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Vertiefende Beiträge über Streichinstrumente und die Geschichte des Geigenbaus


François Xavier Tourte und der moderne Geigenbogen (Der Geigenbogen, Teil III)

Der moderne Geigenbogen und die neue Klassik des Bogenbaus nach dem großen François Xavier Tourte


Anders als die von fließender Veränderung geprägte klassische und barocke Epoche des Bogenbaus kennt die Moderne ihren Begründer und Klassiker, den als „Stradivari des Bogenbaus“ unangefochtenen François Xavier Tourte (1747/48-1835). Der Sohn eines Bogenbauers wurde vermutlich zunächst als Uhrmacher ausgebildet, bevor er in die inzwischen von seinem älteren Bruder Léonard Tourte geführte Bogenbauer-Werkstatt eintrat und das väterliche Handwerk erlernte.

François Xavier Tourte nahm in sein Bogenmodell die Errungenschaften des klassischen Bogenbaus auf und vervollkommnete sie, stets orientiert an den wachsenden Anforderungen der großen Solisten. Zu François Xavier Tourtes frühesten und nie wiederrufenen Festlegungen gehört die Verwendung hochwertigen Fernambukholzes, das ihm seine physikalisch höchst komplizierte Stangenform ermöglichte und als natürlicher Werkstoff bis heute unübertroffen ist. Die logarithmische Verjüngung der reifen Tourte Bögen stellt in ihrer mathematischen Komplexität und den mit ihr verbundenen messtechnischen Anforderungen eine außerordentliche und historische Leistung dar. Erst der große Jean-Baptiste Vuillaume (1798-1875) konnte ihre Gesetzmäßigkeiten mit dem Abstand einer Generation nachvollziehen und beschreiben.

Für den immensen Erfolg, dessen sich François Xavier Tourte schon zu Lebzeiten erfreuen konnte, waren aber nicht die mathematische Rafinesse, sondern die idealen Spieleigenschaften seiner Bögen verantwortlich. Perfekt ausbalanciert, mit schneller Ansprache und Reaktionsgeschwindigkeit durch eine starke Innenwölbung eröffnete der Tourte Bogen das historisch weiteste Spektrum an Spieltechniken, vom vollen Cantabile-Spiel bis zu neuen springenden Techniken wie Saltando, Ricochet und Sautillé. Bis hin zur Form des Kopfes und der Befestigung der erneut verbreiterten und verstärkten Bespannung gestaltete Tourte sein vollendetes Bogenmodell, das – ähnlich der cremoneser Geige – in seiner Nachfolge nur noch marginal verändert wurde. Zu François Xavier Tourtes größten Erben zählen der „deutsche Tourte“ Ludwig Christian August Bausch (1805-1871), François Nicolas Voirin (1833-1885) und nicht zuletzt der große Eugène Sartory (1871-1946).

Die jüngste Entwicklungsstufe des modernen Bogenbaus sind Bögen aus Verbundwerkstoffen wie Glasfaser und Kohlefaser bzw. Karbon, die seit den 1960er bzw. 1990er Jahren hergestellt werden und inzwischen auf einem sehr guten Niveau produziert werden. Ihre Erfindung ist nicht zuletzt eine Antwort auf den Mangel an hochwertigem Fernambuk, seit die Bestände des Fernambuk-Baums Caesalpina echinata durch die Ausweitung landwirtschaftlicher Flächen und die hohe Bautätigkeit an seinen wichtigsten brasilianischen Standorten stark zurückgehen.




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  • Deutscher Geigenbogen mit warmem Klang, um 1940
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  • Ausgezeichneter alter deutscher Geigenbogen. Heller, süßer Klang, 1950er Jahre
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  • Antike Mittenwalder Geige um 1850
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  • Christian Friedrich Meinel, vogtländische Meistergeige um 1760
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  • Feine Solisten Violine von Nicolò Gagliano, 1762 (Zertifikat J. & A. Beare) - Investitionsobjekt
  • Giuseppe Pedrazzini, feine italienische Violine (Zertifikat J. & A. Beare) - Investitionsobjekt
  • Bayerische Geige. Krauss Werkstatt, Landshut 1954