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Vertiefende Beiträge über Streichinstrumente und die Geschichte des Geigenbaus


Mittenwalder Meistergeige, Karl Sandner 1968
Mittenwalder Meistergeige, Karl Sandner 1968
Mittenwalder Meistergeige, Karl Sandner 1968
Herkunft: Mittenwald
Erbauer: Karl Sandner
Bodenlänge: 35,8 cm
Jahr: 1968
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Mittenwalder Meistergeige von Karl Sandner 1968

Diese Meistervioline von Karl Sandner ist ein hervorragend gelungenes Beispiel für den klassischen, handwerklich orientierten Mittenwalder Geigenbau der 1960er Jahre. Mit ihrer geschmackvollen, attraktiven Ästhetik und ihren ausgezeichneten musikalischen Eigenschaften repräsentiert sie das Werk eines Meisters, der im Stillen wirkte und bislang wenig öffentliche Aufmerksamkeit gefunden hat – zu Unrecht, wie diese sorgfältig gearbeitete, von gereiftem Fachwissen und handwerklicher Sensibilität zeugende Arbeit demonstriert. Karl Sandner kam nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs mit vielen anderen Heimatvertriebenen aus der böhmischen Geigenbaustadt Schönbach (Luby) nach Mittenwald und fand zunächst Arbeit in den – ihrerseits aus dem sächsischen Adorf nach Bayern verlegten – Gewa-Werkstätten, in denen sein Bruder bereits als Stegmacher beschäftigt war. Aber die hocheffiziente, arbeitsteilige Organisation des Instrumentenbaus, die auch bald zum Konflikt zwischen den Schönbachern und einheimischen Geigenbauern führen sollte, entsprach nicht seinen umfassenden handwerklichen Interessen; so blieb Karl Sandner in Mittenwald und gründete seine eigene Werkstatt, als der größte Teil der Exilanten das Isartal im Jahr 1949 verließ, um in Bubenreuth eine neue Produktion nach Schönbacher Vorbild aufzubauen. Sandner ging seinen eigenen Weg und erreichte mit seinen Instrumenten Kunden in aller Welt, nicht zuletzt in den U.S.A. Schon mit der Wahl der exzellenten Tonhölzer für die hier angebotene Geige beweist Karl Sandner sein hochentwickeltes stilistisches und musikalisches Gespür, das die Meisterarbeit über die bloße Erfüllung handwerklicher Standards erhebt. Der reichhaltige, transparente und auf einer hellen Grundierung aufgetragene goldbraune Lack akzentuiert die markante Maserung der mitteljährigen Fichtendecke sowie die wundervoll bewegte, tiefe Flammung des zweiteiligen Ahornbodens und verleiht dem Gesamtbild dieser Violine einen offenen, edlen Charakter. Zu ihm passen einige aussagekräftige Spielspuren ausgezeichnet, die die Wertschätzung versierter Musiker bezeugen. Bei einer gründlichen Durchsicht haben sich unsere Geigenbauer vom tadellosen Bestzustand dieser Geige überzeugt, die wir spielfertig hergerichtet anbieten. Unser Violinist, der selbst in der 1. Violine eines bekannten Münchner Orchesters spielt, zeigte sich nach dem Einspielen der Klangproben begeistert von ihren Spieleigenschaften und von ihrem höchst empfehlenswerten, kraftvollen Klang. So überzeugt diese vergleichsweise breite Interpretation des historischen Stradivari-Modells mit ihrem gereiften Ton und ihrer klingenden Resonanz, die anspruchsvollen Musikern interessante musikalische Optionen eröffnet. Mittenwalder Meistergeigen in ähnlicher Qualität werden heutzutage in MIttenwald zu Preisen nicht unter € 12.000 - € 18.000 angeboten.

Verkauft €

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