seiner Inspiration, verweist Stephan von Baehr auf die Epoche Stradivaris und Guarneris, in der die Prinzipien einer idealen Violinarchitektur entwickelt worden seien. Ihr Vorbild hat er stets vor Augen, in Gestalt bedeutender Werke aus der goldenen Zeit des Cremoneser Geigenbaus selbst, die sich regelmäßig in seinem Atelier befinden – nicht zum Zwecke des Handels oder der Restaurierung, sondern allein als Wegzeichen bei der Arbeit an neuen Instrumenten. Weitere sind als detailgetreue Silikonabgüsse greifbar – eine Präsenz des altitalienischen Geigenbaus direkt an der Werkbank, die Einzigartigkeit beanspruchen darf. Von diesem Sinn für das Bewährte profitiert nicht zuletzt die vertrauensvolle Zusammenarbeit, die Stephan von Baehr mit den Spielern seiner Instrumente pflegt – eine fruchtbare Konstellation, die noch viel erwarten lässt.


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  • Luigi Galimberti, Italienische Geige, Milano 1925 (Zertifikat Eric Blot)
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  • 3/4 - Feine Mittenwalder 3/4 Violine. Neuner & Hornsteiner, um 1850
  • Seltene Violine. 19. Jahrhundert Frankreich, Maline, circa 1820
  • Feine italienische Violine aus Mailand, Liuteria Italiana Luigi Mozzani 1921
  • Zeitgenössische Sächsische Meistergeige, Klaus Münzner
  • Englische Geige von Dykes & Sons, London (W.E. Hill & Sons Registraturnummer)
  • Moderne Geige. Beare & Son, Beijing 1995
  • Ungarische Violine Op.13 von Alajos Werner, Budapest, 1910
  • Deutsche Meistergeige. Gebaut von Herbert Schmidt, Gelsenkirchen 1965.
  • Bayerische Geige. Krauss Werkstatt, Landshut 1954
  • Interessante alte Böhmische Geige nach Ruggeri. 1920er Jahre