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Vertiefende Beiträge über Streichinstrumente und die Geschichte des Geigenbaus


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Tanzmeistergeige, Pochette, Rieger München um 1900 - Decke
Tanzmeistergeige, Pochette, Rieger München um 1900 - Decke
Pochette (Tanzmeistergeige), um 1900 - Boden
Pochette (Tanzmeistergeige), um 1900 - Boden
Pochette (Tanzmeistergeige), um 1900- Zargen
Pochette (Tanzmeistergeige), um 1900- Zargen
Pochette (Tanzmeistergeige), um 1900- Kopf
Pochette (Tanzmeistergeige), um 1900- Kopf
Herkunft: München
Erbauer: Rieger
Bodenlänge: 31,5 cm
Jahr: 1900 circa
Klang:
Archiv

Pochette (Tanzmeistergeige), um 1900

Ein interessantes Stück Musikkultur des Barockzeitalters ist die Tanzmeistergeige, die wegen ihrer besonderen Form und kleinen Maße auch Taschengeige oder „Pochette“ genannt wird. In den Königs- und Fürstenhäusern des 17. und 18. Jahrhunderts war sie ein häufig anzutreffendes Instrument, das Tanzlehrer in der Rocktasche mit sich führen konnten, um beim Unterricht schnell einfache Melodien in den geforderten Rhythmen anstimmen zu können. Ihre Bedeutung nahm mit der des höfischen Tanzes nach der Französischen Revolution rasch ab, und so sind Tanzmeistergeigen des 19. Jahrhunderts seltene Sammlerstücke. Die hier angebotene Geige wurde um die Jahrhundertwende in München gebaut und ist auf dem Bodenplättchen mit einem originalen Brandstempel „Rieger“ versehen, den wir nicht eindeutig zuordnen konnten. Das hochwertig ausgeführte Modell ist mit seiner leicht gewölbten Decke aus weit- bis feinjähriger Fichte und dem Zargenaufbau am Vorbild der Violine orientiert, während die Form des Korpus an das spätmittelalterliche Rebec erinnert, das als historischer Vorläufer der Tanzmeistergeige gilt. Der schön geflammte Boden dieses Instruments wurde in einteiliger Bauweise aus Bergahorn gefertigt; orange-brauner Öllack rundet die Erscheinung der Geige ab und verleiht ihr mit feinem Craquellée antiken Charakter. Unsere Geigenbauer haben dieses ausgefallene Instrument mit größter Sorgfalt aufgearbeitet und spielfertig hergerichtet.

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