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Vertiefende Beiträge über Streichinstrumente und die Geschichte des Geigenbaus


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Feine Mittenwalder Geige, Anton Ostler, 1930er Jahre - Decke
Feine Mittenwalder Geige, Anton Ostler, 1930er Jahre - Decke
Feine alte Mittenwalder Geige, Anton Ostler, 1930er Jahre - Boden
Feine alte Mittenwalder Geige, Anton Ostler, 1930er Jahre - Boden
Feine alte Mittenwalder Geige, Anton Ostler, 1930er Jahre - Zargen
Feine alte Mittenwalder Geige, Anton Ostler, 1930er Jahre - Zargen
Feine alte Mittenwalder Geige, Anton Ostler, 1930er Jahre - Schnecke
Feine alte Mittenwalder Geige, Anton Ostler, 1930er Jahre - Schnecke
Herkunft: Mittenwald
Erbauer: Anton Ostler
Bodenlänge: 35,8 cm
Jahr: 1931
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Feine Mittenwalder Geige, Anton Ostler, Dreissiger Jahre

Diese Mittenwalder Violine gehört zu den seltenen Arbeiten des Geigenbauers Anton Ostler, der ein historisches Ausnahmetalent in der süddeutschen Geigenbaugeschichte war. Im Alter von 13 Jahren begann er die Ausbildung an der berühmten Instrumentenbauschule seiner Heimatstadt – und schlug damit früh einen Lebensweg ein, der vorgezeichnet schien angesichts der herausragenden musikalischen und handwerklichen Begabung, die er bereits als kleines Kind zeigte. Nach Lehrjahren in München, Nancy und Saarbrücken folgten Einsätze im Ersten Weltkrieg, bevor er nach Mittenwald zurückkehren und sich als selbständiger Meister etablieren konnte. Rasch erwarb er sich höchste Anerkennung unter Musikern und Experten; dass ihm größerer Erfolg gleichwohl verwehrt blieb, wird in der Literatur vor allem seinem mangelnden Geschäftssinn angelastet. So stellen die wenigen existierenden Ostler-Instrumente echte Raritäten von eindrucksvoller Qualität dar. Selbst die außergewöhnlich starken Nutzungsspuren an dieser Geige vermögen nicht den attraktiven Charme des leuchtend orange-roten, sanft glänzenden Öllacks zu brechen, der zu den Charakteristika des individuellen Stils Anton Ostlers gehört. Die ausdrucksvolle, makellos gelungene Schnitzarbeit der Schnecke lässt das ganze Talent und die reiche Erfahrung des gereiften Künstlers erkennen, der sich in der Zeit ihrer Entstehung, den 1930er Jahren, etwa in der Mitte seines produktiven Lebensabschnitts befand. Die Randeinlage und die F-Löcher sind Musterbeispiele feiner und detailgenauer Arbeit. Die wilde Flammung im oberen Bereich des einteilig gearbeiteten Ahornbodens erinnert an die virtuose Holzwahl, mit der viele italienische Geigenbauer ihre Meisterschaft demonstrieren. Rissfrei erhalten befindet sich diese besondere Geige musikalisch in bestem Zustand und formuliert mit ihrem hellen und zugleich warmen, süßen Klang eine künstlerische Aussage, die in ihrer tragenden Resonanz der ästhetischen Erscheinung des Instruments perfekt entspricht.

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