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Vertiefende Beiträge über Streichinstrumente und die Geschichte des Geigenbaus


François Nicolas Voirin und der neue französische Geigenbogen

François Nicolas Voirin, der Meister des leichten Geigenbogens: Notizen zu Leben und Werk


F. N. Voirins erste Schritte in der Werkstatt von J. B. Vuillaume

François Nicolas Voirin (1833-1885) gilt als der erste große Meister des modernen französischen Bogenbaus nach François Tourte. Als einem der talentiertesten Mitarbeiter in Jean Baptiste Vuillaumes legendärer Werkstatt oblag ihm die Fertigung besonders anspruchsvoller Modelle – als selbständiger Meister prägte François Nicolas Voirin über seinen plötzlichen Tod hinaus das Werk vieler großer Schüler. François Nicolas Voirin stammt aus Mirecourt, wo er als Sohn des Beindrechslers und Gärtners François Voirin (1810-1862) und der Cousine J. B. Vuillaumes, Anne Clement (1801-1862), geboren wurde. Als Zwölfjähriger begann er seine Ausbildung in seiner Heimatstadt; 1855 ging er nach Paris und wurde ein Mitarbeiter J. B. Vuillaumes, in dessen Werkstatt er 15 Jahre lang blieb. Man geht davon aus, dass die meisten und besten Vuillaume-Bögen dieser Zeit von F. N. Voirin gefertigt wurden, und dass der auch im Bogenbau klangvolle Name Vuillaume entscheidend von Voirins Talent profitiert hat – wie dieser umgekehrt nirgends mehr hätte erfahren können als dort, wo man das Rätsel der Bögen François Xavier Tourtes entschlüsselt hatte und den Instrumentenbau auf höchstem Niveau betrieb. Dass Vuillaumes Werkstatt auch viele außergewöhnliche Anregungen bot, belegen aufwendige Kuriosa wie die mit Stanhope-Linsen versehenen Bögen, die in jüngster Zeit ebenfalls mehrheitlich François Nicolas Voirin zugeschrieben werden.

Werk und Schüler von François Nicolas Voirin

1870 eröffnete François Nicolas Voirin seine eigene Werkstatt in der Rue du Bouloi Nr. 3, wo er fünzehn Jahre lang als selbständiger Meister tätig war. In seinem Bogenmodell hob er sich vom großen Vorbild Tourtes ab, indem er den Kopf schlanker und eleganter gestaltete, die Biegung der Stange zum Kopf hin verlagerte und ihren Durchmesser am Frosch verringerte. Diese sehr leichten, dynamischen Geigenbögen begeistern bis heute insbesondere ambitionierte Musiker, die an einem virtuosen Spiel interessiert sind. Durch seine Schüler wirkte François Nicolas Voirin auch nach seinem plötzlichen Tod im Jahre 1885 weiter; während Louis Thomassin mit Voirins Witwe die Werkstatt weiterführte, gingen Joseph Alfred Lamy Père und Charles Nicolas Bazin eigene, kaum weniger glanzvolle Wege.



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  • Feine, wahrscheinlich Wiener Meistergeige um 1820
  • Moderne Italienische Bratsche, Guido Trotta, Cremona, 1993
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  • Interessante, wahrscheinlich englische Meistergeige. Um 1800
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  • Meistergeige von Joseph Kantuscher 1973, op. 308
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