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Die Geige: Auswahl, Herkunft und Wert

Die Geige ist für ihren Besitzer ein eng vertrauter musikalischer Partner – und doch stets ein Werk voller Rätsel, das nie ganz durchschaubar ist. Die meisten Musiker entwickeln im Laufe der Zeit ein tiefes, intuitives Einverständnis mit ihrem Instrument, doch sobald über den Erwerb einer anderen Geige zu entscheiden ist, brechen zahllose Fragen auf. Seit vielen Jahren beraten wir Instrumentalisten weltweit bei der Suche nach einer passenden Geige, und stellen auf dieser Seite Informationen zusammen, die sich als besonders wichtig erwiesen haben.

Übersicht dieses Ratgebers:

1. Allgemeine Qualitätsmerkmale von Geigen
    Tonhölzer, Lack, Handwerkliche Ausarbeitung und Reparaturen, Klang und Spielqualität

2. Alter und Herkunft einer Geige

3. Vom Wert einer Geige

1. Allgemeine Qualitätsmerkmale von Geigen

Woran erkennt man eine gute Geige? Ein geeigneter Ausgangspunkt, um die Qualität eines Streichinstrumentes zu beurteilen, sind die Materialien, die für seinen Bau verwendet wurden. Dabei fällt der Blick meist zuerst auf die Maserung der Hölzer, aus denen der Korpus, aber auch Hals und Schnecke gefertigt wurden. Eine enges bis mittelweites – bzw. „fein- bis mitteljähriges“ – Muster der Jahresringe gilt allgemein als Qualitätsmerkmal für Fichtenholz, aus dem in den meisten Fällen die Decke besteht. Auch die Regelmäßigkeit des Wuches spricht für eine gute Qualität des gewählten Tonholzes. Ahorn, aus dem die Böden, Zargen und Hälse der meisten Streichinstrumente gefertigt sind, zeigt oft eine interessante Flammung, die ebenfalls deutlich sichtbar Rückschlüsse auf die Struktur des Holzes zulässt.

So können eine Decke aus sehr regelmäßiger, fein- bis mitteljähriger Fichte und ein Boden aus schön geflammtem Ahorn als erste Hinweise auf die gute Materialqualität der Geige gewertet werden. Aber wie immer gibt es keine Regel ohne Ausnahme – und das gilt im Geigenbau besonders, wie in allen anspruchsvollen Kunsthandwerken. So ist z. B. das Holz der Haselfichte ein besonders geschätzter Werkstoff für den Geigenbau, wegen seiner guten physikalischen Eigenschaften – und gerade dieses Holz ist an einer charakteristischen Unregelmäßigkeit, den sog. Haseln gut zu erkennen. Weiterhin zeichnen sich bestimmte regionale Traditionen bzw. einzelne Geigenbauer durch eine Vorliebe für unkonventionelle Hölzer aus. So scheint es beispielsweise, als wollten viele italienische Meister gerade dadurch ihre Erfahrung und ihr Können demonstrieren, dass sie unregelmäßig gewachsenes oder wurmstichiges Holz wählen – und nicht selten geben ihnen die ästhetisch ausgefallenen, aber vorzüglich klingenden Geigen Recht, die sie seit den Tagen Guarneris aus solchem „minderwertigem“ Material erschaffen.

Einen Sonderfall im Bereich der Hölzer, aus denen eine Geige besteht, stellt das Griffbrett dar. Hochwertigere Geigen, die bis ca. 1900 gebaut wurden, erhielten in aller Regel ein Griffbrett aus massivem Ebenholz, während andere Harthölzer wie z. B. Buche als weniger wertvolle Alternativen galten. Auch weichere Hölzer fanden gelegentlich Anwendung, was in keinem Fall aber mit klanglichen Einbußen einhergeht. Gerade bei älteren Geigen, etwa aus der Epoche des Barock, wurden Griffbretter oft aus solchen Hölzern gearbeitet und mit Ebenholzfurnier belegt, oder auch einfach nur schwarz lackiert. An besonders beanspruchten Stellen tritt häufig das darunter liegende Material in hellerer Farbe hervor. Ebenholz war in den ersten Jahrhunderten des Geigenbaus ein überaus seltenes und teures Holz, und seine Verwendung kann deshalb als Hinweis verstanden werden, dass eine Geige für einen anspruchsvollen Käufer gebaut wurde – in angemessener Qualität. Für neuere Instrumente gilt diese Regel allerdings nicht mehr, da auch für einfachste Geigen aus industrieller Produktion ausreichend Ebenholz zur Verfügung steht, wenn auch meist in minderwertiger Qualität.

Neben den Hölzern ist auch der Lack ein Merkmal, an dem Qualitätsunterschiede gut ablesbar sind. Um die Lacke der alten Meister von Cremona ranken sich bekanntermaßen zahllose Legenden, und wenn der Lack heute auch nicht mehr als entscheidend für den Klang einer Geige angesehen wird, ist er doch eine besonders auffällige Visitenkarte des Geigenbauers. Das Lackbild einer Geige spielt damit für die Bestimmung ihrer Herkunft eine wichtige Rolle (s.u.), es demonstriert aber auch, wie groß die Sorgfalt und der zeitliche Aufwand waren, die ihr Bau erfordert hat. So sind viele italienische Geigen nicht zuletzt für ihre üppigen Öllacke berühmt, die von manchen Geigenbauern in mehr als 40 Anstrichen aufgetragen werden. Da Öllacke zudem nur sehr langsam trocken, ergeben sich nicht selten Zeiträume von mehreren Monaten, bis eine Geige fertig lackiert ist. Wesentlich schneller lassen sich sog. Spirituslacke verarbeiten, die manchmal etwas mehr zur Bildung feiner Risse neigen, aber durchaus von hoher Qualität sein können. Da sie unter Umständen schon während der Verarbeitung trocknen, verlangen sie große handwerkliche Sicherheit und Routine – anders als Öllacke, von denen manche nie ganz aushärten und dauerhaft leicht retuschiert werden können. Spirituslacke sind also nicht per se weniger wert als Öllacke, sie können im Gegenteil auf eine gut ausgebildete, erfahrene Hand hinweisen. Ein eindeutiges Zeichen geringer Qualität sind Nitro- oder Kunstharzlacke, die heute besonders oft an chinesischen Fabrikgeigen Anwendung finden; insbesondere, wenn sie mit bestimmten industriellen Spritztechniken aufgebracht worden sind, können sie das Schwingungsverhalten der Geige beeinträchtigen, und sind darüber hinaus weder optisch noch in ihrem unangenehmen Geruch besonders erfreulich, den sie wenigstens in den ersten Wochen und Monaten nach ihrer Fertigung verströmen.

Auch Veränderungen des Lackes, die gerade an älteren Geigen zu beobachten sind, geben über seine Qualität Auskunft. Dazu gehört die Patina, die von vielen Liebhabern antiker Geigen geschätzt wird, und sich als natürlicher Alterungsprozess unterschiedlich stark ausprägt, beeinflusst von den Inhaltsstoffen und der Qualität des Lackes. Auch die Rissbildung im Lack, das Craquelée, ist ein solcher Prozess, der auf mangelhafte Rezepturen hinweisen kann, gleichwohl aber zu ästhetisch schönen Kunstwerken des Zufalls führt. Selbst Kratzer sind nur zum Teil ihrer jeweiligen mechanischen Ursache zuzurechnen; weiche Öllacke weisen nach langer, intensiver Nutzung naturgemäß mehr und andere Beeinträchtigungen auf als die härteren Spirituslacke. Diese Spuren sind oft von erheblicher Aussagekraft, z. B. wenn der Deckenbereich neben dem Griffbrett viele kleine Abriebstellen und Kratzer zeigt, die beim Spiel in hohen Lagen entstehen. Eine solche Geige muss längere Zeit im Besitz guter Musiker gewesen sein, denen diese Regionen nicht fremd waren. Und mehr sie ihr Instrument zufrieden gestellt hat, um so mehr Spielspuren werden sie dort hinterlassen haben. Auch farblich können sich Lacke und das Holz, das sie bedecken, im Laufe der Jahre stark verändern. All diese Einflüsse zusammengenommen ergeben das typische Bild einer antiken Violine, deren Lackbild nicht mehr makellos glatt ist, farblich uneinheitlich und von einem speziellen, reizvollen Charakter. Dieser wird seit Generationen von nicht wenigen Geigenbauer gezielt nachgeahmt, indem sie ihre neuen Geigen „antikisieren“. So avancierte die Antikisierung des Geigenlackes seit dem 19. Jahrhundert selbst zu einer geigenbauerischen Disziplin, die nicht gering zu schätzen ist und ihrerseits ein weiterer Ausweis der guten handwerklichen Qualität einer Geige sein kann.

Wie der Lack also bereits wichtige Hinweise auf die Standards der handwerklichen Ausarbeitung einer Geige liefert, lässt sich diese auch anhand einiger weiterer Details beurteilen. Während man für klanglich relevante Merkmale wie die Ausarbeitung der Stärke von Decke und Boden auf spezielle Werkzeuge und viel Erfahrung angewiesen ist, können auch Laien meistens gut erkennen, ob die Schnecke und die Randeinlage sorgfältig und von Hand gearbeitet sind. Sie sind deshalb ein guter Anhaltspunkt, auch wenn sie über die musikalischen Eigenschaften der Geige nichts unmittelbar aussagen. Und auch hier bietet nicht zuletzt der italienische Geigenbau reichlich Ausnahmen, zu denen selbst Geigen der berühmtesten Meister wie Guarneri del Gesù gehören, die in Details auffallend nachlässig ausgearbeitet sind – aber dennoch ausnehmend gut klingen. Ein anderes Beispiel sind Manufakturgeigen aus dem französischen Geigenbauzentrum Mirecourt, die mit dem Ziel konzipiert wurden, möglichst gute Instrumente zu einem möglichst günstigen Preis anbieten zu können. Insbesondere im 19. Jahrhundert und um die Jahrhundertwende erhielten sie manchmal nur eine angedeutete, d.h. aufgemalte oder eingekratzte Randeinlage, wodurch sich der Zeitaufwand bei ihrer Herstellung deutlich reduzierte. Gleichwohl finden sich unter diesen Geigen nicht wenige Instrumente mit ausgesprochen gutem Klang und hervorragenden Spieleigenschaften, die mindestens für gehobene Amateur-Ansprüche bestens geeignet sind. Und natürlich kann das rein optische „Make-up“ einer Geige im Gegenzug auch zu Lasten ihrer musikalischen Qualität gehen, so dass wunderschön anzusehende Geigen mit aufwändig geschnitzten Schnecken, komplizierter Einlagearbeit und vollendet gelungenem, antikisiertem Lack in ihrem Klang gleichwohl durchschnittlich sein können. Nie ein Merkmal allein zu betrachten und auf seiner Grundlage das ganze Instrument zu beurteilen, ist eine wichtige Regel bei der Beurteilung einer Geige.

Nicht zuletzt können auch Reparaturen, die für alte Geigen nicht ungewöhnlich sind, ein Zeichen handwerklicher Qualität sein. So belegen ausgebuchste, erneuerte Wirbellöcher meist, dass das Instrument lange in Nutzung war und oft gestimmt wurde, so dass sich die Löcher durch die Reibung der Wirbel vergrößerten und neu angepasst werden mussten. Auch sog. Anschäfter, bei denen eine Geige einen neuen Hals bzw. eine neue Schnecke erhält, gelten nicht so sehr als wertmindernder Schaden sondern belegen vielmehr, dass das Instrument eine so aufwändige Instandsetzung rechtfertigte. Dasselbe gilt auch für Reparaturen von Decken-, Boden- oder Zargenrissen, sofern sie gut gemacht sind und den Klang nicht beeinträchtigen. Die Qualtiät dieser Reparaturen, die renommierte Restaurateure oft sogar durch die Anbringung ihres eigenen Etiketts im Korpus dokumentieren, kann also ein gutes Zeugnis für ein Instrument sein.

Wer in seiner Geige nicht nur ein Dekorationsobjekt, sondern ein Musikinstrument sieht, wird nach der Begutachtung von Material und Verarbeitung die größte Aufmerksamkeit dem Klang und den Spieleigenschaften widmen. Hier spielen individuelle Vorlieben und persönliche Voraussetzungen naturgemäß die wichtigste Rolle – denn von der Lautstärke des Geigentons über seine Klangfarbe bis zum Anspracheverhalten des Instruments hängt alles davon ab, wer die Geige mit welchen musikalischen Zielen zu spielen wünscht.

In unserem Katalog legen wir auf eine treffende Beschreibung des Klangcharakters großen Wert und dokumentieren die Stimme jedes Instruments zudem mit einer Klangprobe, die eine erste Orientierung bieten soll. Dazu wählen wir gemeinsam mit unserem professionellen Geiger je eine Passage bekannter Violinliteratur aus, mit der sich das individuelle Profil jeder Geige möglichst gut repräsentieren lässt. Für die persönliche musikalische Erkundung unserer Geigen bieten wir mit einer erweiterten Rücknahmegarantie zusätzliche Sicherheit.





Besondere Empfehlungen aus unserem Katalog

Sächsische Geige nach Cremoneser Vorbild - Decke

Italienischer Charakter: Eine sächsische Geige der 1920er Jahre

Herkunft: Sachsen
Erbauer: Unbekannt
Bodenlänge: 35,5 cm
Jahr: 1920 circa
Preis: 950,00 €

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VERKAUFT
Ottomar Hausmann, Violine von 1959 - Decke

Mittenwalder Violine von Ottomar Hausmann

Herkunft: Mittenwald
Erbauer: Ottomar Hausmann
Bodenlänge: 35,7 cm
Jahr: 1959
Preis: 3.000,00 €

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James Tubbs, Geigenbogen um 1910 - Frosch

Feiner Geigenbogen von James Tubbs, um 1910 (Hieronymus Köstler)

Herkunft: London
Erbauer: James Tubbs
Gewicht: 55,1 g
Jahr: 1910 circa
Preis: 8.000,00 €





2. Alter und Herkunft einer Geige

Welche Vorzüge alte Geigen gegenüber neuen haben – bzw. umgekehrt – ist eine der wohl am meisten diskutierten Fragen in der Welt der Streichinstrumente. Kaum ein halbes Jahr vergeht, in dem nicht eine neue wissenschaftliche Untersuchung durch die Presse gereicht wird, die von sich behauptet, den endgültigen Beweis für die eine oder die andere Meinung gefunden zu haben. Meistens offenbaren diese vermeintlichen Sensationen nur ein eindimensionales Denken, das einem so komplexen Phänomen wie einem Streichinstrument nie angemessen sein kann. Die Qualität einer alten Geige, und das gilt gerade für die besten historischen Meisterinstrumente, kann nie auf eine einzige Ursache zurückgeführt werden – weder ein geheimnisvoller Lack noch eine besondere Beschaffenheit des Holzes, sei es aufgrund klimatischer Bedingungen oder durch den Einfluss bestimmter Pilze, können für sich allein ausschlaggebend sein. Und auch die beliebten direkten Klangvergleiche, bei denen alte und neue Geigen blind angespielt und einander gegenübergestellt werden, offenbaren vor allem ein fragwürdiges Verständnis von der intensiven Auseinandersetzung, die ein Musiker mit seinem Instrument führt – führen muss, um dessen tonale Möglichkeiten wirklich kennen und ausschöpfen zu können.

Es gibt also keine Regel, nach der alte Geigen stets besser klingen als neue, aber es gibt fraglos viele antike Instrumente, die sich durch jene unverkennbare, besondere Reife im Ton auszeichnen – für die sowohl der Wuchs und die individuelle Alterungsgeschichte des Holzes als auch die Vorzüge des jeweiligen Modells und nicht zuletzt die Kunst und die glückliche Hand ihres Erbauers verantwortlich sein können. Die Begeisterung für diese antiken Instrumentenpersönlichkeiten bestimmt unsere Arbeit und das Katalogprogramm von Corilon violins, ohne dass wir uns hervorragenden Geigen unserer Zeit verschließen würden.

Auch die Provenienz, also die Herkunft einer Geige aus einer bestimmten Region oder Werkstatt, ist per se weder eine Qualitätsgarantie noch ein Makel – wohl aber haben die unterschiedlichen Geigenbautraditionen eigene, typische Charaktere entwickelt. Bei dieser Entscheidung geht es daher nicht um eine Frage der Qualität, denn überall wurden und werden auch schlechte Instrumente gebaut, und nirgends nur gute. Im Fokus sollten vielmehr das klangliche Profil des Instruments und seine Eignung für die eigenen Tonvorstellungen stehen. Italienische Violinen erfreuen sich z. B. traditionell einer besonderen Wertschätzung, für ihren weichen, schmelzenden Unterton, der oft von einem unkonventionellen, genialischen Baustil begleitet wird. Gute französische Geigen zeichnen sich durch einen dominanten, solistischen Klang aus, den viele versierte Musiker wegen seiner enormen Präzision bevorzugen. Andere wiederum schätzen den vergleichsweise strengen Ton englischer Geigen für das differenzierte Ensemblespiel.

Zu den regionaltypischen geigenbauerischen Eigenarten gehören viele Feinheiten der handwerklichen Ausführung, die sich oft nur dem geschulten und erfahrenen Auge erschließen, aber auch auffällige Merkmale, die nicht selten als selbstbewusste Repräsentation lokaler Traditionen verstanden werden wollen. Hier ist z. B. an das sehr auffällige und eigenständige Violinmodell der Geigenbaudynastie Hopf im sächsischen Klingenthal zu denken, das mit seinen leicht „eckig“ geformten Oberbügeln gut zu erkennen ist. Viele dieser Geigen, auch solche mit konventionellerem Umriss, weisen zudem die traditionelle vogtländische Lackierung in brauner Farbe über einer markant durchscheinenden, gelben Grundierung auf. Überhaupt bieten das Lackbild und farbliche Verzierungen gute Hinweise auf die Herkunft einer Geige; hier ist z. B. an viele äußert dunkle, fast schwarz lackierte Instrumente des 19. Jahrhunderts aus Böhmen und Österreich zu denken, aber auch an elegantes Dekor wie geschwärzte Ränder des Korpus und insbesondere der Schnecke, die zum französischen Geigenbau gehören. Davon zu unterscheiden sind starke persönliche Stilmerkmale, die auf bestimmte Meister des Geigenbaus zurückgehen – wie z. B. die doppelte Randeinlage und die Schnecke mit zusätzlicher Windung, die von dem berühmten italienischen Geigenbauer Maggini entwickelt wurden – und weltweit zahlreiche Nachahmer fanden.





Besondere Empfehlungen aus unserem Katalog

Mario Gadda Geige

Italienische Violine von Mario Gadda (Mario Gadda)

Herkunft: Mantova
Erbauer: Mario Gadda
Bodenlänge: 35,5 cm
Jahr: 1970 circa
Preis: 15.000,00 €

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VERKAUFT
Geigenbogen von Louis Morizot Frères, Mirecourt - Frosch

Feiner Geigenbogen von Louis Morizot Frères (J.F. Raffin)

Herkunft: Mirecourt
Erbauer: Louis Morizot Frères
Gewicht: 52,7 g
Jahr: 1950 circa
Preis: 2.000,00 €

VERKAUFT

Feiner deutscher Meisterbogen, spätes 19. Jahrhundert

Herkunft: Deutschland
Erbauer: unbekannter Meister
Gewicht: 57,8 g
Jahr: 1890 circa
Preis: 3.000,00 €





Vom Wert einer Geige

Geigen werden heute in einem Preisspektrum von historischer Weite gehandelt, das von extrem billigen, meist in China hergestellten Fabrikgeigen bis zu unbezahlbaren antiken Sammlerstücken reicht. Diese Entwicklung beginnt im späten 18. Jahrhundert, in dem das Verleger- und Manufakturwesen die Produktion einfacher, preisgünstiger Geigen in großen Stückzahlen erlaubte, zugleich aber die besonderen Vorzüge der historischen Instrumente von Stradivari, Guarneri und anderen klassischen Meistern entdeckt wurden. Sie stießen wegen ihrer herausragenden Qualität zunächst auf das besondere Interesse der Musiker, bald aber auch von Sammlern, deren Nachfrage rasch zu einem steilen Anstieg der Preise führte. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden die Meisterwerke berühmter Geigenbauer endgültig zu Spekulationsobjekten, deren Preise zum Teil um das 200fache stiegen.

Während billige Geigen nie so billig waren wie heute, und teure nie teurer, kommen die Extreme dabei nur für wenige Musiker ernsthaft in Frage: Selbst herausragende Solisten können sich bedeutende historische Instrumente längst nicht mehr leisten, die ihnen deshalb meist als Stipendium oder Mäzenatengabe zur Verfügung gestellt werden. Unter den Fabrikgeigen unserer Zeit sind wiederum viele Instrumente, die zu irrational niedrigen Preisen angeboten werden. Sie folgen der Nachfrage vieler Anfänger und Geigenschüler, ohne aber meist als Ausbildungsinstrumente geeignet zu sein. Zwar sind die weiten klanglichen Möglichkeiten einer hochwertigen Meistergeige in den ersten Unterrichtsjahren sicher verzichtbar, und die Budgets für den Kauf einer Geige meist schmal bemessen – ein motivierendes, gut klingendes und „nachsichtig“ agierendes Instrument mit leichter Ansprache ist für eine erfolgreiche Instrumentalausbildung aber unerlässlich. Dieser Anspruch erlaubt, was leicht nachzuvollziehen ist, nur eine begrenzte Rationalisierung der Produktion, und setzt der Preisgestaltung damit eine natürliche Grenze. So ist es auch mehr als erstaunlich, dass die Einhaltung ökologischer und sozialer Standards in der Massenproduktion von Streichinstrumenten kaum öffentliche Beachtung findet, obwohl neue Geigen-Sets zu Komplettpreisen unter 100 Euro doch reichlich Anlass zu kritischen Fragen geben sollten.

Im Bereich alter Geigen eröffnen diese gegenläufigen Entwicklungen aber auch Chancen. Denn dass sich der Sammlerwert berühmter Instrumente weitgehend von ihrem musikalischen Wert gelöst hat, bedeutet auch, dass Geigen mit nicht genau bekannten oder weniger gesuchten Provenienzen oft vorzügliche Klang- und Spieleigenschaften bieten – zu überraschend niedrigen Preisen. Während solche Instrumente früher beinahe ausschließlich von Geigenbauern oder auf Vermittlung von Instrumentallehrern verkauft wurden, wechseln etliche Familienstücke und Dachbodenfunde heute direkt ihre Besitzer, über die bekannten Auktions-Websites und Kleinanzeigenmärkte im Internet. Solche meist privaten Verkäufe haben das Angebot alter Geigen stark vergrößert, allerdings um den Preis erheblicher Unsicherheit für den Käufer – denn selbst Fachleute können den Wert einer Geige allein auf der Grundlage von Fotografien, zumal in wechselhafter Qualität, nicht zuverlässig beurteilen.

Seriöse Angebote zeichnen sich dagegen durch eine aufwändige Dokumentation aus, die die technischen Möglichkeiten des Internet voll ausschöpft, und durch eine fachliche Begutachtung inkl. einer sachgerechten Aufarbeitung der Instrumente, die Folgekosten für Reparaturen verhindert. Dieser hohe Anspruch ist für den Katalog von Corilon violins maßgeblich und wird durch unsere kundenfreundlichen Konditionen abgerundet, zu denen ein umfangreiches Rückgaberecht von 30 Tagen gehört. Durch eine intensive Beratung helfen wir unseren Kunden, die richtigen Geige auszuwählen – als das passende Instrument, dessen Format und musikalischer Charakter den individuellen Vorstellungen optimal entspricht.

Weitere Informationen

Weiterführende Information zu instrumentengeschichtlichen Themen finden Sie in unseren Artikeln über die Entstehung der Geige bzw. des Geigenbogens.

Ein weiterer Ratgeber widmet sich Empfehlungen zum Kauf einer Schülergeige.

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