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Vertiefende Beiträge über Streichinstrumente und die Geschichte des Geigenbaus


Roland Baumgartner, Basel: Ein engagierter Experte für alte Geigen

Über Roland Baumgartner, Geigenbauer, Restaurateur und Experte in Basel


Jung und überschaubar ist die Welt des Schweizer Geigenbaus, zumindest im Vergleich mit den traditionellen europäischen Zentren dieser Kunst – klein, aber keineswegs zu vernachlässigen, wie das Beispiel des renommierten Baseler Geigenbaumeisters und Experten für alte Streichinstrumente Roland Baumgartner zeigt. In dritter Generation führt er die familiäre Werkstatt, die sein Großvater Fritz Baumgartner sen. im Jahre 1920 gründete. Dort absolvierten die Brüder Michael und Roland Baumgartner ihre Ausbildung, die Roland durch Arbeits- und Studienaufenthalte bei bedeutenden Geigenbauern in Frankreich, England, Deutschland, Italien und den USA ergänzte – vielseitige Erfahrungen, die die gründliche Schule seines Vaters Fritz Baumgartner junior vollendeten.

Der Blick über die Schweizer Grenzen hinaus war schon Fritz Baumgartner senior, dem Stammvater der Geigenbauer-Familie eigen, der zu den Liestaler Schülern August Meinels aus Markneukirchen gehörte. Meinel hat den Schweizer Geigenbau seiner Zeit als Lehrer und Unternehmer wesentlich geprägt. Von 1913 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges ging Baumgartner selbst nach Markneukirchen und ließ sich dort von August Rau in die Kunst der Bogenmacherei einführen. In seiner seit 1920 geführten Baseler Werkstatt fertigte er mit wachsendem Erfolg Streich- und Zupfinstrumente, deren Modelle er souverän aus dem Fundus der großen Meister des europäischen Geigenbaus wählte. Mit der Erfindung des elektrischen Zargen-Biegeeisens leistete der zunächst als Uhrensteinschleifer ausgebildete Fritz Baumgartner sen. einen wichtigen Beitrag zur technischen Entwicklung seines Handwerks.

Ab 1950 knüpfte sein Sohn Fritz Baumgartner Jr. an das Werk des Vaters an und gewann bald Auszeichnungen bei internationalen Wettbewerben. Seine vorwiegend an den italienischen Meistern orientierten Instrumente sind nicht sehr zahlreich, erfreuen sich aber bis heute großer Wertschätzung, ebenso seine nach Tourte gefertigten Bögen. Roland Baumgartners Wanderschaft führte ihn 1974 wieder zurück nach Basel, wo er sich rasch einen guten Namen als Geigenbauer erwarb. Wie bei vielen exzellenten Meistern seiner Zunft überwogen auch in seiner Werkstatt bald die Reparaturaufträge, und mit der Erfahrung in der Restaurierung antiker Streichinstrumente wuchs auch Baumgartners Reputation als Experte, dessen Zertifikate weltweit größte Anerkennung genießen.

Seit 1988 unterstützt ihn die Geigenbauerin Gertrud Reuter in seinem Baseler Atelier – während Roland Baumgartner selbst wieder zu einem Weltreisenden der Geigenbaukunst geworden ist, als gefragter Experte bei großen Ausstellungen und Jurymitglied internationaler Wettbewerbe, als Berater, Referent, Autor und Sachverständiger in Cremona, Paris, Freiburg, Mittenwald und in den USA. Als engagiertem Mitglied mehrerer nationaler und internationaler Geigenbauerverbände bleibt Roland Baumgartner kaum noch Zeit für den Bau neuer Instrumente; seine guten, weltweiten Kontakte sind für ihn aber nicht zuletzt eine Quelle der Inspiration, Wissen und Erfahrung, die die Arbeit seiner Werkstatt prägen – und Basel zu einer Weltstadt der Geigenbaukunst werden lassen.



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  • Alte Italienische Geige, Officina Claudio Monteverde, 1921, Cremona
  • Hopf, Klingenthal, frühe Violine um 1800
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