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Vertiefende Beiträge über Streichinstrumente und die Geschichte des Geigenbaus


Christoph Götting: Exzellenz durch Tradition


Christoph Götting und die Lehren der alten Meister:
21 Jahre Wanderschaft in der Welt berühmter Geigen – ein Porträt von Corilon violins


Traditionsreiche Häuser wie W. E. Hill & Sons, Rembert Wurlitzer und Vatelot-Rampal waren und sind die ersten Adressen in der Welt hochwertiger Streichinstrumente. Ihren Einfluss verdanken sie nicht zuletzt jenen exzellenten Geigenbauern, die unter ihren Dächern lernen, reifen und arbeiten konnten – wie der Geigenbaumeister Christoph Götting, der zu einem denkbar frühen Zeitpunkt seiner Ausbildung in die renommierte Werkstatt von J. & A. Beare in London aufgenommen wurde. 1948 in eine musikalische Wiesbadener Familie hineingeboren, erlernte Christoph Götting von 1964 bis 1967 das Handwerk des Geigenbauers an der Fachschule für Musikinstrumentenbau in Mittenwald. Nach einem ersten Gesellenjahr bei Edith Dittrich in Bern kam er 1969 zu Beares – eine Chance, über deren Seltenheit sich der junge Geigenbauer durchaus bewusst war. 1974 ging Christoph Götting für eine kurze Unterbrechung nach Mittenwald, um dort einen Meisterkurs zu absolvieren, den er mit Auszeichnung abschloss. Wenige Monate später kehrte er als eine führende Kraft zu Beares zurück.


Die 21 Jahre seiner Mitarbeit in dieser berühmten Werkstatt betrachtet Christoph Götting bis heute als Privileg. Verschiedene wertvolle Meistergeigen, darunter mehrere Stradivaris, gingen durch seine Hände; eine davon war die so genannte „Gibson“-Stradivari von 1713, die auch als „Huberman“ bekannt ist und heute von Joshua Bell gespielt wird. Einem ihrer Vorbesitzer, dem polnischen Virtuosen Bronislav Huberman, war sie 1936 aus der Garderobe der New Yorker Carnegie Hall gestohlen worden. 50 Jahre später verriet der – eher unbekannt gebliebene – Geiger Julian Altman seiner Frau auf seinem Sterbebett, dass er sein Leben lang völlig unbemerkt genau diese verschollen geglaubte „Gibson“ gespielt habe; er habe die Geige dem Dieb kurz nach der Entwendung für 100 Dollar abgekauft. Charles Beare erhielt den Auftrag, das Instrument zu identifizieren. Nachdem seine Echtheit bestätigt war, wurde es von Götting restauriert.

In seinem letzten Jahr bei Beare‘s war Christoph Götting am Aufbau einer Neubausparte beteiligt, entschied sich jedoch 1990 für die Gründung einer eigenen Werkstatt: In Hampshire machte sich Götting in einer umgebauten Scheune aus dem 18. Jahrhundert selbständig. Mit 65, nach 44 Jahren in England, zog er 2013 schließlich in seine Geburtsstadt in Deutschland zurück – allerdings keineswegs, um sich zur Ruhe zu setzen, sondern um sein Handwerk in Wiesbaden-Dotzheim weiterzuführen, wo Christoph Götting für seine Kunden besser erreichbar ist als in England. Seit Beginn seiner Selbständigkeit hat Christoph Götting über 80 eigene Geigen und Violen gebaut, die er aber, bei aller Rückbesinnung auf historische Vorbilder, nicht als Reproduktionen versteht. Sie alle zeichnen sich unter anderem durch eine besonders zarte Lackschicht aus, die das Holz arbeiten lässt, sodass es seine Klangeigenschaften erhalten bzw. weiterentwickeln kann. So ist der Geigenlack, um den sich so viele Mythen ranken, das Lebensthema des zeitgenössischen Geigenbauers Christoph Götting. Aufbauend auf seinen Studien alter Instrumente hat er einen großen Teil seiner Zeit eigenen Experimenten zur Lackherstellung gewidmet – um den Methoden der alten Meister auf die Spur zu kommen und daraus die richtigen Lehren für seine Instrumente zu ziehen.


Zu den Spielern von Christoph Göttings „Meistergeigen von heute“ gehören Solisten, Dozenten und führende Orchestermusiker wie Albert Rundel vom Kammerorchester Köln, der Weggefährte Claudio Abbados Markus Däunert sowie Kolja Blacher, der die Berliner Philharmoniker rund drei Jahre lang auf einer Götting-Violine leitete und einige Solokonzerte darauf spielte. 2011 wurde Christoph Götting mit dem „Balvenie Master of Craft“ geehrt.



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