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Vertiefende Beiträge über Streichinstrumente und die Geschichte des Geigenbaus

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Markneukirchen: Geigenbau zwischen Handwerk und Handel


Der Geigenbau in Markneukirchen: Handwerkliche Tradition und Globalisierung


Am 6. März 1677 bestätigte Herzog Moritz von Sachsen die Gründung der ersten Geigenbauer-Innung von Markneukirchen,
zu der sich zwölf ins Vogtland eingewanderte böhmische Exulanten zusammengeschlossen hatten (siehe Klingenthal – Die Anfänge des Geigenbaus). Um die Qualität und Integrität der neuen Geigenproduktion zu gewährleisten, stellte die Innung strenge Regeln auf: Bewerber mussten aufwändige Meistergeigen präsentieren, hohe Aufnahmebeiträge entrichten und einen Fürsprecher gewinnen, der ihre Bewerbung unterstützte. Ein um so bedeutenderes Datum ist das Jahr 1713, in dem erstmals ein „Nichtgelernter“ Aufnahme fand: der Händler Johann Elias Pfretzschner. Zuvor hatten die Meister persönlich Märkte, Messen und Kunden besucht, zum Teil über sehr weite Entfernungen.


Die nun beginnende „Professionalisierung“ des Handels sollte sich als Segen und Fluch zugleich erweisen: Einerseits sorgte sie für den weltweiten Markterfolg vogtländischer Streichinstrumente; andererseits war damit der Niedergang des handwerklichen Geigenbaus verbunden, der mehr und mehr arbeitsteiligen, ja industriellen Produktionsformen wich. Schon 1719 nahm die Markneukirchener Innung einen spezialisierten Wirbeldrechsler auf, bald gab es eigene Werkstätten der Halsschnitzer, Decken- und Bodenmacher, bis schließlich unzählige Heimarbeiter die Vorarbeiten für die wenigen verbliebenen Meisterbetriebe leisteten. Diese nannten sich nicht selten „Fabrik“ und fügten die Einzelteile nach den Vorgaben der zu beachtlicher Größe gewachsenen Handelshäuser zusammen, den Anforderungen eines globalisierten Musikinstrumentenmarktes entsprechend, der nach billiger Ware in großen Stückzahlen verlangte.

Markneukirchener Geige, um 1900 - Vorderansicht

Markneukirchener Geige, um 1900

Herkunft: Markneukirchen
Erbauer: Unbekannt
Bodenlänge: 35,8 cm
Jahr: 1900 circa
Preis: 950,00 €

Deutsche Violine nach Stradivari, um 1900

Deutsche Violine nach Stradivari, um 1900

Inventarnr.: 3846
Herkunft: Sachsen
Erbauer: Unbekannt
Bodenlänge: 35,8 cm
Jahr: 1900 circa
Preis: 950,00 €

Um 1800 fertigten etwa 80 Betriebe Markneukirchens rund 18.000 Geigen jährlich. Sie orientierten sich immer mehr an den gefragten italienischen Vorbildern und verließen die eigene, böhmisch-sächsische Tradition. Um die Wende zum 20. Jahrhundert galt Markneukirchen als eine der reichsten Städte Deutschlands, in der sogar ein eigenes U.S.-Generalkonsulat bestand. Die Schattenseite des Profits war aber die soziale Not der vielen abhängigen, kleineren Geigenbauer, Meister, ihrer Familien und Gesellen. Richtig ist dennoch, dass das Vogtland – der ökonomischen Großwetterlage zum Trotz – stets herausragende Geigenbauer hervorgebracht hat, die eigenständige, wertvolle Instrumente schufen. Einige wichtige Meister und Geigenbauer-Familien stellen wir im folgenden Kapitel vor.



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Im Schatten der Fabriken: Chinesische Geigenbauer und Geigenbauer aus Taiwan

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Zur Geschichte des westböhmischen Geigenbaus

Klingenthal - Die Anfänge des Geigenbaus



Aus unserem Onlinekatalog:

Violinen

Meistergeigen

Geigenbögen

Bratschen

Celli

Cellobögen

3/4 Geigen

Neuzugänge in unserem Katalog:
  • Markneukirchner Violine, wahrscheinlich August Clemens Glier
  • Hopf Geige aus Klingenthal, um 1950
  • Klingenthaler Violine um 1820
  • Qualitätvolle tschechische Violine, circa 1880 - Violinistenempfehlung!
  • Sächsische Violine mit kraftvoll-brilliantem Klang, um 1920
  • Violine nach Guarneri von Ackermann & Lesser, Dresden 1925
  • Silbermontierter Geigenbogen von H. R. Pfretzschner
  • Mittenwalder Meistergeige, Neuner & Hornsteiner, um 1830
  • Sehr schöner Markneukirchner Violinbogen
  • Schöne, klangstarke deutsche Geige um 1940
  • Wiener Meistergeige, Franz Angerer, 1898
  • Sächsische Geige, um 1920
  • Johann Christian Voigt, Meistergeige, 1794
  • Wiener Meistergeige von Mathias Thir, 1782 (Zertifikat Hamma & Co. Stuttgart)
  • Ernst Heinrich Roth, Bratsche von 1974
  • Deutscher Geigenbogen - sehr gute Spieleigenschaften
  • Kräftiger deutscher Silber-Geigenbogen
  • Antike Französische Geige von J.T.L., um 1880, Mirecourt
  • August Hermann Braun, Markneukirchner Meistergeige
  • 7/8 - Italienische Geige, Neapel (Zertifikat H. Köstler)
  • J.B. Vuillaume: Solisten- Violine "St. Cecile des Thernes" (Zertifikat Hieronymus Köstler)
  • Jean-Joseph Honoré Derazey: Französische Violine (Zertifikat Hieronymus Köstler)
  • François Breton, französische Meistergeige um 1810 - mit Zertifikat
  • Didier Nicolas: Französische Meistergeige um 1820