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Vertiefende Beiträge über Streichinstrumente und die Geschichte des Geigenbaus


Stroh violin Nr. 722 by Armin Sternberg, Budapest
Stroh violin Nr. 722 by Armin Sternberg, Budapest
Stroh violin Nr. 722 by Armin Sternberg, Budapest
Strohgeige Nr. 722 von Armin Sternberg, Budapest
Strohgeige Nr. 722 von Armin Sternberg, Budapest
Violon Stroh de Armin Sternberg, Budapest
Violon Stroh de Armin Sternberg, Budapest
Herkunft: Budapest
Erbauer: Armin Sternberg
Bodenlänge: 36,0 cm
Jahr: 1910 circa
Klang:
Archiv

Strohgeige Nr. 722 von Armin Sternberg, Budapest

Aufsehenerregend und skurril wirkt die Strohgeige, eine Chimäre barocker Geigenbautradition und kühler Feinmechanik, der perfekte Ausdruck einer Musikkultur, die an der wissenschaftlich-technischen Revolution des 19. Jahrhunderts teilzunehmen begann. Im Jahre 1899 entwickelte der aus Frankfurt am Main stammende Johannes Matthias Augustus Stroh (1828-1914) diese Synthese aus Violine und Grammophon, um den steigenden Ansprüchen und den technischen Unzulänglichkeiten der entstehenden Schallplattenindustrie gleichermaßen Rechnung zu tragen. Das Instrument überträgt die Schwingungen der Saiten auf eine Membran, die sie in Schall übersetzt; ein imposanter Metalltrichter sorgt für eine Verstärkung, die für die damalige Aufnahmetechnik unerlässlich war und mit herkömmlichen Geigen nicht erreicht werden konnte. Strohs Erfindung wurde rasch auch auf andere Instrumente angewendet; mit der ganzen Experimentierfreudigkeit seines Zeitalters entstanden Stroh-Celli und -Gitarren, aber auch Kuriositäten wie eine „Posaunen-Mundharmonika“. Wenn auch der Weg bis zur E-Geige unserer Tage weit war und über die Entwicklung der E-Gitarre führte, darf die Stroh-Geige dennoch als ihr legitimer Vorläufer und Urahn gelten. Das hier angebotene Instrument wurde um 1910 bei Ármin Sternberg (1861-1924) in Budapest hergestellt. Der Königliche Hof-Musikinstrumenten-Fabrikant war ein Pionier der Phonotechnik, mit der er sich seit 1890 intensiv befasste und zu deren kommerziellen Wegbereitern in Europa er gehörte. Die viersaitige Geige hat eine recht kleine Schalldose unter dem „Korpus“, auf deren Seite der Originalstempel „Sternberg BUDAPEST“ und die Seriennummer 722 angebracht sind, und einen schön geschwungenen, großen Aluminium-Trichter. Unternehmer wie Sternberg hatten großen Anteil daran, dass die Strohgeige auch außerhalb des Studios zu einem durchaus beliebten Musikinstrument wurde, das mit seinem starken und ungewöhnlichen Klang bis heute von Jazz-, Folk-, Tango- und Klezmer-Musikern eingesetzt wird. Nicht zuletzt ist es das ideale Instrument für Straßenmusiker, denen es größtmögliche Aufmerksamkeit sichert. Dieses rare Stück Musikgeschichte bieten wir Sammlern und Musikern mit Sinn für das Außergewöhnliche in vollständig spielbereitem, sehr gut erhaltenem Zustand an.

Verkauft €

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