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Vertiefende Beiträge über Streichinstrumente und die Geschichte des Geigenbaus


Englische Violine nach Amati, 18. Jahrhundert - Decke
Englische Violine nach Amati, 18. Jahrhundert - Decke
Englische Violine nach Amati, 18. Jahrhundert - Decke
Geige, 18. Jahrhundert
Geige, 18. Jahrhundert
Zargen
Zargen
Schnecke
Schnecke
Herkunft: England
Erbauer: unbekannt
Bodenlänge: 35,2 cm
Jahr: 1780 circa
Klang: streng, komplex
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Feine englische Violine, 18. Jahrhundert

Der englische Geigenbau des 18. Jahrhunderts gehört zu den europäischen Traditionen, in denen eine Anhänglichkeit zum alten Klangideal der Geigenmodelle von Stainer und Amati vergleichsweise lang Bestand hatte und der Siegeszug des Stradivari-Modells erst spät begann. Ein vorzügliches Beispiel ist die feine, hier angebotene Meistergeige, die um das Jahr 1780 in meisterhafter Qualität gebaut wurde – und in der klar erkennbaren Nachfolge Amatis mit einem hochinteressanten, dunklen und etwas strengen Klang überzeugt. Wahrscheinlich wurde sie in Schottland gefertigt, und der Geigenbauer, dessen Namen wir leider nicht kennen, bewies sein exzellentes Wissen und seine große Erfahrung bereits mit der Wahl der Tonhölzer: Aus feinjähriger Fichte arbeitete er die Decke, aus tief und eng geflammtem Ahorn den zweiteiligen Boden, und akzentuierte diese ausdrucksvolle Maserung mit einem transparenten, tief leuchtenden Lack von seltener Schönheit. Eine charaktervoll geschnitzte Schnecke krönt die individuelle und harmonische Ästhetik des Instruments, das gewiss von einer anderen Philosophie geprägt ist als die Avantgarde seiner Zeit. Gleichwohl hat diese außergewöhnliche Geige über Generationen Freunde gefunden, die sie offenkundig viel gespielt, aber auch in gutem Zustand erhalten haben. Restaurierungen, wie sie bei einem Streichinstrument von hohem Alter zu erwarten sind, wurden mit bemerkenswert großer Sorgfalt und Expertise ausgeführt. So empfehlen wir diese besondere, in unserer Geigenbauwerkstatt spielfertig hergerichtete Geige Musikern, die, etwa in der Tradition der historisch informierten Aufführungspraxis, offen sind für die komplexe Welt einer Stimme aus einer fast vergessenen Zeit.

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