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Vertiefende Beiträge über Streichinstrumente und die Geschichte des Geigenbaus


Englische Meistergeige: Eric Voigt, Manchester
Englische Meistergeige: Eric Voigt, Manchester
English master violin: Eric Voigt, Manchester - back
English master violin: Eric Voigt, Manchester - back
- ribs
- ribs
English violin by Eric Voigt Manchester, scroll
English violin by Eric Voigt Manchester, scroll
Herkunft: Manchester
Erbauer: Eric Voigt
Bodenlänge: 35,4 cm
Jahr: circa 1960
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Englische Meistergeige, Eric Voigt, Manchester

Höchste musikalische Ansprüche erfüllt der sonore Klang dieser rund 60 Jahre alten Meistergeige, eine warme und süße Stimme, die sich durch ihre klingende Resonanz in den oberen Bereichen auszeichnet. Ihr Erbauer, der deutsch-britische Meister Eric Voigt galt in den 1960er Jahren als einer der „berühmtesten Unbekannten“ in der nordenglischen Musikszene. Hier erwarb er sich durch sensible Restaurierungen und erstklassige neue Instrumente wie Eric Voigts Bratsche von 1963 einen guten Ruf, der erstaunlicherweise aber nie weit ausstrahlte. Tatsächlich vereinen seine hochinteressanten Arbeiten Vorzüge aller wichtigen europäischen Geigenbautraditionen. Großen Wert legte Eric Voigt selbst dabei auf das klassische italienische Erbe, das für ihn als handwerklich orientierten, traditionell arbeitenden Meister uneingeschränkte normative Gültigkeit besaß. Diese Wertschätzung artikuliert sich bei der hier angebotenen Violine in ihrem durchdacht konzipierten und eigenständigen, aber unmissverständlich an Guarneri del Gesù orientierten Modell. Zugleich begegnet uns in Eric Voigt aber auch ein Vertreter der sächsischen Geigenbautradition, stammt er doch aus einer großen Markneukirchener Geigenmacherfamilie, deren Wurzeln sich bis ins 17. Jahrhundert verfolgen lassen. Um 1900 zog Erics Vater Paul Arno Voigt nach England, wo er Mitarbeiter von Thomas Earle Hesketh wurde – und in dessen Werkstatt nicht nur Einflüsse des britischen, sondern auch des französischen Geigenbaus aufnehmen konnte, war Hesketh doch selbst ein Schüler des bedeutenden Georges Adolphus Chanot. In dieser facettenreichen handwerklichen Genealogie bilden der englische Stil der sorgfältig geschnitzten Schnecke und der französische Touch ihrer geschwärzten Ränder ästhetische Wegzeichen, während die höchst gelungene Wölbung und die feine Randarbeit eine vollendet geschulte und erfahrene Hand erkennen lassen. Aufwändige Antikisierungen der Decke bestimmen die unverwechselbare Persönlichkeit der rissfreien und in bestem Zustand erhaltenen Geige. Nach einer vollständigen Aufarbeitung in unserer Fachwerkstatt empfehlen wir diese sofort spielfertige, hochwertige Violine als ein präzises, klangschönes Instrument von einem lange zu wenig beachteten Meister seiner Zunft.

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