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Vertiefende Beiträge über Streichinstrumente und die Geschichte des Geigenbaus


Markneukirchen: Geigenbau im „Cremoneser“ Vogtland

Markneukirchen oder „Deutsch-Cremona“: Einführung in die Geschichte des vogtländischen Geigenbaus

Mit kräftigem Lokalpatriotismus und gesundem Selbstbewusstsein ließ der Markneukirchener Geigenbauer Ludwig Gläsel jr. (1842-1931) „Deutsch-Cremona“ auf seine Geigenzettel drucken. Ludwig Gläsel jr. gilt als einer der besten und erfolgreichsten vogtländischen Meister seiner Zeit, der sich zudem mit mehreren Veröffentlichungen um die Geigenbaugeschichte verdient gemacht hat. Einem, der wie er zu einer alteingesessenen und weitverzweigten Geigenmacher-Familie gehörte, stand jener verwegene Stolz also auch zu, der Markneukirchen als die Hauptstadt des Musikwinkels an der sächsisch-böhmischen Grenze in die Nähe des legendären Cremona rückte.

Johann Gottlob Ficker, Markneukirchen - Violine um 1800 Johann Georg II Schönfelder: Markneukirchener Meistergeige Johann Christian Voigt, Violine aus Markneukirchen 1794

Oder war vielleicht doch auch ein Augenzwinkern dabei? Immerhin genoss Markneukirchen während der rund 350 Jahre, in denen hier Musikinstrumente gebaut wurden, nicht immer einen makellosen Ruf. Um die Mitte des 18. Jahrhunderts sah sich etwa Carl Wilhelm Heber veranlasst, in einer seiner Geigen einen zusätzlichen Zettel anzubringen:


Viel falsches nachgemacht,
Sich da und dort schleicht ein,
Drum sieh mein Petschaft an
Willst nicht betrogen seyn.


Wer sich mit alten Geigen befasst, kennt die falschen Papiere gut, die von italienischer Provenienz und berühmten – oder wenigstens berühmt klingenden – Namen künden. Im „Musicon Valley“, wie man die Region um Markneukirchen heute auch nennt, kannte man die Geduldigkeit des Papiers und die Bedürfnisse des Marktes gut, und nicht wenige Geigen offenbaren ihre sächsische Herkunft erst dem geschulten Auge. Gründe, auf die eigene Geigenbautradition stolz zu sein, gibt es für die Markneukirchener aber genug. Um die Mitte des 17. Jahrhunderts beginnt die Geschichte des vogtländischen Geigenbaus, und wie im benachbarten Klingenthal waren es protestantische Auswanderer aus dem nahen, böhmischen Kraslice (Graslitz), die mit dem Geigenbau einen wichtigen neuen Wirtschaftszweig nach Markneukirchen brachten.

In unserem Online Katalog finden Sie Geigen aus Markneukirchen und anderen Orten, mit Audio Klangproben.


Markneukirchener Geigen in unserem Online-Katalog:

Markneukirchener Bratsche von Johann Christian Voigt II, 1788

Johann Gottlob Ficker, Markneukirchen - Violine um 1800

Johann Georg II Schönfelder: Markneukirchener Meistergeige

Johann Christian Voigt, feine Markneukirchener Meistergeige, 1794

Christian Friedrich Meinel, vogtländische Meistergeige um 1760

Qualitätvolle Markneukirchner Violine, um 1980

Meistergeige von Werner Voigt, Markneukirchen - Guarneri-Modell


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Das Ende des Geigenbaus in Klingenthal

Hopf: Eine vogtländische Geigenmacher-Dynastie

Die Bogenbauer von Markneukirchen

Zeitgenössische Geigenbauer in Cremona

Neuzugänge in unserem Katalog
  • Sächsische Meistergeige - 19. Jahrhundert um 1870
  • Antike Mittenwalder Geige. Neuner & Hornsteiner, um 1860
  • Raffaello Bozzi bei Antonio Monzino: Italienische Geige
  • Italienische Geige, Romedio Muncher, Cremona 1929
  • Amerikanische Geige von William Wilkanowski, Brooklyn 1938
  • H. Derazey: Feine Violine aus der Werkstatt von Jean-Joseph Honoré Derazey
  • Sächsische Violine. Geigenbaumeister Max Heiling
  • Markneukirchener Geige von Schuster & Co., 1942
  • Antike Sächsische Geige, wahrscheinlich Schuster & Co
  • Charaktervolle deutsche Geige, um 1870
  • Antike Markneukirchner Geige, um 1890
  • Markneukirchner Meistergeige. Violine um 1940
  • Schülergeige nach Stradivari. Violine aus Bubenreuth
  • Giorgio Grisales: Italienische Geige, Cremona (Zertifikat Giorgio Grisales)
  • Norddeutsche Violine von Richard Berger, Stralsund 1914
  • Geige aus Mittenwald. 1970er Jahre
  • Zeitgenössische Meistergeige von Marc de Sterke
  • Deutsche Geige aus den Hopf-Werkstätten, Taunusstein-Wehen
  • Zeitgenössische italienische Geige von Giovanni Lazzaro, Padova 1990
  • Feine Mittenwalder Meistergeige, um 1740, nahes Umfeld Sebastian Klotz
  • Antike Böhmische Meistergeige. Feine Kopie Johann Georg Thir, um 1900
  • Antike französische 3/4 Geige. Wahrscheinlich J.T.L.
  • François Fent, eine feine französische Bratsche, 18. Jahrhundert (Zertifikat Hieronymus Köstler)
  • Marcello Martinenghi, 1949: Feine italienische Bratsche (Zertifikat Eric Blot)