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Vertiefende Beiträge über Streichinstrumente und die Geschichte des Geigenbaus


Christian Friedrich Meinel, Meistergeige um 1760
Christian Friedrich Meinel, Meistergeige um 1760
Christian Friedrich Meinel, Meistergeige um 1760
Christian Friedrich Meinel, vogtländische Meistergeige
Christian Friedrich Meinel, vogtländische Meistergeige
Meistergeige, Christian Friedrich Meinel - Zargenansicht
Meistergeige, Christian Friedrich Meinel - Zargenansicht
Geige, Christian Friedrich Meinel - Schnecke
Geige, Christian Friedrich Meinel - Schnecke
Herkunft: Markneukirchen
Erbauer: Christian Friedrich Meinel
Bodenlänge: 35,5 cm
Jahr: 1760 circa
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Christian Friedrich Meinel, vogtländische Meistergeige um 1760

Als vorzüglich erhaltenes Instrument nach alter Klingenthaler Geigenbau-Tradition repräsentiert diese antike Violine von Christian Friedrich Meinel ein Stück sächsischer Musikgeschichte – und das umso mehr, als sie sich zuletzt im Besitz eines Konzertmeisters des Leipziger Rundfunkorchesters befand, aus dessen Erbe wir sie erhalten haben. Über das Leben ihres Erbauers Christian Friedrich Meinel ist kaum mehr bekannt, als dass er durch die Heirat mit Anna Rosina Schönfelder Eingang in die Markneukirchener Geigenbauer-Innung fand – ein biographisches Detail, das zugleich ein Licht auf die Lebensverhältnisse der vogtländischen Geigenbauer im 18. Jahrhundert wirft: So öffnete die Verbindung dem Sohn eines Schindelmachers nicht nur die Tür zu einer neuen Existenz, sondern brachte seiner Werkstatt auch wichtige handwerkliche Kompetenzen – denn die Tochter des Geigenbauers Johann Martin Schönfelder war geschickt in der Kunst des Lackierens, und es ist nicht unwahrscheinlich, dass auch der leuchtende goldbraune Lack dieser Geige von ihrer Hand stammt. Mit den natürlichen Spuren einer über zweihundert Jahre währenden intensiven musikalischen Nutzung und seiner ungebrochenen Strahlkraft unterstreicht er die Qualität der Tonhölzer, die Christian Friedrich Meinel gewählt und mit sicherem Gespür für Klang und Ästhetik verarbeitet hat. Sie ist noch unverkennbar geprägt vom klassischen Modell der Region, das sich an den Werken der Geigenbauer-Dynastie Hopf orientiert. Die enge, feine Flammung des einteiligen Ahorn-Bodens harmoniert perfekt mit der markanten Form des unverwechselbaren, hier vergleichsweise flach gehaltenen Hopf-Geigenmodells. Die breite, akkurat gearbeitete Randeinlage vollendet die individuelle Erscheinung der Geige, die Meinel mit seinem Brandstempel C * F * M * unter dem Bodenplättchen gekennzeichnet hat. Es ist dem außergewöhnlich guten Zustand dieser musikhistorischen Rarität zu verdanken, dass sie ihren exzellenten Klang über die lange Zeit seit den 1760er Jahren bewahrt und zu schönster Reife geführt hat: Ihre sehr gute Ansprache trägt die Wärme ihrer resonanten Stimme über alle Lagen und erlaubt durch ihre Kraft und strahlende Klarheit in den oberen Bereichen äußerst differenzierte, atmosphärisch dichte Interpretationen – in denen ihr flötiger, leicht süßer Charakter zauberhafte Nuancen setzt. Unsere besondere Empfehlung für anspruchsvolle Musiker, sofort spielfertig nach einer gründlichen Aufarbeitung in unserer Werkstatt.

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