Markneukirchener Bratsche, Johann Christian Voigt II, 1788

Im Jahr 1788 fertigte der Markneukirchener Geigenbaumeister Johann Christian Voigt II diese feine Viola, die mit 38,7 cm Korpuslänge zu den zierlichen Instrumenten ihrer Art gehört, dank ihrer hohen Zargen und der exzellenten, handwerklichen Qualität ihrer Ausarbeitung aber zugleich mit einem erstklassigen Klang und besten, höchst präzisen Spieleigenschaften überzeugt. Wie sein Vater Johann Friedrich Voigt I. versuchte auch Johann Christian Voigt, seine Instrumente für den Verkauf interessanter zu machen, indem er ihnen eine Herkunft aus der böhmischen Metropole Prag zuschrieb – so auch auf dem handgeschriebenen Etikett des hier...

Im Jahr 1788 fertigte der Markneukirchener Geigenbaumeister Johann Christian Voigt II diese feine Viola, die mit 38,7 cm Korpuslänge zu den zierlichen Instrumenten ihrer Art gehört, dank ihrer hohen Zargen und der exzellenten, handwerklichen Qualität ihrer Ausarbeitung aber zugleich mit einem erstklassigen Klang und besten, höchst präzisen Spieleigenschaften überzeugt. Wie sein Vater Johann Friedrich Voigt I. versuchte auch Johann Christian Voigt, seine Instrumente für den Verkauf interessanter zu machen, indem er ihnen eine Herkunft aus der böhmischen Metropole Prag zuschrieb – so auch auf dem handgeschriebenen Etikett des hier vorliegenden Instruments, was angesichts seiner vorzüglichen Eigenschaften aber kaum zu verstehen ist, demonstriert diese Johann Christian Voigt II Bratsche doch auch als authentische Vertreterin des Markneukirchener Geigenbaus des 18. Jahrhunderts eindrucksvoll die besonderen Fähigkeiten ihres Erbauers, insbesondere in dem anspruchsvollen Sujet der Viola. Auch das Modell dieses Instruments ist von klarer vogtländischer Provenienz und reflektiert die Zugehörigkeit Johann Christian Voigts zu einer weit verzweigten Familie dieser klassischen Geigenbauregion. Reiche Spielspuren, die einem viel gespielten, antiken Instrument zukommen, bestimmen den faszinierenden Charakter des transparenten, leuchtend goldbraunen Lackbildes, das reizvolle Patina entwickelt hat und mit der schönen Maserung der Decke aus feinjähriger Fichte und des zweiteiligen Bodens aus zurückhaltend eng geflammtem Ahorn spielt. So erzählt diese sehr gut erhaltene, in unserer Fachwerkstatt sorgfältig restaurierte Johann Christian Voigt Bratsche eine mehr als 200 Jahre lange musikalische Geschichte, in der sie ihren warmen und resonanten Klang entwickelt hat – eine attraktive, historische Stimme von dunklem und zugleich süßem Charakter.

Johann Christian Voigt Bratsche
Johann Christian Voigt Bratsche, Ahornboden
Johann Christian Voigt Bratsche, Zargen
Johann Christian Voigt Bratsche, Schnecke
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