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Vertiefende Beiträge über Streichinstrumente und die Geschichte des Geigenbaus


Der Barockbogen (Geschichte des Geigenbogens, Teil I)

Der Barockbogen als Teil einer musikalischen Revolution: Geigenbau, Musik und Bogenbau im 17. und 18. Jh.


Die Entwicklung des Barockbogens ist eine Geschichte von Versuch und Irrtum, eine Wechselwirkung von Handwerk und Musik, in deren Verlauf die unterschiedlichsten Bogenmodelle entworfen, variiert und verbessert wurden. Mit der Erfindung der Geige, genauer der Barockgeige, im späten 16. Jahrhundert erreichte der Streichinstrumentenbau ein Optimum, das eine musikalische Revolution auslöste. Rasch emanzipierte sich die Geige, deren Vorläufer doch vor allem Rhythmusgeber auf den Tanzböden von Hochzeiten und Volksfesten waren, von ihrer verachteten Herkunft.

An einen adäquaten Geigenbogen aber dachten die ersten Meister des Geigenbaus nicht, und so fanden die spätmittelalterlichen Modelle weiter Verwendung, mit denen zuvor Fiedel und Rebec gespielt worden waren. Viele dieser Bögen waren ausgesprochene Rhythmusinstrumente, manche nur 20 bis 30 cm kurz und stark konvex gebogen, in ihren Spielmöglichkeiten durch Faust- oder Untergriff zusätzlich begrenzt.

Übersicht:

 

Musikalische Ursachen für die Entwicklung des Barockbogens

Während insbesondere die französische Barockmusik zunächst am Formenkanon der Tanzmusik orientiert blieb und daher wenig Anlass bot, die Führung und den Bau des Geigenbogens zu erneuern, gab es in Italien ein lebhaftes Interesse am cantablen Spiel. Hier bevorzugte man bald den Obergriff und erschloss der Geige damit neue Klänge und Spielmöglichkeiten: Mit dem „italienischen“ Griff (im Unterschied zum „französischen“ Untergriff) konnte der Strich sensibler kontrolliert und weiter modelliert werden, legato und springende Techniken fanden Eingang in das solistischer werdende Spiel, und durch die Verwendung längerer Bögen wurden längere Töne und Tonfolgen möglich.

Der Barockbogen – bauliche Charakteristika

Arcangelo Corelli (1653-1713) veränderte durch seine auf dem langen Barockbogen aufbauenden Kompositionen den Charakter der Geige grundlegend, deren Klangideal sich immer mehr dem Gesang annäherte. Die Einführung des längerer Bögen zog eine Reihe baulicher Veränderungen nach sich, insbesondere eine Erhöhung des Kopfes, um eine gleichmäßigere Gewichtsverteilung und Bespielbarkeit der vollen Bogenlänge zu erreichen. Barockbögen mit niedrigerer Biegung wurden beliebter, bis die gerade bzw. leicht konkave Form erreicht war. Hatte der Spieler die Bogenspannung zuvor durch den Griff selbst hergestellt, z. B. durch Druck des Daumens, ermöglichten nun steckbare Frösche und der sog. Zahnstangenbogen eine immer variablere Spannung, bis sich der Schraubfrosch als Standard durchsetzte.

Lust am ästhetischen Spiel: Die Material- und Formenvielfalt des Barockbogens

Mit diesen technischen Verbesserungen einhergehend wurde auch die ästhetische Gestaltung des Barockbogens aufwendiger. Hochwertige Hölzer, vor allem das sehr harte Schlangenholz, wurden kunstvoll bearbeitet, Stangen mit Kannellierungen versehen, Frösche und Köpfe in ausgefallenen Formen gearbeitet und verziert. Normen oder ein typisches Modell des Barockbogens aber entwickelten sich nicht; typisch barock ist vielmehr die Vielfalt der Formen und Gestaltungen wie auch bei den Violinen.



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