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Vertiefende Beiträge über Streichinstrumente und die Geschichte des Geigenbaus


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Vatelot-Rampal: Von der Kunst, Geigen zu heilen


Über die Maison Vatelot-Rampal, Paris: Etienne Vatelot und sein Nachfolger Jean-Jacques Rampal


Rasch gezählt sind die ersten Adressen in der Welt der Geigenbaukunst, jene Experten für die feinsten und wertvollsten Streichinstrumente, die uneingeschränkte Anerkennung genießen. Zwei dieser Adressen befinden sich in Paris und sind keine fünf Minuten Fußweg voneinander entfernt: So nah liegt das Haus des großen Bogenbau-Kenners J. F. Raffin, Rue de Rome Nr. 68, an der "Maison Vatelot-Rampal", Rue Portalis Nr. 11, in der seit Jahrzehnten Solisten von Weltrang ein- und ausgehen. Seit mehr als 100 Jahren besteht die Werkstatt, mit der sich Marcel Vatelot 1909 selbständig machte, und wie bei vielen großen französischen Geigenbauerdynastien reichen die Wurzeln seiner Familie zurück nach Mirecourt, ins Herz des französischen Musikinstrumentenbaus. In der Vogesenstadt, aus der einige seiner Vorfahren stammen, absolvierte Marcel Vatelot seine Ausbildung, bei Eugène Poirson und Gustave Bazin. In Paris avancierte er zu einem anerkannten Experten und Sachverständigen, nicht zuletzt wegen seiner guten Kontakte in Musikerkreise, die ihm seine Frau Jeanne eröffnete, die Tochter des Cellisten André Hekking.


Ungeachtet des väterlichen Erfolgs hatte der junge Etienne Vatelot, Marcels 1925 geborener Sohn, zunächst ganz andere Pläne im Sinn und wollte Schauspieler oder Pilot werden. Es ist der einladenden Hartnäckigkeit seines Vaters zu verdanken, dass Etienne Vatelot schließlich nachgab und 1946 – wie der nur wenige Jahre jüngere Bernard Millant – zur Ausbildung bei Amédée Dieudonné nach Mirecourt ging, um nach einem anschließenden, kurzen Aufenthalt bei Rembert Wurlitzer in New York in die Pariser Familienwerkstatt einzutreten.

Obwohl die 1950er Jahre eine schwere Zeit für das Musikleben und den Geigenbau in Frankreich waren, entwickelte sich die Maison Vatelot zu einem Treffpunkt der bedeutendsten internationalen Streichsolisten, und Namen wie Pablo Casals, Yehudi Menuhin, Slava Rostropowitsch, Yo-Yo Ma und Anne-Sophie Mutter sind ein Teil dieser außergewöhnlichen Unternehmensgeschichte geworden. Etienne Vatelots hochentwickeltes Gespür für den Klang von Streichinstrumenten darf als der Schlüssel dieses Erfolgs angesehen werden. Gern vergleicht sich der begeisterte Konzertgänger mit einem Arzt, dessen Aufgabe darin besteht, zu erkennen, was einer Geige fehlt – um sie heilen zu können. Mit diesem Selbstverständnis lässt sich auch leicht erklären, warum so viele große Musiker immer wieder den Weg zu Etienne Vatelot gefunden haben: man bleibt dem Arzt treu, zu dem man einmal Vertrauen gefasst hat.


Unter der Führung Etienne Vatelots, die er seit 1959 innehatte, wurde die Maison Vatelot in der Rue Portalis eine Ausbildungsstätte für 50 hervorragende Geigenbauer und Restaurateure. Sein wichtigster Mitarbeiter war seit 1983 Jean-Jacques Rampal, der 1954 geborene Sohn des berühmten Flötisten Jean-Pierre Rampal. Jean-Jacques Rampal absolvierte seine Ausbildung ebenfalls in Mirecourt bei Jean-Jacques Pages und arbeitete bei Charles Beare in London, bevor er nach Frankreich zurückkehrte. In enger Zusammenarbeit mit Etienne Vatelot reifte Rampal zu einem Experten gleichen Ranges und wurde 1994 zum Sachverständigen am Appellationsgericht ernannt. 1998 trat Rampal Etienne Vatelots Nachfolge an und führt seither die Maison Vatelot-Rampal. So sehr sich die Welt der Geigenbaukunst in Etienne Vatelots langem Berufsleben verändert hat, so sehr wünscht sich der hochbetagte Meister, bis zu seinem Tod immer wieder in die Werkstatt kommen zu können wie einst sein Vater – um bis zuletzt alte Geigen zu sehen, die gerade mit der Sorgfalt eines guten Arztes restauriert werden, nunmehr durch die Hand von Jean-Jacques Rampal.



Neuzugänge in unserem Katalog
  • Sehr schöne Klingenthaler Hopf Geige, um 1840
  • ÜBERARBEITET; KLANGPROBE: 18. Jahrhundert: Markneukirchener Bratsche, um 1780
  • ÜBERARBEITET; NEUE KLANGPROBE: Feine zeitgenössische Meistergeige, Wolfgang Schiele, München
  • Italienische Bratsche, Stefano Conia, Cremona 1985 (Zertifikat Stefano Conia)
  • ÜBERARBEITET, NEUE KLANGPROBE: Französische Meistergeige No. 34 von Paul Hilaire, 1950
  • Französische "Rugginelli" Violine, für Beare & Son, 1902
  • 3/4 - Feine Französische 3/4 Violine, um 1910
  • Charles Nicolas Bazin: Silbermontierter Geigenbogen um 1885 nach Lupot, edler Ton (Zertifikat J.-F. Raffin)
  • Zeitgenössische Italienische Geige, Gianni Norcia, Bologna
  • Giulio Cesare Gigli, feine italienische Geige um 1760 (Zertifikat Etienne Vatelot)
  • KLANGLICH VERBESSERT: Schönbacher Bratsche von F. Fischer, 1935
  • Cremoneser Meistergeige, Piergiuseppe Esposti, 1998 (Zertifikat Piergiuseppe Esposti)
  • Feine Markneukirchner Bratsche, Johann Christian Voigt II, 18. Jahrhundert
  • Moderne Mittenwalder Bratsche, Matthias Klotz 1982
  • Feine italienische Bratsche von Marcello Martinenghi, 1949 (Zertifikat Eric Blot)
  • 1/2 - antike französische 1/2 Violine, um 1870
  • ÜBERARBEITET UND VERBESSERT: Ernst Heinrich Roth, Markneukirchen, kraftvolle Geige nach Guarneri, 1922
  • Feine Mittenwalder Geige, 18. Jahrhundert, zierlich und elegant, um 1780
  • Alte Mittenwalder Geige, Josef Rieger, 1927
  • Ernst Heinrich Roth, alte Bubenreuther Geige von 1955, inkl. Zertifikat
  • Englische Bratsche von Alan McDougall
  • 3/4 - alte Mittenwalder 3/4 Geige, kräftig und klar im Klang
  • Feiner französischer Geigenbogen, für Paul Serdet
  • KLANGLICH VERBESSERT: Interessante Italienische Geige, Anfang 20. Jahrhundert