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Vertiefende Beiträge über Streichinstrumente und die Geschichte des Geigenbaus


W.E. Hill & Sons: Auf dem Parnass der Geigenbaukunst


W.E. Hill & Sons: Eine Londoner Geigen-Legende.
Zur Geschichte der berühmten Stradivari-Experten und ihrer Werkstatt


W.E. Hill & Sons war eines der renommiertesten Unternehmen in der Geschichte des Geigenbaus, das sich nicht nur in umfassender Weise mit Bau und Handel von Streichinstrumenten, Bögen und Zubehör befasste, sondern insbesondere durch seine Expertise in historischen Streichinstrumenten legendären Ruf erwarb. William Ebsworth Hill (1817-1895), Sohn einer alten und sehr angesehenen Londoner Geigenbauer-Familie, trat mit 14 Jahren in die von seinem Vater Henry Lockey Hill (1774-1835) und seinem Bruder geführte Werkstatt ein. 1837 blieb er nach dem Tod seines Bruders allein zurück und gründete im folgenden Jahr – nach einem kurzen Intermezzo als angestellter Geigenbauer – seine eigene Werkstatt. Mit ihr erwarb er sich einen guten Ruf als hervorragender Reparateur, erwies sich aber zugleich als erklärter Universalist, der, wenn auch in überschaubarer Zahl, sowohl Streichinstrumente als auch Bögen erlesener Qualität fertigte.

W. E. Hill konnte sich ab 1887, nachdem seine vier Söhne in das Unternehmen eingetreten waren, seiner Leidenschaft für die historischen Meisterwerke des Geigenbaus von Cremona widmen und avancierte schnell zum führenden Stradivari-Experten seiner Zeit. Unbestechlich in seinem Urteil, seriös als Geschäftsmann und mit größter Berufserfahrung als Geigenbauer baute William Ebsworth Hill einen überaus erfolgreichen Handel mit den wertvollsten alten Streichinstrumenten auf. Die Räumlichkeiten von „W.E. Hill & Sons“ in der Londoner New Bond Street avancierten zu einem „Parnassus der Geigenbaukunst“ (William Henley), einem internationalen Treffpunkt von Musikern, Künstlern und Sammlern. Um die Jahrhundertwende stand das Unternehmen in seinem frühen Zenit, ausgezeichnet mit zahlreichen Medaillen und Ernennungen zum Geigen- und Bogenmacher der Könige von England, Italien und Portugal sowie weiterer europäischer Herrscher.

Für den Erfolg und den anhaltenden Ruhm von W.E. Hill & Sons waren – kaum weniger als der Handel mit den alten Cremoneser Meisterwerken – auch Streichbögen höchster Qualität verantwortlich, die die Hills über die Jahre von einer langen Reihe bester Meister ihres Faches fertigen ließen. Zu ihnen zählen exemplarisch der junge James Tubbs (1835-1921), Samuel Allen und William Charles Retfort (1875-1970), die als herausragende Künstler Exponenten des Bogenbaus im 19. und 20. Jahrhundert sind. Als Meisterwerke waren Geigenbögen von W.E. Hill & Sons in aller Regel mit Symbolen gekennzeichnet, die es erlauben, auf ihren Erbauer zurückzuschließen; Bögen von William C. Retfort tragen beispielsweise einen Punkt an der Kopfplatte. Offenbar haben die Hills diese Praxis aber nicht von Anfang an verfolgt, weshalb viele frühe Bögen von James Tubbs neben ihrem W.E. Hill & Sons -Stempel auch den später ergänzten Namensstempel ihres Schöpfers tragen. Im Jahr 1992 endete die lange Geschichte des Unternehmens W.E. Hill & Sons, zu dessen Erben mehrere eigenständige, kleinere Instrumentenhändler zählen, die von Angehörigen der Familie geführt werden. Die Expertisen und Veröffentlichungen der Hills, insbesondere zu Antonio Stradivari, sind bis heute eine gültige Stimme und Referenz der Musikinstrumentenforschung.



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  • Feine Mittenwalder Geige. Nach Aegidius Klotz, um 1800
  • Ältere Geige aus Deutschland gebaut um 1950
  • Feiner französischer Geigenbogen. Marie Louis Piernot, Paris (Zertifikat J. F. Raffin)
  • Feine italienische Violine. Mailand, Liuteria Italiana Luigi Mozzani 1921
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  • Deutscher Geigenbogen mit warmem Klang, um 1940
  • 1/4 - Seltene Französische 1/4 Geige, um 1850
  • Kleine Französische Bratsche: Joseph Nicolas fils, 1849
  • Ausgezeichneter alter deutscher Geigenbogen. Heller, süßer Klang, 1950er Jahre
  • Deutscher Violinbogen, Markneukirchen, Silber, mit blankem Frosch
  • Antike Mittenwalder Geige um 1850
  • Feiner zeitgenössischer Bratschenbogen, Rudolf Neudörfer. Pecatte Modell
  • Zierliche italienische Geige, spätes 18. Jahrhundert (Zertifikat Hieronymus Köstler)
  • Pfretzschner, kräftiger Bratschenbogen von H.R. Pfretzschner um 1940
  • Christian Friedrich Meinel, vogtländische Meistergeige um 1760
  • Englische Geige um 1760. Wahrscheinlich James Preston
  • Feine Solisten Violine von Nicolò Gagliano, 1762 (Zertifikat J. & A. Beare) - Investitionsobjekt
  • Giuseppe Pedrazzini, feine italienische Violine (Zertifikat J. & A. Beare) - Investitionsobjekt
  • Bayerische Geige. Krauss Werkstatt, Landshut 1954
  • Feiner Cellobogen. Joseph Alfred Lamy Pere, Paris, um 1885 (Zertifikat J.-F. Raffin)
  • Feine Mittenwalder Meistergeige, um 1740, nahes Umfeld Sebastian Klotz