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Vertiefende Beiträge über Streichinstrumente und die Geschichte des Geigenbaus

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Die Geige: Praktische Fragen zu Saiten, Kolophonium, Pflege und Spiel


Praktische Tipps zu Aufbewahrung der Geige, Reinigung, Kolophonium, Saiten, Stimmen und Wirbelpflege.


Auf dieser Seite haben wir einige Fragen und Antworten, Tipps und Tricks zum richtigen Umgang mit der Geige zusammengestellt, Anleitungen zur Reinigung der Geige und zum Wechseln der Saiten, sowie Tipps zur Auswahl der richtigen Saite bzw. Besaitung. Die Hinweise gelten in den meisten Fällen analog für andere Streichinstrumente.


  • Wie bewahrt man eine Geige am besten auf?

  • Wie säubert man eine Geige?

  • Wie pflegt man den Lack einer Geige?

  • Wie oft sollte man die Saiten wechseln?

  • Wie werden die Saiten der Geige gewechselt?

  • Welche Saiten sind richtig für die Geige?

  • Wie stimmt man eine Geige?

  • Was tun bei zu schwer oder zu leicht gängigen Wirbeln?

  • Wie wird der Steg gerichtet?

  • Wann sollte man den Steg austauschen?

  • Wie baut man Feinstimmer ein?

  • Wie ist das Griffbrett zu pflegen?

  • Was kann man tun, um den Klang einer Geige zu verbessern?



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    Wie bewahrt man eine Geige am besten auf?

    Der sicherste Ort für die Geige ist in der Regel ihr Geigenkasten, der in einem Raum mit möglichst gleichbleibender Temperatur und nicht zu geringer Luftfeuchtigkeit aufbewahrt werden sollte. Wenn sich einige Topfpflanzen im gleichen Zimmer befinden, ist meistens für eine ausreichende Befeuchtung schon gesorgt – vorausgesetzt, sie werden regelmäßig gegossen. In der Heizperiode kann ein sog. Dampit empfehlenswert sein, um Schäden an der Verleimung des Streichinstruments oder gar Risse zu vermeiden.Innerhalb des Raumes sollte die Geige an einem Ort stehen, der weder Zugluft noch direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist. Wichtig ist, dass der Geigenkasten nicht „im Weg steht“, also im Vorbeigehen umgestoßen oder, etwa bei der Lagerung in einem Regal oder Schrank, mit anderen Gegenständen heruntergerissen werden kann. Obwohl sich aus der Perspektive der „Verkehrssicherheit“ die Zimmerecken oft besonders anbieten, ist hier Vorsicht geboten: Vor allem in Altbauen sind die Wände in diesen Bereichen häufig sehr kalt, so dass von einer Seite warme Raumluft auf die Geige einwirkt, von der anderen Seite die Kälte der Wand – eine gefährliche Konstellation, die Risse hervorrufen kann. Allgemein reagieren kleine Streichinstrumente wie die Geige oder die Bratsche aber weniger empfindlich auf ungünstige Temperatur- und Luftfeuchtigkeitswerte als größere, insbesondere Celli. Bei der Lagerung der Geige im Geigenkasten ist darauf zu achten, dass keine scharfkantigen oder spitzen Teile Schäden am Lack verursachen. In den meisten Geigenkästen ist ein weiches Tuch vorhanden, das man über Decke, Hals und Schnecke der Geige breitet, bevor man den Geigenkasten schließt. Damit ist die Gefahr von Kratzern durch die im Deckel befestigten Geigenbögen sicher gebannt. Wo ein solches Tuch nicht vorhanden ist oder nicht rutschsicher eingelegt werden kann, empfiehlt es sich, den Frosch des Geigenbogens in ein ausreichend breites, dünnes Tuch zu wickeln, zum Beispiel in ein Taschentuch, denn die Kanten des Frosches sind die größte Gefahr für den Geigenlack. Besser ist aber eine komplette Abdeckung des Streichinstruments, um auch einen Dauerkontakt mit dem Kolophonium auf der Bespannung des Geigenbogens zu verhindern; s. dazu auch den Abschnitt zur Reinigung der Geige. Viele Musiker wickeln ihre Streichinstrumente sogar in Tücher aus Seide oder andere, vergleichbare Stoffe ein, und sorgen damit für einen besseren Schutz sowie einen festeren Halt und eine weichere Abpolsterung im Geigenkasten. Aber Vorsicht: keinesfalls darf die Geige unter Spannung stehen und in ihren Geigenkasten eingeklemmt werden!  
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    Wie säubert man eine Geige?

    Nicht nur Geigen, die zu Dekorationszwecken offen gelagert werden oder sich – ständig griffbereit – außerhalb ihres Geigenkastens befinden, müssen regelmäßig gesäubert werden. Die gefährlichste Verschmutzung ist dabei der Staub des Kolophoniums, der sich bei jedem Spiel auf der Decke ablagert und den Geigenlack beschädigen kann, wenn er nicht unmittelbar nach dem Musizieren entfernt wird. Auch die Rückstände auf den Saiten der Geige und ggf. dem Griffbrett sollten bei dieser Gelegenheit abgewischt werden, um das Kolophonium zu entfernen.Zu diesem Zweck ist ein weiches Tuch am besten geeignet, das aber nicht auch für die Säuberung des restlichen Korpus verwendet werden sollte: Zum einen können grobere Rückstände des entfernten Kolophoniums, die am Tuch haften geblieben sind, Kratzer verursachen, zum anderen verteilt man so eine feine Schicht des Staubes über das ganze Streichinstrument, wodurch der Lack nach und nach stumpf werden kann. In einen gut bestückten Geigenkasten gehören also zwei Tücher: eines für die mit Kolophonium „belasteten“ Bereiche, eines für die anderen Teile der Geige. Für hartnäckigere Verkrustungen von Kolophonium auf den Saiten kann – allerdings mit größter Vorsicht – reiner Alkohol oder Brennspiritus verwendet werden. Dieser wird in einigen Tropfen auf ein sauberes Tuch gegeben, mit dem man die Saiten abreibt. Da Alkohol den Lack der Geige beschädigt, ist es sehr wichtig, nur so wenig davon zu verwenden, dass sicher nichts auf den Korpus des Streichinstrumentes tropfen kann. Auch das Griffbrett, das in der Regel nicht lackiert ist, kann auf diese Weise gesäubert werden (s.u.). Andere Verschmutzungen sollte man möglichst vermeiden; Händewaschen vor dem Geigenspiel ist nicht nur eine gute Sitte, sondern ein wichtiger Beitrag zum Erhalt des Wertes eines Streichinstruments. Siehe dazu den Abschnitt zur Lackpflege. Ein weiterer Bereich der Geige, der von Zeit zu Zeit einer Reinigung bedarf, ist die Innenseite des Korpus. Nicht nur alte Geigen, die man auf dem Dachboden gefunden hat, enthalten Staub, der sich im Laufe der Zeit angesammelt hat. Ihn entfernt man am besten, indem man eine gewisse Menge handelsüblichen Reis durch die F-Löcher einfüllt und das Streichinstrument gründlich – wenn auch nicht zu heftig – schüttelt. Die Reiskörner nehmen den Staub recht zuverlässig auf und sorgen zugleich für eine sanfte mechanische Reinigung der Innenseiten von Decke, Boden und Zargen der Geige.
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    Wie pflegt man den Lack einer Geige?

    Die wesentlichste Pflegemaßnahme für den Lack eines Streichinstrumentes wurde bereits oben im Abschnitt „Wie säubert man eine Geige“ genannt: Das sorgfältige Abwischen und Entfernen von Kolophonium nach jedem Spielen. Diese kleine Mühe ist hilfreicher als alle Tricks, die letztendlich doch nur erfunden wurden, um die Folgen von Nachlässigkeiten beim „Staubwischen“ zu beseitigen. Zum lackschonenden Umgang mit dem Streichinstrument gehört auch, es nur am Hals anzufassen, um den Korpus vor der direkten Konfrontation mit Handschweiß zu bewahren. Auch noch so saubere Hände hinterlassen geringe Mengen an Schweiß und sauren Fettverbindungen, die den Geigenlack bestenfalls stumpf werden lassen, schlimmstenfalls zu seiner sukessiven Auflösung führen. Um akute oder über einen langen Zeitraum entstandene Verschmutzungen zu entfernen, empfehlen sich Spezialpolituren und Pflegemittel, die bei Geigenbauern und im Fachhandel erhältlich sind. Schwerere Fälle sollte man aber am besten der erfahrenen Hand eines Geigenbauers anvertrauen, der in der Auswahl, Dosierung und Anwendung der richtigen Mittel geschult ist.
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    Wie oft sollte man die Saiten der Geige wechseln?

    Der richtige Zeitpunkt für den Wechsel einer oder mehrerer Saiten der Geige hängt von zu vielen Faktoren ab, als dass man eine pauschale Empfehlung geben könnte. Unterschiedliche Saitentypen, also Darm-, Kunststoffkern- oder Stahlsaiten erlauben naturgemäß eine unterschiedlich lange Nutzung, die zudem noch von Marke zu Marke, ja von Saite zu Saite verschieden ausfällt. Die Intensität des Spiels und die täglichen Übzeiten, die Eigenarten der persönlichen Spieltechnik und bauliche Gegebenheiten des Instruments machen das individuelle Belastungsprofil aus. Nicht selten sind es etwa vertiefte oder zu scharfe Rillen in Steg und Obersattel der Geige, die zum vorzeitigen Verschleiß und Reißen der Saiten führen. Viele gute Musiker erkennen aber bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt an Klang und Ansprache, ob die Saiten ihrer Geige die Zeit ihrer besten Qualität überschritten haben. Sichtbare Schäden z. B. an der Umwicklung der Saite, die lange vor einem Riss auftreten können, sollten auf jeden Fall zum Anlass genommen werden, die betreffende Geigensaite auszutauschen.
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    Wie werden Saiten der Geige augfezogen und gewechselt?

    Das Aufziehen und Wechseln einer einzigen Saite der Geige ist ganz unkompliziert: Sofern die alte Saite noch aufgezogen ist, lockert man ihren Wirbel und dreht ihn so lange jeweils zum Körper hin weiter, bis das Ende der Geigensaite aus der kleinen Bohrung herausrutscht; danach wird sie einfach am Saitenhalter ausgehängt. Wichtig ist, die Saite der Geige mit der freien Hand unter leichter Spannung zu halten, so dass sie nicht locker auf den Korpus des Instrumentes hinunterhängt und dort evtl. Kratzer verursacht. Ist die Saite gelöst, sollte man die Gelegenheit für einen prüfenden Blick auf die Kerben im Obersattel und im Geigensteg nutzen. Sind sie zu tief eingeschnitten oder fallen scharfe Kanten auf, über die die Saite läuft, sollte man einen Geigenbauer um Rat fragen, der die Kerben evtl. nacharbeiten kann. Um das Aufziehen und Stimmen der Saite zu erleichtern und Spannungsungleicheiten zu vermeiden, die zum vorzeitigen Reißen führen können, kann man die Kerben des Geigensteges mit etwas Graphit lauffähiger machen; Ausmalen mit einem weichen, guten Bleistift genügt für diesen Zweck vollauf. Zum Aufziehen der Geigensaite hängt man zunächst ihr unteres Ende am Saitenhalter bzw. Feinstimmer ein. Nun wird die Geigensaite wieder beständig unter leichtem Zug gehalten, damit sie aus dieser Halterung nicht wieder herausrutscht; die andere Hand fädelt das obere Ende der Saite in das Wirbelloch ein und steckt sie einige Millimeter auf der gegenüberliegenden Seite des Wirbels hindurch. Dann wird die Saite der Geige durch Drehen am Wirbel aufgewickelt, und zwar in Richtung des Wirbel-Griffes. Die einzelnen Windungen sollen eng und sauber nebeneinander liegen; hier den freien Zeigefinger zum Führen zur Hilfe nehmen, Überkreuzungen der Saite auf dem Wirbel können hilfreich sein und zusätzlichen Halt geben, wenn die Saite zu leicht aus dem Wirbelloch herausgleitet. Sonst sind sie zu vermeiden, da der punktuelle Druck an dieser Stelle das Reißen der Geigensaite begünstigen kann. Auch zu tief im Wirbelkasten angebrachte Wirbellöcher können dazu führen, dass die Saite der Geige zwischen Wirbel und Wirbelkasten eingequetscht wird, was eine weitere Schwachstelle zur Folge hat. Auch zu lange Saiten, die mit Druck an der seitlichen Wirbelkastenwand aufliegen, können unter Umständen schneller reißen. In diesem Fall empfiehlt es sich, die Saite wieder abzuwickeln und mit einem Seitenschneider auf die passende Länge zu kürzen.

    Sobald der größte Teil der Saite auf den Wirbel gewickelt ist, ist unbedingt auf den korrekten Lauf der Saite zu achten. Sie darf bei zunehmender Spannung nicht neben ihrer Kerbe auf dem Steg bzw. im Obersattel liegen, um diese nicht zu beschädigen. Auch sollten besonders dünne Saiten, bei der Geige vor allem die E-Saite, mit einem kleinen Röhrchen an der Auflagestelle des Steges unterlegt werden, damit sie nicht zu tief ins Holz einschneiden.Feinstimmer sollten beim Aufziehen von Saiten weit herausgedreht werden, so dass nach möglichst genauer Stimmung am Wirbel ausreichend Spielraum bleibt, um die Saite am Feinstimmer höher zu stimmen. Sind mehrere Saiten an der Geige oder ein ganzer Satz Saiten zu wechseln, ist es sehr wichtig, einzeln vorzugehen – also nicht alle Saiten gleichzeitig zu lockern, sondern immer eine lösen, sogleich die neue Geigensaite aufziehen, dann die nächste lösen usw. Auf diese Weise verhindert man, dass der Steg der Geige umfällt, der ja nicht fest mit dem Korpus verbunden ist sondern allein vom Saitendruck gehalten wird. Beim Wechsel mehrerer Saiten solte man auch immer wieder darauf achten, ob der Steg noch korrekt positioniert ist oder gerichtet werden muss, s.u. Darüber hinaus geschieht das Wechseln in der gleichen Weise, wie sie oben für Einzelsaiten beschrieben ist.
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    Welche Saiten sind richtig für die Geige?

    Noch vor zwei Generationen war die Frage nach der richtigen Geigensaite einfach zu beantworten: anspruchsvolle Musiker spielten Darmsaiten, einfachere Streichinstrumente wurden meist mit Stahlsaiten bespannt. Die heutige Situation sieht dagegen vollkommen anders aus: Seit den 1920er Jahren hat die Stahlsaite durch verbesserte Produktionsverfahren immer bessere Standards erreicht; zugleich entwickelte sich mit der Kunststoffkern-Saite eine echte Alternative zum Naturdarm. Sog. „Nylon-Saiten“ erster Qualität haben klanglich praktisch keine Nachteile gegenüber Darmsaiten, die heute vor allem in der historischen Aufführungspraxis Anwendung finden. Kunststoff zeichnet sich zudem durch eine Reihe wichtiger Vorteile aus: die Saiten passen zu fast allen Instrumenten hervorragend, neigen weniger zum Verstimmen und sind generell „solider“ und langlebiger als Darmsaiten. Corilon violins bespannt beispielsweise alle Instrumente seines Online-Kataloges mit Pirastro Tonica oder Pirastro Evah Pirazzi. Aber auch Larsen Tzigane oder Thomastik Dominant kann durch uns empfohlen werden. Musiker unserer Tage wählen die Saite, der ihren musikalischen Vorlieben, ihrer Technik und nicht zuletzt ihrem Instrument am besten entspricht. Guter Rat, zum Beispiel vom Lehrer oder Geigenbauer, und schlichtes Ausprobieren verschiedener Typen und Marken sind der beste Weg, um die individuell passende Saite zu finden. Nicht wenige Violinisten kombinieren auch Saiten unterschiedlicher Marken, die im Fachhandel und Onlinehandel sowohl als Saiten Set, aber auch einzeln gekauft werden können.
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    Wie stimmt man eine Geige?

    Der Ausgangspunkt beim Stimmen der Geige (und jedes anderen Streichinstrumentes) ist der sog. Kammerton a', der – mit Abweichungen regionaler Vorlieben und Traditionen – international auf eine Schwingung von 440 Hz festgelegt ist. Nach diesem Ton, den man von einer Stimmgabel abnimmt oder auf den obligatorischen CDs gegenwärtiger Violinschulen findet, wird zunächst die a'-Saite der Geige gestimmt. Für das Stimmen der weiteren Saiten ist ein geschultes Gehör die beste Voraussetzung. Hören zu können, wann die Quinten zwischen g – d – a' und e'' rein erklingen, ist eine wichtige Übung, die man nicht geringschätzen sollte. Hilfestellungen bieten die bereits erwähnten CDs, auf denen neben der a'-Saite meist auch die anderen Saiten einzeln angespielt werden. Auch viele Websites und Smartphones bieten Stimmhilfen, in wechselnder Klangqualität – eine sinnvolle Kontrollmöglichkeit, die die Stimmung nach Quinten aber nicht ersetzen sollte.Viele Geigen sind mit nur einem Feinstimmer am Saitenhalter ausgestattet. Ihre Stimmung erfordet etwas mehr Übung, da die Wirbel deutlich schwerer zu handhaben sind als die Hebelmechanik eines Feinstimmers.
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    Was tun bei zu schwer oder zu leicht gängigen Wirbeln?

    Geigenwirbel sind, so einfach ihre Konstruktion auch erscheinen mag, eine physikalisch komplizierte Einrichtung, die zwei entgegengesetzten Anforderungen gleichzeitig genügen muss: Einerseits sollen die Wirbel möglichst leicht gehen und eine fein abgestufte Stimmung der Geige ermöglichen, andererseits sollen sie die einmal erreichte Stimmung gut halten, möglichst sauber und lange, auch über Raumwechsel und Temperaturschwankungen hinweg. Kein Wirbel kann diesen Kompromiss auf Dauer leisten, ohne selbst gelegentlich einer gewissen Pflege zu bedürfen. Vor allem am Anfang und am Ende der Heizperiode verändert sich das Holz, aus dem die Wirbel gefertigt sind, so dass in dieser Zeit besonders häufig Probleme auftreten. Mit Wirbelseife, die beim Geigenbauer oder im Fachhandel angeboten wird, kann man für eine bessere Lauffähigkeit sorgen. Den gegenteiligen Effekt erzielt man mit Wirbelkreide, die für festeren Halt im Wirbelkasten sorgt. Auch beim Aufziehen neuer Saiten kann man für einen gewissen Schutz gegen herausschnellende Wirbel sorgen, indem man die Wicklung der Geigensaite um den Wirbel besonders nah an die Wand des Wirbelkastens heranführt. Voraussetzung ist aber stets, dass die Wirbel an sich gut eingepasst sind; von Zeit zu Zeit sollte man feine Streichinstrumente beim Geigenbauer durchsehen lassen, der dabei auch den Zustand der Wirbel prüft und insbesondere die Löcher des Wirbelkastens erweitern bzw. durch Ausbuchsung verkleinern kann, was zu den gängigen Restaurierungen alter Instrumente gehört.


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    Wie wird der Steg der Geige gerichtet?

    Die Ausrichtung des Steges ist zwar nicht ganz ungefährlich, da ein falsch positionierter Steg schwere Schäden an der Decke des Instrumentes verursachen kann. Andererseits haben viele Musiker auch zu große Bedenken, Fehlstellungen selbst zu korrigieren oder einen umgefallenen Steg neu aufzustellen.Vor dem Aufstellen eines umgefallenen Steges muss unbedingt ein Blick durch das F-Loch geworfen werden, ob der Stimmstock noch steht oder auch umgefallen ist. In ersterem Fall ist alles in Ordnung und der Steg kann positioniert werden; in letzterem Fall muss unbedingt ein Geigenbauer konsultiert werden.Steht der Stimmstock noch, wird der Steg zwischen den Kerben der F-Löcher mittig aufgestellt, möglichst aufrecht zur Geigendecke. Durch sukzessive verstärkten Druck der Saiten fixiert man ihn in dieser Stellung. Dazu spannt man die Saiten nacheinander immer fester an und kontrolliert zwischendurch, ob der Steg von oben und von der Seite her betrachtet noch richtig steht. Viele Stege geben dem zunehmenden Saitenzug nach und neigen sich leicht in Richtung Griffbrett, was durch gleichmäßigen Druck beider Daumen korrigiert werden kann. Viele Streicher setzen den Steg auch gleich mit einer ganz leichten Neigung Richtung Saitenhalter auf, so dass sich die Position während des Spannens der Saiten von allein normalisiert; hier sind Fingerspitzengefühl und Erfahrung mit dem eigenen Instrument gefragt. Unsere Fotoserie zeigt, wie der Steg sicher zum Geraderücken angefasst wird:

    Da die Stegposition für den Klang der Geige bedeutsam ist, kann man sie zur Verbesserung des Tones nutzen – s.u.  
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    Wann sollte man den Geigensteg erneuern?

    Der richtige Zeitpunkt für einen neuen Geigensteg lässt sich augenfällig an zwei Merkmalen bestimmen: der Tiefe der Kerben, durch die die Saiten laufen, und die seitlich erkennbare Krümmung des Steges, meist in Richtung Griffbrett, die am besten gar nicht vorhanden sein sollte. Beide Abnutzungserscheinungen beeinträchtigen den Klang und das Spielverhalten des Instrumentes, so dass auch tonale Mängel ein Hinweis sein können, dass der Steg ausgetauscht werden sollte.Da die Anpassung eines Steges an das Instrument viel Erfahrung und eine geschulte Hand erfordert, sollte man diese Arbeit einem Geigenbauer anvertrauen und nicht selbst vornehmen, wenn auch Steg-Rohlinge heutzutage leicht über das Internet bestellt werden können.
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    Wie baut man Feinstimmer ein?

    Für den Einbau neuer Feinstimmer genügen technische Grundkenntnisse und ein wenig Fingerspitzengefühl. Zuerst wird die Stellschraube mitsamt der Mutter vom Feinstimmer entfernt. Dann lockert man die betreffende Saite, bis sich ihre Kugel aus dem Saitenhalter ziehen lässt. Dabei sollte die Saite nur so viel Spielraum wie unbedingt nötig bekommen, um Kratzer auf der Decke des Geigenkorpus zu vermeiden. Nun lässt sich der neue Feinstimmer von unten durch die Öffnung stecken, in der zuvor die Saite befestigt war; danach werden die Mutter und die Stellschraube wieder angebracht, die Kugel wird in die Halterung am Feinstimmer eingehängt und die Saite gestimmt. Bei dickeren Saiten kann es hilfreich sein, die Halterung vorsichtig auseinander zu drücken, etwa mit einem Messer. Nach dem Einbauen aller Feinstimmer sollte die Geige gründlich mit den Wirbeln gestimmt werden, sodass die Stellschrauben der Feinstimmer möglichst weit herausgedreht bleiben können. Abhängig vom individuellen Abstand zwischen Korpus und Saitenhalter kann die Mechanik des Feinstimmers rasch die Decke der Geige erreichen und dort unnötige Schäden an der Lackierung verursachen. Sollten nach dem Einbau scheppernde Geräusche zu hören sein, kann das an zu locker angezogenen Verschluss-Muttern der Feinstimmer liegen. Eine interessante Alternative zu Feinstimmern am Saitenhalter sind spezielle Wirbel mit selbsthemmendem Getriebe, die fest in die Löcher des Wirbelkastens gesteckt werden und ein verschleißarmes Feinstimmen am Wirbel ermöglichen. Dass die Saiten bei dieser Methode direkt in den Saitenhalter eingehängt werden, vergrößert ihre schwingende Länge unterhalb des Steges – was sich in vielen Fällen positiv auf den Klang der Geige auswirkt. Ähnliche Effekte versprechen auch Feinstimmer, die statt einer Kugelhalterung einen Haken für Saiten mit Schlaufen-Ende haben. Sie sind kürzer, sodass der Abstand zwischen Steg und Saitenhalter größer ausfällt als bei Kugel-Modellen.


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    Wie ist das Griffbrett zu pflegen?

    Für die Pflege des Griffbrettes gilt, wie für das ganze Streichinstrument, dass eine regelmäßige Reinigung von Kolophoniumstaub nach jedem Spielen die einfachste, beste und am nachhaltigsten wirksame Maßnahme ist. Für sie ist nicht mehr als ein weiches Tuch aus Mikrofaser oder einem anderen, weichen Material ideal geeignet, das auch zwischen den Saiten und dem Griffbrett hindurchgezogen werden kann.Um ältere oder hartnäckige Verschmutzungen zu entfernen können unlackierte Griffbretter durchaus auch mit einer sehr geringen Menge Reinigungsalkohol oder Brennspiritus abgerieben werden. Wie bei der Reinigung der Saiten ist auch hier unbedingt darauf zu achten, dass keine noch so geringe Menge Alkohol auf die Decke gelangt und dort Schäden am Lack verursacht. Auch sollte man bei furnierten Griffbrettern zurückhaltend sein und evtl. zuvor einen Geigenbauer um Rat fragen. Schwarz lackierte Hartholz-Griffbretter können durch den Alkohol in ihrer Färbung beeinträchtigt werden, ein Mangel, der leicht behebbar und rein ästhetischer Natur ist. Nach dieser Behandlung sollte das Griffbrett mit etwas Öl auf einem anderen Tuch abgerieben werden, wodurch es in der Regel auch wieder einen schönen Glanz erhält. Zu diesem Zweck sind alle pflanzlichen Öle geeignet, die möglichst rein sind, z. B. gutes Leinöl oder Olivenöl. Für diese Behandlung müssen die Saiten meistens nicht einmal gelockert werden. Wenn sich nach sehr langer, intensiver Nutzung des Streichinstruments auf dem Griffbrett Rillen gebildet haben, ist auch dies noch lange kein Grund für einen aufwändigen Austausch. Gute Griffbretter können vom Geigenbauer mit speziellen Werkzeugen mehrfach abgezogen werden, ohne Folgen für die Spielbarkeit und den Klang der Geige. Antike Streichinstrumente aus unserem Hause, die oft noch ihre Generationen alten Griffbretter aufweisen, werden mit genau diesen Mitteln in unserer Fachwerkstatt für Geigenbau aufgearbeitet – eine perfekte Lösung, die dem Streichinstrument die Risiken einer Reparatur erspart, die der Austausch eines Griffbrettes stets darstellt.  
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    Was kann man tun, um den Klang einer Geige zu verbessern?

    Die klangliche Optimierung einer Geige und eines jeden Streichinstrumentes erfordert nicht nur Fachwissen und Erfahrung, sondern auch Geduld, um durch gezielte Versuche die beste Einstellung herauszufinden. Auch fachgerecht spielfertig hergerichtete Streichinstrumente können einer Nachoptimierung bedürfen, wenn sich die individuelle Spieltechnik oder die klanglichen Vorstellungen ihres neuen Besitzers nicht zufriedenstellend realisieren lassen. Zu den wichtigsten Maßnahmen bei der Klangverbesserung gehören die Positionen von Stimmstock und Steg, mit der man gezielt bestimmte Frequenzbereiche des Tones beeinflussen kann. Während man beim Steg durchaus mit der gebotenen Vorsicht eigene Versuche unternehmen kann, ist das Umsetzen des Stimmstockes eine klare Sache des Geigenbauers. Dies gilt vollkommen für einen weiteren, unter Umständen sehr wirksamen Eingriff, der in der Veränderung des Bassbalkens besteht und nur mit großem technischem Aufwand zu bewerkstelligen ist. Aber meist erreichen Musiker, die ihre Geige sorgfältig ausgewählt und für passend befunden haben, schon mit deutlich simpleren Methoden die nötigen Verbesserungen: Ein anderes Kolophonium verändert nicht nur die Ansprache, sondern auch den Klang der Geige; andere Saiten eröffnen nicht selten ganz neue Aspekte des Spiels auf ein und demselben Streichinstrument und nicht zuletzt spielt der Geigenbogen eine entscheidende Rolle. Besonders Cellisten haben viel Praxis im Mischen von Saitensätzen und entwickeln eine gewisse Virtuosität im Finden ihrer persönlichen A-Saite. Nicht zuletzt liegt ein erhebliches Verbesserungspotential im notwendigsten Accessoire eines Streichinstrumentes: dem Bogen. Viele Musiker beschäftigen sich lange Zeit mit der Suche nach einer besseren Geige, bis sie herausfinden, dass ein neuer Bogen ihrem Instrument bislang unbekannte musikalische Aktionsräume eröffnet.  
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    Neuzugänge in unserem Katalog:
    • ÜBERARBEITET UND OPTIMIERT: Ernst Heinrich Roth, kraftvolle Geige nach Guarneri, 1955
    • Alte Sächsische Geige mit hellem, warmem Klang
    • Antikes Französisches 3/4 Cello von J.T.L., um 1880
    • Feine Geige von Marcus Klimke, zeitgenössische Neubau-Elite
    • Feiner englischer Geigenbogen, Frank Napier / W. E. Hill & Sons (Zertifikat Hieronymus Köstler)
    • Feiner französischer Geigenbogen von E. Sartory (Zertifikat J.F. Raffin)
    • Sächsische Geige, 1940'er Jahre, heller, warmer Ton
    • Kräftiger älterer Deutscher Silber-Geigenbogen, Klaus Ringer
    • US-Amerikanische Geige mit italienischem Ton, Lincoln Clough, 1925
    • Moderne Geige im französischen Stil, circa 20-30 Jahre alt
    • Antike Geige von Schuster & Co., um 1900/1910
    • Antike Deutsche Geige, Sachsen, um 1920
    • Mario Gadda, moderne Italienische Geige nach Oreste Candi, 1984 (Zertifikat Mario Gadda)
    • PREIS REDUZIERT: Mario Gadda, italienische Geige nach Stefano Scarampella
    • Alter, silbermontierter Geigenbogen nach Lupot, edler Ton
    • Lothar Seifert, kräftiger Meisterbogen, Violine, Silber
    • Älterer Deutscher, silbermontierter Bratschenbogen - kräftig im Spiel und Klang
    • Interessanter Englischer Geigenbogen, 19. Jahrhundert, Silber
    • Antike Geige aus Mittenwald, 19. Jahrhundert,  um 1870
    • 3/4 - deutsche Schülergeige, Bubenreuth, 1970er Jahre
    • Seltene deutsch-englische Violine, Arnold Voigt, London, um 1890
    • Plinio Michetti, feine italienische Violine, Turin 1931 (Zertifikat Hieronymus Köstler)
    • Interessante Italienische Geige, 1920er Jahre, brillianter, heller Klang
    • Historische Geige von Johann Georg Leeb, Preßburg, 1786 (Zertifikat Hieronymus Köstler)