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Eduard Tauscher, Violoncello um 1920 - Decke
Eduard Tauscher, Violoncello um 1920 - Decke
Boden
Boden
Zargen
Zargen
Schnecke
Schnecke
Inventarnr.: 2633
Herkunft: Erlbach bei Markneukirchen
Erbauer: Eduard Tauscher
Bodenlänge: 75,8 cm
Jahr: 1920 circa

Deutsches Cello von Eduard Tauscher, um 1920

Aus dem Holz alter Dachschindeln soll Eduard Tauscher seine ersten Geigen als selbständiger Meister gebaut haben - und so erstaunlich diese Materialwahl auch erscheinen mag, sie ist nicht ohne Beispiel in der Geschichte des Geigenbaus: Der große Jean-Baptiste Vuillaume reiste durch viele Länder, um alte Möbel und Bauhölzer als Holzreservoir für seine Werkstatt aufzukaufen, und George Gemunder fertigte viele seiner Violinen aus Resten der kolonialen Architektur Manhattans. Um 1920, als das hier angebotene Cello entstand, war Eduard Tauscher längst geschäftlich etabliert und damit, wie auf den ersten Blick zu erkennen ist, in der Lage, erstklassige Tonhölzer auf anderen Wegen beziehen zu können, wie den eng geflammten Bergahorn, aus dem der zweiteilige Boden dieses Cellos gearbeitet wurde. Das Instrument hat seine Herkunft lange verborgen, denn erst bei der - klanglich vollkommen unkritischen - Reparatur der Decke entdeckten wir das verborgen auf dem Oberklotz angebrachte Original-Etikett Tauschers. Das Cello stammt aus der Geigenmacher-Werkstatt, die Tauscher neben seinem florierenden Instrumentenhandel führte, vermutlich weitgehend frei von wirtschaftlichen Notwendigkeiten. In dieses Bild passt dieses bemerkenswert leichte Cello ausgezeichnet, dessen individueller Charakter von dem stark retuschierten Lackbild von dunkelroter Farbe über einem goldgelben Grund bestimmt wird. Die Schnecke ist eine außergewöhnlich schön gelungene Schnitzarbeit von seltener Eleganz. Seine herausragende Qualität erweist dieses besondere, in unserer Werkstatt spielfertig aufgearbeitete Instrument aus dem sächsischen Vogtland nicht zuletzt mit seinem gereiften Klang, der warm und ausgeglichen, reich an Volumen und charaktervoll ist.

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