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Vertiefende Beiträge über Streichinstrumente und die Geschichte des Geigenbaus


Louis Lowendall (Löwenthal) - Geige nach Stradivari, Dresden 1884 - Decke
Louis Lowendall (Löwenthal) - Geige nach Stradivari, Dresden 1884 - Decke
Louis Lowendall (Löwenthal) - Geige nach Stradivari, Dresden 1884 - Decke
Violine von Luis Lowendall, Dresden 1884 - Boden
Violine von Luis Lowendall, Dresden 1884 - Boden
Violine von Luis Lowendall, Dresden 1884 - Zargen
Violine von Luis Lowendall, Dresden 1884 - Zargen
Violine von Luis Lowendall, Dresden 1884 - Schnecke
Violine von Luis Lowendall, Dresden 1884 - Schnecke
Herkunft: Dresden
Erbauer: Louis Lowendall
Bodenlänge: 35,9 cm
Jahr: ca. 1880
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Geige von Luis Lowendall, Dresden nach Stradivari, um 1880

In der Dresdener Zeit Louis Löwenthals entstand diese edle Violine, eine gut gelungene Arbeit nach dem prägnanten Modell Stradivaris. Sie trägt neben einem entsprechenden Modell-Zettel auch den Brandstempel Löwenthals, mit dem der äußerst erfolgreiche Werkstatt-Inhaber und Händler Instrumente gehobener Qualität kennzeichnete. Erste geigenbauerische Versuche soll Löwenthal als kleiner Junge in seiner Heimatstadt Königsberg unternommen haben, mit einer Phantasie-Geige aus zusammengesuchten Hölzern, Saiten aus Baumwollfäden und einem Bogen, dessen Bespannung frisch von Pferden geschnitten war, die gerade zufällig auf der Straße standen. Diese frühe, tiefe Begeisterung für Streichinstrumente darf als ein Grund des sofortigen Erfolges angesehen werden, den der zu einem guten Musiker, Geigen- und Bogenmacher gereifte Löwenthal mit seiner 1855 gegründeten Berliner Musikalienhandlung erzielte. Schnell konnte er zahlreiche talentierte Gehilfen und renommierte Meister wie Heinrich Knopf für das Unternehmen gewinnen, das unter dem Namen „Lowendall Star Works“ weltweite Bekanntheit erlangte. Löwenthal war in der Welt zu Hause und pflegte Geschäftsbeziehungen und Freundschaften zu Geigenbau-Legenden wie George Gemunder in den U.S.A., der von ihm ein signifikantes Lager alter europäischer Tonhölzer erwarb. Die virtuose Gestalt der Stradivari-Geige passt gut zu dem experimentierfreudigen Geigenbauer Löwenthal, der u. a. ein Patent auf einen „Resonator-Bassbalken“ mit mehreren hohlen Stimmstöcken besaß. Fein ausgezogen in die Ecken ist die Randeinlage der hier angebotenen Violine, die neben der schön gearbeiteten Schnecke zum auffallenden Dekor dieses Modells gehört. Ein geschmackvoll antikisierter, goldbrauner Lack mit ansprechenden Rottönen rundet ihre visuelle Erscheinung ab, die dem wunderschönen Klang dieser Qualitätsgeige hervorragend entspricht: Hell, strahlend, obertonreich und präzise ist die Stimme, die sie mit vorzüglich leichter Ansprache entfaltet. Wir empfehlen sie als ein besonders interessantes, mit einigen Lackmängeln und einer Wirbelkastenreparatur, dem Korpus rissfrei erhaltenes Instrument, das in unserer Fachwerkstatt für Geigenbau wie alle unsere Instrumente mit großem Aufwand spielfertig hergerichtet wurde.

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