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Vertiefende Beiträge über Streichinstrumente und die Geschichte des Geigenbaus


Viennese master violin, Franz Angerer 1898
Viennese master violin, Franz Angerer 1898
Viennese master violin, Franz Angerer 1898
Wiener Meistergeige, Franz Angerer, 1898
Wiener Meistergeige, Franz Angerer, 1898
Violon de maitre de Vienne, Franz Angerer 1898
Violon de maitre de Vienne, Franz Angerer 1898
Violino di maestro Viennese Franz Angerer
Violino di maestro Viennese Franz Angerer
Herkunft: Wien
Erbauer: Franz Angerer
Bodenlänge: 35,9 cm
Jahr: 1898
Klang: Warm, gereift, weich, süss
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Feine Wiener Meistergeige, Franz Angerer, 1898

Diese Wiener Meistergeige von Franz Angerer ist ein authentisches Stück der Wiener Musikkultur im späten 19. Jahrhundert, in der ihr Erbauer als aktiver Musiker und Komponist eine namhafte Rolle spielte. Angerer gehörte vor der Gründung seiner Werkstatt zum legendären Quartett Johann Schrammels und spielte danach viele Jahre lang im Bühnenorchester des Burgtheaters. Doch auch auf seine eigene Zunft übte er großen Einfluss aus, als hochgeehrtes Mitglied der Wiener Blas- und Streichinstrumentenmachergenossenschaft und als Lehrer zahlreicher Schüler. So bestimmt sein recht breit gehaltenes Stradivarimodell mit zierlichen F-Löchern auch das Werk seines Sohnes Franz Angerer jun. und seines Nachfolgers Josef Hlawsa, der seit 1913 die bestens eingeführte Werkstatt leitete. Die hier angebotene Geige repräsentiert diesen persönlichen Stil Franz Angerers als ein ästhetisch und klanglich hervorragend gelungenes Instrument, das mit einer minimalen Reparatur an der rechten äußeren F-Klappe vorzüglich erhalten ist. Die hübsche, ausdrucksstark gestochene Schnecke lässt die reiche Erfahrung des Meisters erkennen, der sich um die Jahrhundertwende auf dem Zenit seiner Laufbahn als Geigenbauer befand. Die feinjährige Fichte der Decke und der kraftvoll geflammte Ahorn des zweiteiligen Bodens sind exzellente Tonhölzer, die ein reichhaltig aufgetragener, orangebrauner Öllack mit leuchtender Transparenz ziert. Feines Craquelé und interessante Spielspuren, die auf gute Musiker unter den früheren Besitzern dieses Instruments hinweisen, verleihen dem geschmackvollen Lackbild antike Reife. Ein datiertes Originaletikett im Inneren des Korpus und ein Kaufbeleg der Wiener Kunstwerkstätte für Geigenbau Robert Knisch aus dem Jahr 1937 dokumentieren die Geschichte dieser höchst empfehlenswerten Geige, die mit ihrem warmen, hellen und gereiften Klang und einer süßen, weichen Note in den oberen Bereichen überzeugt – sofort spielfertig nach einer aufwändigen Aufarbeitung durch die Geigenbauer in unserer Werkstatt.

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