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Vertiefende Beiträge über Streichinstrumente und die Geschichte des Geigenbaus


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Die Unternehmen der Familie Laberte


Zur Geschichte von Laberte-Humbert freres und Laberte Magnie -
Teil 2 unserer Reihe zum der industriellen Streichinstrumentenbau in Frankreich

Zur Erfolgsgeschichte von J.T.L. gehören aber auch die Konkurrenten, die innerhalb des Mirecourter Instrumenten-Universums entstanden und, obschon im Windschatten der dominierenden Produktions- und Handelsstätten von Thibouville-Lamy, doch zu respektabler Größe fanden. Ihre Namen sind auch ein halbes Jahrhundert nach dem Niedergang des industriellen Musikinstrumentenbaus in Frankreich immer noch bekannt und geschätzt. Ähnlich wie die Saiteninstrumentenproduktion von J.T.L. ist auch das Unternehmen der Familie Laberte tief in der Geigenbautradition der Region verwurzelt und lässt sich bis in Werkstätten des 18. Jahrhunderts hinein zurückverfolgen.

Mirecourt Geige Laberte um 1920 - Decke

Französische Geige, Laberte

Inventarnr.: 3108
Herkunft: Mirecourt
Erbauer: Laberte
Bodenlänge: 35,6 cm
Jahr: 1940 circa

A. Torelli Laberte Humbert freres Geige um 1900 - Decke

Französische Violine „A. Torelli“

Inventarnr.: 2598
Herkunft: Mirecourt
Erbauer: Laberte
Bodenlänge: 35,8 cm
Jahr: 1900 circa

Doch erst im Jahr 1876 gründeten die Brüder Maurice-Emile und Pierre Alexis Auguste Laberte ihr Unternehmen „Laberte Humbert frères“ – zwei junge Geigenbauer, die in der Zeit der Gründung von J.T.L. geboren worden waren. Dieser Abstand von rund einer Generation zeigt, dass es sich bei der Entstehung von J.T.L. um eine echte Pionierleistung handelte, deren Nachahmer die Szene mit respektvoller Distanz betraten. Zudem wählten die Brüder Laberte einen enger fokussierten Geschäftsbereich und beschränkten sich auf die Herstellung von Streich- und Zupfinstrumenten, die sie in ihren ebenfalls sehenswerten Katalogen mit umfangreichem Zubehör anboten. Erst die Wirtschaftskrise der 1930er Jahre führte zu einer Erweiterung des Angebots – nicht aber, was der naheliegendste Schritt gewesen wäre, um Musikinstrumente anderer Gattungen, sondern um Grammophone und Rundfunkempfänger, die unter der neuen Marke „Stradivox“ vertrieben wurden. Eine intelligente und unkonventionelle Strategie, die ihrerseits aber um so mehr die Dominanz von J.T.L. als „Allround“-Anbieter einer breiten Palette von Musikinstrumenten belegt, gegen den ein Wachstum kaum vorstellbar schien.

laberte

Atelier Laberte Humbert frères, Photo: Musée de la Lutherie et de l'Archèterie Françaises - Mirecourt


French violin made in Marc Laberte atelier

Französische Geige, Marc Laberte Atelier

Inventarnr.: 535
Herkunft: Mirecourt
Erbauer: Marc Laberte Ateliers
Bodenlänge: 35,5 cm
Jahr: 1940 circa

Doch ungeachtet dieser Grenzen war die Entwicklung von Laberte Humbert frères im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts von einer gesunden Expansivität geprägt. Eine Reihe von Fusionen brachte zusätzliche Produktionskapazitäten, vor allem aber geigenbauerisches Wissen und Erfahrung ins Unternehmen, das sein Angebotsspektrum unter der Leitung von Marc Laberte aufwertete. Der Sohn des Mitgründers Pierre Alexis Auguste Laberte etablierte neben der Manufakturarbeit eine eigene Linie von Instrumenten gehobener Qualität, die von ausgewählten Meistern gefertigt wurden – ein „Atelier des Artistes“, das ausgezeichnete Geigenbauer wie Joseph Aubry, Charles Brugere, Camille Poirson und Georges Apparut versammelte und sich zu einer anerkannten Marke entwickelte. Nach dem Zusammenschluss mit dem Geigenbauer Fourier Magnié im Jahre 1919 firmierte das Unternehmen als „Laberte et Magnié“ mit dem – sicher in bewusster Anlehnung an den großen Wettbewerber gewählten – Kennzeichen „L.F.M.“ und beschäftigte rund 400 Arbeiter in seinen Werkstätten. 1927 erwarb man die renommierte Marke „A La Ville de Cremonne“ von Paul Mangenot als die letzte signifikante Übernahme und letzte bedeutende Wegmarke vor dem Ende der klassischen Mirecourter Musikinstrumenten-Industrie.




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Neuzugänge in unserem Katalog
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  • Justin Maucotel: kraftvolle französische Violine um 1840
  • Moderne Mittenwalder Bratsche, Matthias Klotz 1982
  • Deutsche Geige nach Giovanni Paolo Maggini, Lowendall, um 1880
  • 18. Jahrhundert: Feine Violine von Franz Knitl, Freising, 1789 (Zertifikat Hieronymus Köstler)
  • Ernst Heinrich Roth, alte Bubenreuther Geige von 1955
  • Französischer Geigenbogen aus Kriegsjahren, Mirecourt, wahrscheinlich Morizot Frères - Unikat
  • Jean-Joseph Martin, feiner Französischer Geigenbogen für J. Hel, um 1880 (Zertifikat J.-F. Raffin)
  • 3/4 - Alte Französische 3/4 Geige, Stradivari - Modell
  • Wahrscheinlich belgischer Geigenbogen, L. Dolphyn, Bruxelles
  • 1/2 - Französischer 1/2 Geigenbogen mit edlem Klang
  • Moderne Meistergeige, wahrscheinlich Englisch, um 1970
  • Zierliche italienische Geige, spätes 18. Jahrhundert (Zertifikat Hieronymus Köstler)
  • Dunkler, brillianter Klang: Moderne deutsche Geige aus Markneukirchen
  • Antike Mittenwalder Violine, Neuner & Hornsteiner, 1912
  • Deutscher Geigenbogen, W.E. Dörfler
  • Antike Sächsische Geige, Schuster & Co., nach Jakob Stainer
  • Zeitgenössische Französische Geige, Alain Moinier, Mirecourt, 1992 No. 57
  • 3/4 - deutsche 3/4 Geige, Markneukirchen, um 1930
  • MIETEN: Feine Italienische Violine, Giuseppe Marconcini, Ferrara
  • Feine Markneukirchener Meistergeige, 1940er Jahre: Großer, gereifter Ton
  • Feine Mittenwalder Meistergeige, um 1740, nahes Umfeld Sebastian Klotz
  • 3/4 - sehr schöne, antike französische Mansuy Geige
  • Giulio Cesare Gigli, feine italienische Geige um 1750 (Zertifikat Etienne Vatelot)