Suche:
corilon violins

Suche

Instrumenten-Finder

Welchen Klang suchen Sie?
Sie können nur eine oder mehrere Eigen­schaften auswählen und beliebig kombinieren.

Instrumente
Herkunft
Jahr
Klang

Archiv

Vertiefende Beiträge über Streichinstrumente und die Geschichte des Geigenbaus


Nicolas Lupot - Der zweite grosse Name des französischen Geigenbaus

Nicolas Lupot prägte neben J. B. Vuillaume den französischen Geigenbau des 19. Jahrhunderts. Ein Porträt des „anderen Meisters“, von Corilon violins


„Frappiert“ sei er gewesen, erzählt der Geiger, Komponist und Dirigent Ludwig Spohr in seiner Selbstbiographie von 1860, als er zum ersten Mal den „vollen und kräftigen Ton“ einer Violine von Nicolas Lupot vernommen habe; er erwarb sie umgehend im Tausch gegen sein altes deutsches Instrument und spielte sie „von nun an auf allen Reisen“. Spohrs Verblüffung darf man als späte Erkenntnis werten, genossen Nicolas Lupots Arbeiten in seiner französischen Heimat doch längst höchste Wertschätzung und hatten ihre prägende Wirkung auf den Geigenbau voll entfaltet. Als „französischer Stradivarius“ und überaus gefragter Lehrmeister brachte er im Laufe seiner Karriere eine ganze Reihe vorzüglicher luthiers hervor, darunter Charles-François Gand und Auguste Sébastien Philippe Bernardel, die sich später zu der namhaften Firma „Gand & Bernardel“ zusammenschließen sollten. Hinsichtlich seiner Bedeutung für den modernen französischen Geigenbau wird Lupot bis heute meist in einem Atemzug mit seinem berühmten Zunftkollegen Jean-Baptiste Vuillaume genannt; dabei ging er auch selbst als Begründer einer nach ihm benannten Schule in die Geigenbaugeschichte ein.

Am 4.12.1758 in die bedeutende Mirecourter Geigenbauerfamilie Lupot hineingeboren, verbrachte Nicolas Lupot seine Kindheit in Stuttgart, wo sein Vater, François Lupot, als königlicher „Hof-Lauten-und Geigenmacher“ tätig war. François Lupot war es auch, der seinen Sohn in die Geigenbaukunst einführte und ihm die in jener Zeit in Frankreich übliche Praxis vermittelte, sich stilistisch an den Idealen der späteren italienischen Meister zu orientieren. Orléans, wohin die Familie in Nicolas Lupots´ zwölftem Lebensjahr umzog, wurde zum Ort seiner ersten Schaffensphase. Um das Jahr 1794 führte Nicolas Lupots Weg in die französische Hauptstadt und dort wiederum in die Werkstatt von François Pique, dessen Arbeit infolge seiner Ausbildung in Mirecourt in ganz ähnlichen ästhetischen Anschauungen wurzelte. Eine mehrjährige und wechselseitig befruchtende Zusammenarbeit, aber auch eine enge Freundschaft waren das Ergebnis dieser Geschäftsbeziehung.

Nach vier Jahren etablierte sich Nicolas Lupot mit eigenen Ateliers an der Seine: Anfangs ließ er sich in der Rue de Grammont nieder, 1806 erfolgte ein Umzug in die Rue Croix-des-Petits-Champs. Im selben Jahr erschien die Publikation „La Chélonomie ou le parfait luthier“, eine Abhandlung über den Geigenbau aus der Feder von Abbé Sibire, zu der Nicolas Lupot den entscheidenden inhaltlichen Beitrag geliefert hatte. Bei aller Orientierung am großen Vorbild Stradivari zeichnet Lupots Werk eine unverkennbare kunsthandwerkliche Eigenständigkeit aus, die sich nicht allein in Details wie der Form der F-Löcher oder den von ihm verwendeten Fischbein-Einlagen ausdrückt; auch in Fragen des Klangs, der unter anderem Spohr so nachhaltig beeindruckte, sind Nicolas Lupots Instrumente von unverwechselbarem Charakter.

Zu einer besonderen Aufgabe gelangte Nicolas Lupot aufgrund der politischen Entwicklungen in Frankreich nach dem Wiener Kongress: Im Zuge der Wiedereinsetzung der Monarchie hatte Ludwig XVIII. im Jahr 1814 den Thron bestiegen und berief mit Nicolas Lupot einen renommierten Meister zum Geigenmacher der königlichen Kapelle und zum Lieferanten der königlichen Musikschule. Eine Auszeichnung, die Nicolas Lupot seit 1815/16 mit berechtigtem Selbstbewusstsein auf seinen Zetteln hervorhob: „N. Lupot Luthier de la Musique du Roi et de l´École Royale de Musique“.. Nicolas Lupot verstarb am 14.8.1824 in Paris.



Verwandte Beiträge:

J. B. Vuillaume: Notizen zu Leben und Werk

Joseph Hel: ein Meister nach Vuillaume

H. R. Pfretzschner, ein namhafter Vuillaume-Schüler

Die Geigenbauer-Familie Chanot

Le Canu-Millant: Geigenbau und Expertise

Vatelot-Rampal: Von der Kunst, Geigen zu heilen

J. & A. Beare, Beare's, London: Expertise im Wandel der Zeiten

W.E. Hill & Sons: Auf dem Parnass der Geigenbaukunst

Zeitgenössische Geigenbauer - Die neuen Künstler

Neuzugänge in unserem Katalog
  • Antike böhmische Geige, 19. Jahrhundert
  • Zeitgenössische Meistergeige von Marc de Sterke
  • SALE Justin Derazey Werkstatt, Französische Violine um 1880
  • Antike Französische 1/2 Geige. Mirecourt, um 1920
  • Geige - Handarbeit gebaut um 1980
  • Deutsche Geige von Wilhelm Herwig, gebaut um 1920
  • SALE Jacques-Pierre Thibout: Feine Violine, Paris 1839
  • SALE Antike Sächsische Violine. Um 1880
  • SALE Italienische Geige um 1920, Stefano Caponetti (Zertifikat Christian Lijsen)
  • SALE Mittenwalder Geige um 1790: Peter Hornsteiner (Zertifikat Hieronymus Köstler)
  • SALE H. Derazey Werkstatt, französische Violine, Ende 19. Jahrhundert
  • Feine Meistervioline von Christian Olivier & Paul Bisch Paris 1927
  • SALE W. E. Hill & Sons Geigenbogen, Edgar Bishop um 1930
  • Giuseppe Lucci, Roma 1967: feine Italienische Bratsche (Zertifikat Eric Blot)
  • Norddeutsche Meistergeige - Franz Reber, Bremen 1922
  • SALE Deutsche Geige. 1920er Jahre - Ausnahmeinstrument
  • Umberto Lanaro, Padova 1968: italienische Bratsche (Zertifikat Robert Bein)
  • Feine italienische Bratsche, Mario Bedocchi 1922 (Zertifikat Eric Blot)
  • SALE Luigi Vistoli, italienische Geige gebaut 1943 (Zertifikat Hieronymus Köstler)
  • ÜBERARBEITET UND VERBESSERT Zierliche Französische Bratsche, Joseph Nicolas fils, 1849
  • 3/4 Violine von Jerôme Thibouville-Lamy, um 1910
  • Meistergeige von Werner Voigt, Markneukirchen - Guarneri-Modell
  • Meistergeige nach Gaetano Chiocchi
  • Feine Mittenwalder Meistergeige, um 1740, nahes Umfeld Sebastian Klotz