Feine Englische Geige Nr. 47 von Jeffery James Gilbert
Jeffery James Gilbert, zweiteiliger Ahornboden
Jeffery James Gilbert Geige, Zargen
Feine englische Geige Nr. 47 von Jeffery James Gilbert, 1886
Geigenzettel von Jeffery James Gilbert, Englische Geige Nr. 47, gebaut 1886
Abb. |

Feine englische Geige Nr. 47 von Jeffery James Gilbert, 1886

Diese ausdrucksstarke und klangschöne Geige von Jeffery James Gilbert nimmt im Werk dieser bemerkenswerten Künstlerpersönlichkeit eine besondere Rolle ein und kann in gewisser Weise als sein Meisterstück gelten. Entstanden in New Romney im Jahr 1886 gehört sie zu den Instrumenten, mit denen J. J. Gilbert seine informelle Lehrzeit abschloss – war dem Sohn einer alten kentischen Familie aus New Romney der normale Ausbildungsweg eines Geigenbauers doch verschlossen, da sein Vater für ihn eine andere berufliche Zukunft vorgesehen hatte. Doch Gilbert fand in herausragenden Meistern und Kennern des ersehnten Handwerks Ratgeber und Förderer, die den...

Diese ausdrucksstarke und klangschöne Geige von Jeffery James Gilbert nimmt im Werk dieser bemerkenswerten Künstlerpersönlichkeit eine besondere Rolle ein und kann in gewisser Weise als sein Meisterstück gelten. Entstanden in New Romney im Jahr 1886 gehört sie zu den Instrumenten, mit denen J. J. Gilbert seine informelle Lehrzeit abschloss – war dem Sohn einer alten kentischen Familie aus New Romney der normale Ausbildungsweg eines Geigenbauers doch verschlossen, da sein Vater für ihn eine andere berufliche Zukunft vorgesehen hatte. Doch Gilbert fand in herausragenden Meistern und Kennern des ersehnten Handwerks Ratgeber und Förderer, die den hochtalentierten und für sein Ziel brennenden jungen Mann zu jenem Ausnahme-Vertreter seiner Kunst reifen ließen, als der er sich in der hier angebotenen Violine, seinem op. 47, offenbart – und als der er in dieser Zeit zahlreiche Silber- und Goldmedaillen bedeutender Ausstellungen gewann. Das ästhetisch ansprechende, elegante und von einer klaren, höchst individuellen Handschrift geprägte Modell dieser Geige reflektiert die vielseitigen Einflüsse, mit denen sich Gilbert befasst und die er in seinen persönlichen Stil integriert hatte. Aus feinsten Tonhölzern, von denen der selten schön geflammte Ahorn des zweiteiligen Bodens besondere Beachtung verdient, schuf er einen vollendet gelungenen Korpus mit weit ausgezogenen Ecken und einer perfekt gearbeiteten, feinen Randeinlage. In ihm befinden sich der datierte Originalzettel und eine handschriftliche Signatur J. J. Gilberts, die keinen Zweifel an der Authentizität dieser Violine zulassen. Der orange-braune Öllack, dessen individuelle Rezeptur J. J. Gilbert während seiner gesamten Laufbahn besonders am Herzen lag, hat über die lange Zeit reizvolles Craquele entwickelt. So entspricht die Ästhetik dieser unbeschädigt erhaltenen, antiken Geige perfekt ihrem gereiften Klang, dessen Klarheit und Wärme diese hochinteressante Instrumentenpersönlichkeit abrunden.